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Sexueller Missbrauch im Kindesalter

Sexueller Missbrauch - Überlebensstrategien

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Wie Kinder sich wehren 

Es gibt kein Mädchen und kein Jungen, die/der sich nicht gegen den sexuellen Missbrauch wehrt. Doch die wenigsten können sich später noch an ihre eigenen Widerstandformen erinnern, denn ihre kindliche Gegenwehr war zwecklos. Der Täter setzt sich über sie hinweg. Die Sehnsucht nach Beendigung der Übergriffe veranlasst die Mädchen und Jungen auf mannigfache Art und Weise auf ihr Leid hinzuweisen. Ich möchte nun kurz aufzeigen, welchen Überlebenswillen die Kinder haben und welche Kreativität sie entwickeln, um sich selbst zu schützen. Oftmals bauen Kinder ihr Spielzeug in einer langen Reihe von der Tür bis zum Bett auf und hoffen, dass es einen Knall gibt, wenn der Täter ins Zimmer kommt und das dadurch andere wach werden. Viele stellen Stühle unter die Türklinke oder rücken Möbel vor die Zimmertür. Die 4 jährige Anne streut Beispielsweise Popcorn vor die Zimmertür, damit es knackt, wenn der Täter drauftritt. Dann will sie ganz schnell zum Klo gehen und in der Hoffnung, dass die Mutter es hört, ganz laut abziehen. Mädchen befestigen die Reisverschlüsse von Hosen von innen mit einer Sicherheitsnadel, die der Täter nicht sieht, die ihn aber daran hindern soll es zu missbrauchen. Wenn der Missbrauch zu Hause und nachts passiert, wenden Kinder häufig die ineffektive Strategie an, dick eingewickelt in Decken zu schlafen, mehrere Kleidungsstücke übereinander zu ziehen oder sich schlafend zu stellen. Sie hoffen, dass der Täter sie dann in Ruhe lässt. Das Schlafendstellen ist zudem ein Mechanismus, der ihnen hilft, die sexuelle Gewalt zu ertragen. Sie sind dabei bemüht, das Geschehen auszublenden, sie versuchen sich aus der Realität wegzudenken und die Gefühle nicht wahrzunehmen. Andere nehmen ihren Hund mit ins Bett; er soll sie bewachen. Viele Opfer laden sich Klassenkameraden als Übernachtungsgäste ein und glauben sich so für die Nacht in Sicherheit. Lehrer wissen immer davon zu berichten, dass betroffene Mädchen und Jungen regelmäßig zu früh zum Unterricht kommen oder nach Schulschluss nicht nach Hause wollen. Für den Täter besteht in der Regel kein Anlass, freiwillig von seinem perfekten Verbrechen Abstand zu nehmen. Fast immer ist es das Opfer, das den Missbrauch beendet. In manchen Fällen leisten kleine Kinder aktiven Widerstand. Der Alltag betroffener Mädchen und Jungen wird durch die ständige Organisation der eigenen Flucht bestimmt. Notgedrungen entwickeln viele Opfer ein großes Organisationsgeschick. Sie versuchen, dem Täter aus dem Weg zu gehen oder zumindest nicht mit ihm allein zu sein. Zudem nehmen sie oftmals mit der Genauigkeit eines Seismographen atmosphärische Spannungen war: Ist das der besagte Blick? ­ Wie ist der heute drauf? Sie lernen, sich mit großer Empfindsamkeit in die Bedürfnisse anderer einzufühlen und intuitiv Gefahren im Vorfeld zu erahnen.

Der Widerstand kostet die Kinder viel Kraft und vielen kann es nicht gelingen, den Täter dauerhaft an seinem Tun zu hindern. Selbst beim Schlafen balle ich die Fäuste, leiste ich Widerstand. Letztlich ging nichts". Die Kraft dem Missbrauch etwas entgegenzusetzen, erwächst nicht von selbst. Kinder brauchen Energiequellen, sie brauche Menschen, die sie ernst nehmen und ihnen ihr Recht auf (sexuelle) Selbstbestimmung vermitteln und im alltäglichen Umgang zugestehen, denn es sind die kleinen Begegnungen, aus denen betroffene Mädchen und Jungen die Kraft zur Gegenwehr und zum Überleben schöpfen. So kann das Lob der Lehrerin, das Spiel im Kindergarten, die Vorlesestunde des Opas zum Rettungsanker für das Opfer werden. Zu Hause konnte ich es kaum noch aushalten. Doch in den Ferien fuhr ich immer zu meiner Patentante. Hier war ich sicher und wurde gemocht. Jeden Morgen kochte sie mir ein weiches Ei. Einfach so, weil ich das so gerne mochte. Einmal ging sie mit mir sogar in einen richtigen Zirkus. Das habe ich nie vergessen. In den letzten Monaten habe ich viel an meine Patentante gedacht. Sie hat mich gemocht". Nicht umsonst berichten Erwachsene oft, dass Kinder und Jugendliche ihnen die letzte Energie rauben. Eben diese Fähigkeit, sich das zu holen, was sie brauchen, gibt Mädchens und Jungs die Kraft zu überleben.

7.1 Kinderzeichnungen

Ein besonderes Symptom kann das Malen und Zeichnen von angsteinflössenden Situationen sein. Kinder drücken ihre Gefühle im Spiel und durch Zeichnungen aus. Dabei kann dann auch der erfahrene sexuelle Missbrauch symbolisch ausgedrückt werden. Das betrifft in besonderem Maße Kinder im Kindergartenalter bis hin zu den ersten Jahren in der Grundschule. Besonders aufgrund der noch nicht vollständig entwickelten rhetorischen Fähigkeiten der Jungen und Mädchen und des vom Täter ausgehenden Geheimhaltungsgebot, können solche Kinderzeichnungen sinnvolle diagnostische Hilfsmittel sein. Das Kind malt, was es bewegt und vor was es Angst hat. In einschlägigen Untersuchungen konnte nachgewiesen werden, dass sexuell missbrauchte Kinder sehr häufig werden schon gemalte Motive bis zur Unkenntlichkeit überkritzelt, durchgestrichen oder weggeworfen. Vielfach lassen sich ursprünglich gemalte Formen nicht mehr erkennen. Für Eltern, Lehrer und Erzieher kann es wichtig sein, das Kind beim Malen zu beobachten. Es ist absolut notwendig darauf hinzuweisen, dass eine einzelne Kinderzeichnung noch keinen Aussagewert haben muss. Selbst wenn es sich bei der Zeichnung um ein noch so aussagekräftiges Bild handelt. Die Zeichnung kann bestenfalls einen Hinweis geben, denn auffällige Kinderbilder können aus unterschiedlichsten Beweggründen entstehen. Zum Beispiel zeichnen viele Kinder wilde Gespenster und unheimliche Monster, wenn sie aufgefordert werden alles zu malen was ihnen Angst macht. Erst dann, wenn bestimmte Motive immer wieder gezeichnet werden, lassen sich unter Umständen Rückschlüsse auf die Situation des Kindes treffen. Um bei einem Verdacht einen möglichen sexuellen Missbrauch aufzudecken, ist es am Wichtigsten, mit den Mädchen oder Jungen ein sehr vorsichtiges Gespräch zu führen. So können Sie z.B. bei einem Kind, welches ein angsterregendes Monster mit einer auffälligen Ausbuchtung gemalt hat, genauer nachfragen:

Kennst du dieses Monster?

Macht es dir manchmal Angst?

Was bedeutet das Gebilde da unten?

Gibt es jemanden in deiner Familie, der es zum Verschwinden bringen kann?

Bringen Sie Kindern, die auffällige Bilder malen oder ungewöhnliche Bemerkungen äußern, ihr einfühlendes Interesse entgegen, und signalisieren sie Gesprächsbereitschaft. Oft können die betroffenen Mädchen und Jungen so einen Weg aus ihrer Bedrängnis finden. Das Kind malt sich so, wie es die Welt und sich selbst empfindet: zerrissen, verzehrt, gestört, zerstört, eingezwängt in ein Gefängnis, oder es kennzeichnet die Körperteile besonders, an denen der Missbrauch stattfindet. Manchmal bringen Kinder auch ihre sehnlichsten Wünsche zu Papier: Sie zeichnen eine dicke Trennungsmauer zwischen sich selbst und dem Täter, oder sie malen sich selbst in eine schützende, Geborgenheit spendende Höhle hinein.

Marina, 5,7 Jahre alt
Das ist unsere Wohnung. Das ist das Zimmer von mir und meiner Schwester. Das ist mein Stockbett. Da liegt der Papa unter meiner Decke. Die Leni ist noch ganz klein und die ist auch zugedeckt. Dann kann man die Treppe runtergehen und aufs Klo gehen. Die Mama badet in der Badewanne. Im Wohnzimmer stehen Blumen auf dem Tisch."


 

Christina, 4,9 Jahre alt
Vom Vater missbraucht. Das Bild ist in der Therapie entstanden. Sie ist durchaus in der Lage, erkennbare Menschen zu malen. Ihre eigene Person malt sie zerstört, verstört, nach innen hinein verkrochen.

Susanne, 5,4 Jahre alt
Sie hat auch ihre Familie in Tiere verzaubert. Dabei hat der Freund der Mutter einen Busen erhalten: Ich mag den Ludwig nicht. Der ist nicht lieb." Frage: Was hat die Giraffe (Freund der Mutter) da vorne?" Antwort von Susanne: Das ist der Busen. Da kommt Milch raus."

Michael, 4,3 Jahre alt
Auf die Aufforderung hin, seine Familie mit einem Zauberstab in Tiere zu verwandeln, zeichnete er alle Familienmitglieder als Vögel. Der Nachbar blieb ein Mensch und hatte einen Piesi"; damit kann er Kleber machen!"

Karina, 5,2 Jahre alt
Das ist unser Haus. Da wohne ich. Das ist mein Kinderzimmer. Das ist mein Bett. Das bin ich. Nachts kommt ein Ungeheuer. Das zieht mir die Decke weg und macht mich nass."

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von Micha, 31.05.2012 23:24 Uhr · Teilen · Kommentieren · Gefällt mir · sei der Erste, dem das gefällt!

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