Die Angst – mein Gegner, mein stĂ€ndiger Begleiter

Der Anfang vom (Über-)Leben

Der erste Schritt

Den ersten Schritt hast Du bereits getan. Du hast Dich fĂŒr das Leben und gegen die Fesseln der Vergangenheit entschieden. Du setzt Dich mit dem Thema auseinander und willst Dein Leben wieder in eigene Hand bekommen anstatt es „denen“ zu ĂŒberlassen.

Gut so! Sei stolz auf Dich denn das ist mit der schwerste Schritt!

Von jetzt an wird es nur noch besser - nicht immer einfacher, denn die Traumabehandlung kann schwer und manchmal schmerzhaft sein - aber besser. Dieses hier soll Dir meine Erfahrungen nĂ€her bringen und vielleicht helfen Deinen Weg zu finden. Dies ist kein Regelwerk und auch kein Ratgeber. Nur die gesammelten Werke von Tipps, Erfahrungen und Erkenntnissen einer Überlebenden. Einfach mal ausprobieren und selbst beurteilen, ob es was bringt. Ich hoffe es hilft Dir ein wenig weiter zu kommen! Ich wĂŒnsche Dir viel Kraft fĂŒr Deinen neuen Weg!

TraumabewÀltigung darf nicht zur neuen Qual werden

Du hast Dich entschieden das Trauma zu besiegen. Du beginnst Dich mit Deiner Vergangenheit auseinander zu setzen, Informationen zu sammeln und Dich mit dem Thema sexueller Missbrauch zu beschĂ€ftigen. Das ist auch gut so, denn es zu verdrĂ€ngen hilft keinem. Es bewirkt nur, dass die/der jenige, die/der Dir so viel Leid angetan hat immer noch Macht ĂŒber Dich hat. Du richtest Dein Leben und Dein Verhalten nach der Vergangenheit aus, versteckst Dich vor den „Geistern“, und je dringlicher Du es versuchst sie zu unterdrĂŒcken, desto sturer drĂ€ngen sie sich Dir auf. Versuche aus diesem GefĂ€ngnis auszubrechen. Ja, Du hast Schreckliches durchgemacht, ja, es tut weh dran zu denken und es beeinflusst Dein jetziges Leben, aber es ist jetzt vorbei, es ist Vergangenheit. Jetzt bist Du sicher. Versuche damit leben zu lernen. In erster Linie musst Du gut auf Dich aufpassen und Dich gut um Dich kĂŒmmern.

Aus diesem GefĂ€ngnis auszubrechen ist nicht leicht. Angst vor Verachtung, davor nicht verstanden zu werden und vor dem MĂ€rchen von der Mitschuld macht diesen Schritt umso schwerer. Doch eins solltest Du Dir immer und immer wieder vor Augen fĂŒhren: DU BIST NICHT SCHULD, man hat Dir Gewalt und Leid angetan und Du konntest nichts dagegen tun. Man hat Deine Seele verletzt. Du kannst weder was dafĂŒr, noch hĂ€ttest Du das verhindern können.

Ein wichtiger Schritt zur Selbstheilung ist das Schweigen zu beenden. Vertraue Dich einer Person an, von der Du meinst, dass sie Dich versteht und Dich unterstĂŒtzt und stĂ€rkt. Du brauchst Dich nicht sofort gĂ€nzlich zu öffnen, gib nur soviel Preis von Dir, wie Du fĂŒr richtig hĂ€ltst, ĂŒberfordere Dich nicht. Du kannst das Thema ja irgendwann mal, wenn Dir danach ist, weiter erörtern. Doch denke immer daran, dass es auch Unbeteiligten manchmal schwer fĂ€llt ĂŒber dieses Thema zu sprechen, da sie sich oftmals nicht wissen wie sie Dir helfen können und ihnen ihre Hilflosigkeit und Unsicherheit genau so wie Dir unangenehm ist. Mache Dir jedoch klar, dass Du von Deiner Vertrauensperson nicht erwarten kannst Deine Probleme zu lösen, Du allein kannst und musst Deine Vergangenheit akzeptieren und mit ihr zu leben lernen. Die Vertauensperson kann Dich nur auf dem Weg zur Selbstheilung begleiten, Dir helfen und Dich unterstĂŒtzen.

Sage ihr ruhig was Du Dir von diesem GesprĂ€ch erhoffst, dass Du nur Hilfe und UnterstĂŒtzung erwartest und sie bereits durch das Zuhören allein Dir sehr viel weiterhilft.

Doch was tun wenn solch eine Vertrauensperson nicht zur VerfĂŒgung steht, wenn Du das BedĂŒrfnis zu reden verspĂŒrst? Was wenn es diese Person gar nicht gibt oder Du sie nicht als eine solche erkennst? Dann vertraue Dich dem Papier an. Schreib einen Brief ohne EmpfĂ€nger, beginne ein Tagebuch oder schreib einfach GefĂŒhle und Gedanken und alles was Dich beschĂ€ftigt auf. Lass alles raus und Du wirst sehen hinterher wirst Du Dich irgendwie leichter fĂŒhlen.

Meine Therapeutin gab mir den Tipp die Geschichte in der dritten Person, also z.B. „das MĂ€dchen lag....“ und nicht aus der Ich-Perspektive auf zu schreiben. Das schafft eine Gewisse Distanz zwischen Dir und dem Geschehenen. Es hat mir gut getan das, woran ich mich erinnere (ich habe meine Kindheit betreffend eine Amnesie, also kaum Erinnerung) aufzuschreiben. Um mir zu verdeutlichen, dass es vorbei ist habe ich anschließend das Blatt langsam und demonstrativ zerrissen.

Doch Du musst aufpassen, dass Du nicht in der Vergangenheit versinkst. BeschĂ€ftige Dich mit dem Thema wann immer Dir danach ist, aber zwinge Dich nicht daran zu arbeiten. Setze Dich nicht selbst unter Druck. Hör auf Deine innere Stimme, sie wird Dir sagen wann genug ist. Wenn es Dir zu viel wird, wenn es zu unangenehm wird, gönn Dir eine Pause, schalt einen Gang herunter und lerne das hier und heute zu leben.. Lenke Dich ab, tue was Dir Spaß macht, wonach Dir grade ist. Verwöhne Dich und lobe und belohne Dich fĂŒr jeden auch noch so kleinen Schritt nach vorn. Das gibt Dir wieder neue Kraft und stĂ€rkt Dich und Dein Selbstbewusstsein.

Sicherheit

Sicherheit ist das A und O jeder Heilung. Bevor Du dich mit Deiner Heilung und Deiner Vergangenheit auseinander setzen kannst, musst Du Dir einen sicheren Zufluchtsort schaffen. Vor allem zu Hause solltest Du Dich geborgen, wohl und sicher fĂŒhlen. Du könntest die Einrichtung so wĂ€hlen, die RĂ€ume so gestallten, dass eine vertraute Umgebung entsteht, was Deine Persönlichkeit wiederspiegelt.

Wenn Du noch mit anderen Personen in einem Haushalt lebst, solltest Du trotzdem immer eine Möglichkeit behalten ungestört und allein zu sein, wenn Dir danach ist. Du kannst diesbezĂŒglich mit den anderen klare Vereinbarungen treffen z.B. wenn Du etwas an die Klinke eines Zimmers hĂ€ngst z.B. ein Tuch oder einen Schal willst Du keine Gesellschaft haben. Die anderen mĂŒssen diese Reaktionen unbedingt respektieren und Dich dann in Ruhe lassen, bis Du wieder aus Deinem Schneckenhaus hervor kommst.

Jede/r Überlebende muss jederzeit die Möglichkeit haben sich ohne Rechtfertigung in sein Schneckenhaus zurĂŒck zuziehen, sei es um auszuruhen, zu weinen oder dort Kraft zu schöpfen. Doch solltest Du auch ehrlich sagen, wenn Du abgelenkt werden und /oder Gesellschaft willst, vertraue nicht darauf, dass andere auf Dich zu kommen. Sie können Dir nur vor und nicht in den Kopf schauen, wissen oftmals nicht wonach Dir gerade ist. Sag es ihnen.

Ein anderer Wichtiger Punkt ist es sich einen Inneren Sicheren Ort zu schaffen. Dies kann ein Ort auf der Erde sein, oder nur in Deiner Fantasie existieren. Er muss aber klar abgegrenzt sein, damit nur Du und die Lebewesen rein können, die Du einlĂ€dst. Gestallte Deinen Sicheren Ort in Deiner Fantasie so, dass Du Dich dort wohl und vor allem sicher fĂŒhlst, denn dafĂŒr ist er ja da. Du kannst Dich an diesem Ort jederzeit und ĂŒberall zurĂŒckziehen und die Welt draußen lassen. Ob Du nun entspannen und Kraft sammeln willst oder in Ruhe ĂŒber bestimmte Sachen nachdenken willst, dort bist Du der Boss und es passiert nur das was Du willst, was Du Dir vorstellst. NatĂŒrlich kannst Du an diesen Ort Lebewesen einladen, Tiere oder Fantasiewesen oder Menschen, die Du Dir vorstellst. Es sollten aber keine Menschen sein, die in der realen Welt existieren, denn Menschen machen Fehler und verletzen Dich manchmal auch ungewollt.

An diesem Ort tut Dir aber keiner was, denn Du alleine bestimmst dort das Geschehen. Stelle Dir vor an diesem Ort zu sein, wie er ausschaut und was Du dort siehst und hörst, riechst oder schmeckst. Und dann stell Dir vor was dort passiert. Ob Du dort mit jemanden ĂŒber Deine Sorgen sprichst und was er/sie antwortet oder ob Du von dort aus einfach die Welt aus einer sicheren Entfernung betrachtest.

Die Partnerschaft

Das Zusammenleben mit einer/m Überleben ist nicht immer einfach. Meist fĂŒhlen sich die Partner einfach ohnmĂ€chtig, weil sie nicht wissen wie sie helfen können. Deshalb solltest Du Deinem/er Partner/in genau sagen, was Dir gut tut und hilft und was Du lieber nicht möchtest.

Ihr solltet gemeinsam Regeln setzen was erlaubt ist, was Dir angenehm ist und was momentan als Tabu gilt, was Dir unangenehm ist und Dir vielleicht sogar Angst macht. Das kann z. B. eine Region Deines Körpers sein an der Du nicht berĂŒhrt werden möchtest oder eine Handlungsweise. Hierbei solltest Du Dich nicht auf Kompromisse einlassen, erklĂ€re Deinem/er Partner/in warum Du diese Schranken wĂ€hlst und was diese Sachen fĂŒr GefĂŒhle in Dir auslösen. Auf jeden Fall mĂŒsst Ihr ĂŒber Unstimmigkeiten und Eure Unsicherheit offen reden. So schafft Ihr fĂŒr Dich einen Rahmen in dem Du dich sicher fĂŒhlst und Vertrauen fasst.

Auch innerhalb dieser Grenzen darfst Du jederzeit Deine Meinung Ă€ndern und „Stop“ sagen. Was Dir gestern gefallen hat, darf heute auch Tabu sein. ErklĂ€r Deinem/er Freund/in im Nachhinein, dass es Dir dieses mal unangenehm war und Du es nicht wolltest. Sag ihm/ihr welche GefĂŒhle es in Dir ausgelöst hat. Nur so kann er/sie Dich verstehen und Dir helfen.. Das kann beim nĂ€chsten Mal ganz anders werden. Nach einiger Zeit wirst Du merken das die Grenzen sich Verschieben und immer weitlĂ€ufiger werden.

Es kann auch ganz spannend sein, zusammen zu beobachten wie diese Grenzen verschwimmen. Doch nur Du allein hast das Recht diese Grenzen zu verschieben oder gar aufzuheben, lass Dich zu nichts drÀngen was Du nicht wirklich möchtest.

Die Therapie

Meiner Meinung nach ist die Hilfe eines Therapeuten oder Therapeutin im Prozess der Heilung unverzichtbar. Leider muss man oft lange auf einen Therapieplatz warten und nicht immer ist gesagt, dass einem der Therapeut/in zusagt. Um die Wartezeit zu verkĂŒrzen kannst Du Dich bei mehreren Therapeuten/innen auf die Warteliste setzen lassen. In einem Info-GesprĂ€ch kannst Du vor Beginn der Wartezeit den Therapeuten/in kennen lernen. Bereits das erste Treffen ist oft schon entscheidend, ob Du mit dem Therapeuten/in klar kommst, ob Du ihm/ihr vertraust und offen ĂŒber die Dinge reden kannst. Du solltest lieber ein wenig lĂ€nger auf einen Platz warten als eine Therapie zu beginnen bei jemanden dem Du Dich gegenĂŒber nicht öffnen kannst oder der Dir unangenehm und unsympathisch erscheint.

Du hast nach einigen sogenannten Probe-Sitzungen die Möglichkeit diesen Therapeuten/in abzulehnen. In dem Fall solltest Du Dich bei Deiner Krankenkasse ĂŒber die KostenĂŒbernahme einer Therapie bei einem/r anderen Therapeuten/in kundig machen ehe Du einen anderen Therapeuten/in aufsuchst. In den meisten FĂ€llen ĂŒbernimmt die Krankenkasse die Kosten anstandslos, die wollen halt nur vorher gefragt werden. Eine Therapie bei der Du Dich unwohl fĂŒhlst ist von vornherein ohne Aussicht auf Erfolg. Eine derartige Therapie ist langwierig und der Heilungsprozess langsam, doch bereits nach einigen Sitzungen wirst Du merken wie gut Dir ein professioneller Rat tut.

Auch in den Therapiesitzungen musst Du Dich sicher fĂŒhlen. Die Vorgehensweise des Therapeuten ist stets ein Vorschlag und Du musst sofort widersprechen, wenn Du Dich unwohl fĂŒhlst. Das Tempo der Therapie legst immer Du je nach Deiner Form und Kraft fest. Zwischendurch kommt es immer wieder zu Phasen in denen Du Dich schwach und ĂŒberfordert fĂŒhlst, dann ist es wichtig einen Gang herunter zu schalten und Dir eine Atempause zu gönnen. Auch in den Sitzungen ist ins Schneckenhaus verziehen erlaubt!

Therapiesitzungen können manchmal sehr anstrengend sein, daher solltest Du Dir anschließend etwas Entspannung und Ablenkung gönnen, bevor Du in Gedanken ertrinkst Das kann sehr unterschiedlich aussehen. Der eine braucht dann Gesellschaft, der andere Einsamkeit. Ich geh anschließend gern spazieren um den Kopf frei zu bekommen und alles noch mal zu verdauen. Nach besonders schwierigen Sitzungen verwöhne ich mich ein wenig, ob mit einem leckeren Eis oder einem entspannenden Bad, je nach dem wonach mir grade der Sinn steht. Wichtig ist aber immer auf Deine innere Stimme zu hören, die weiß was Dir gerade gut tut.

Schlafstörungen

Oft klagen Überlebende ĂŒber Schlafstörungen, können nicht einschlafen oder haben AlbtrĂ€ume. Hier ein paar Tipps, die Dir vielleicht die Angst vor einer unruhigen Nacht nehmen und vielleicht den Schlaf erleichtern oder retten.

  • Das Bett ist eine Ruhezone.
  • Nehme nie etwas zu lesen ĂŒber das Thema mit ins Bett. Arbeite im Wohnzimmer, KĂŒche und/oder ĂŒberall anders an Deiner Selbstheilung aber nicht im Bett.
  • BeschĂ€ftige Dich nie direkt vor dem Schlafengehen mit brisanten und belastenden Dingen. Gönne Dir nach der Arbeit an Deiner Heilung und vor dem Schlafengehen was gutes, lenke Dich ein wenig ab, sei es durch ein wenig lockeres Lesen oder einem leichten Film oder Fernsehsendung, die Dich auf andere Gedanken bringen.
  • QuĂ€len Dich beim Einschlafen lĂ€stige, dunkle Gedanken, schick sie raus. Sag ihnen im Kopf oder auch laut „Raus hier, das ist meine Ruhezone, wartet vor der TĂŒr, jetzt will ich euch hier nicht haben (klingt albern aber hilft), das hilft auch wenn Du von AlbtrĂ€umen wach wirst, schick sie aus dem Zimmer.
  • Gehe in Gedanken den Tag nochmals durch, zĂ€hle auf was Dir gefallen hat, was Du gut fandest und was Du erreicht hast. Denke an schöne und Positive Dinge, Spiele aber die unangenehmen nicht nochmals durch. Nur gute Erinnerungen an den Tag haben im Bett Platz.
  • Wenn Du absolut nicht einschlafen kannst, steh auf und lenk Dich ein wenig ab, lies was leichtes oder sieh Dir eine ruhige Sendung im Fernsehen an, oder hör beruhigende Musik. Auch wenn Du bereits in ein paar Stunden aufstehen musst, bleib nicht liegen um Dich ruhelos hin und her zu wĂ€lzen. Du kannst den Schlaf nicht erzwingen. Im Gegenteil durch Gedanken „es ist schon so spĂ€t“ oder „ in vier Stunden muss ich aufstehen“ vertreibst Du den Schlaf, weil Du dadurch noch unruhiger wirst. Schau nicht auf die Uhr!
  • Wenn Du von AlbtrĂ€umen gequĂ€lt wach wirst, setz Dich auf und mach das Licht an. Mach Dir klar, dass es nur ein Traum war, Du liegst in Deinem Bett und bist in Sicherheit. Schicke die TrĂ€ume hinaus, denk an was schönes. Erst wenn Du Dich etwas beruhigt hast und die Gedanken und Bilder des Traums verflogen sind kannst Du Dich wieder hinlegen, das Licht löschen und von neuem mit dem Einschlafen beginnen.

Die Angst – mein Gegner, mein stĂ€ndiger Begleiter

Es gibt zwei grundverschiedene Arten von Angst. Die –ich nenn es mal- gute Angst und die krankmachende Angst. Die gute Angst will Dich vor Gefahren warnen und Dich schĂŒtzen. Sie bezieht sich auf Personen oder Situationen die Dir gefĂ€hrlich werden könnten, es ist eine gesunde Angst von der Du profitieren kannst, die Deine Sinne schĂ€rft und Deine FĂ€higkeiten steigert.

Doch da gibt es noch diese Angst, die krank macht. Dieses beklemmende GefĂŒhl, das lĂ€hmt, das jede Reaktion, jeden vernĂŒnftigen Gedanken unmöglich macht. Diese Angst prĂ€sentiert sich bei mir in zwei unterschiedlichen Formen -in der des stĂ€ndigen Begleiters, der als Kloß in meiner Brust eingenistet sitzt und diese mal zurĂŒckgezogen und unterschwellig mal gnadenlos fast zuschnĂŒrend bewohnt- und in der Form der Schwarzen Gestallt, die ohne Vorwarnung auftaucht und mich festhĂ€lt.

Und diese Angst gilt es zu bekĂ€mpfen. Kennst Du sie auch diese Angst, die nie wieder von Deiner Seite zu weichen scheint? Aber sie wird weichen mĂŒssen, denn wir werden sie so lange bekĂ€mpfen, bis sie uns endlich nichts mehr anhaben kann.

Doch zunÀchst mal solltest Du Deiner Angst eine Gestallt geben, weil etwas was wir kennen, sehen und benennen können fassbarer und somit leichter zu bekÀmpfen ist. Auch Kinder geben ihrer Angst Gestallt in Form von Monstern und suchen sich dann Helden, die diese besiegen und vertreiben. Meine Angst stelle ich mir wie eine schwarze Gestallt vor, wie einen Schatten, der mich stÀndig begleitet, mal fast unbemerkt und mal ganz gegenwÀrtig. WÀhrend einer Angstattacke scheint er mich zu umklammern und festzuhalten. Doch ich versuche sie in vier Schritten zu bewÀltigen.

NatĂŒrlich klappt es nicht immer, aber jedes Mal wenn ich es geschafft habe mich aus ihr zu befreien scheint sie schwĂ€cher und ich stĂ€rker zu werden. Auch Du musst Dich Deiner Angst stellen auch wenn es zunĂ€chst schwer fĂ€llt und fast unmöglich erscheint. Hier sind einige Schritte, die mir helfen mit der Angst fertig zu werden, vielleicht helfen sie Dir Deiner Angst entgegen zu treten.

Zu erst sehe Dich genau um und sage Dir bei einer Angstattacke (wenn’s geht laut), genau wo Du bist, was um Dich herum ist und dass Du hier völlig sicher bist. Hier ist nichts wovor Du Angst haben mĂŒsstest, nichts was Dir etwas antun könnte. Sage Dir immer wieder, dass Du in Sicherheit bist und diese Angst, so gegenwĂ€rtig sie auch zu sein schein, ein GefĂŒhl aus der Vergangenheit ist, eine Erinnerung und Dir keine momentane Gefahr droht.

Wenn Du Deiner Angst eine Gestallt gegeben hast, solltest Du Dir ĂŒberlegen, wie Du diese vertreiben kannst. Meinen Schatten kann ich mit Licht bekĂ€mpfen, denn wo Licht ist, muss Schatten weichen. In einer Attacke kannst Du Dir dann bildlich vorstellen, wie Du diese Angstgestallt vertreibst, sie mit einem Schwert besiegst oder so wie ich in Gedanken die Sonne ĂŒber Dir aufgehen lĂ€sst, so dass der Schatten verschwindet, sobald sie ĂŒber Dir steht. Oft hilft es auch Arme und Beine einfach mal auszuschĂŒtteln, diese Angst von sich zu schĂŒtteln und abfallen zulassen. Je stĂ€rker Du Dich dann auf diese Bilder konzentrieren kannst umso weniger denkst Du an die Angst und merkst plötzlich, dass diese gar nicht mehr da ist. Diese Bilder und die Vorstellung wie Du die Angstgestallt vertreibst, kannst Du ja schon vorher ĂŒben, damit es im Fall des Falles auch funktioniert.

Wenn diese Vorstellung Dir nicht weiter hilft, solltest Du Dich auf jeden Fall von der Angst ablenken, schalt den Fernseher ein oder mache Musik an und singe laut mit oder rufe jemanden an um mit ihr/m einfach mal wieder zu reden. Versuch die Gedanken an die Angst aus Deinem Kopf zu vertreiben.

Wenn Du dann diese Attacke ĂŒberstanden hast und Dich stark genug fĂŒhlst, kannst Du ja mal schauen was diese ausgelöst haben könnte, um beim nĂ€chsten mal in so einer Situation etwas vorbereitet zu sein oder sie vielleicht auch umgehen zu können. Doch sei bitte vorsichtig, denn das suchen nach einem Auslöser kann die Angst wieder bringen. Wenn Du merkst, dass sie wieder kommt, beginne einfach wieder Dir vorzustellen wie Du Deine Angstgestallt besiegst oder suche Dir Ablenkung und lass am besten das Thema ruhen. Versuch nichts zu erzwingen fĂŒr alles gibt es einen richtigen Zeitpunkt und wenn Du noch nicht soweit bist, ist der Zeitpunkt einfach noch nicht da.

Geschrieben von: katzentatze


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