| Augenstern
Von
Nadine
Schiwietz
Für
meine Süßen: Tigga, Dani, Bebbi und Momo!
Kapitel Eins
„Hörst
du es, das Weinen der Mirijana, sie weint um die verlorenen Kinder, um
die vielen verlorenen Kinder!“
Die letzten Sterne waren
kurz davor am Horizont zu verschwinden und es brach gerade die letzte
Stunde der Nacht an, was die blonde Frau mit leichtem Frösteln
bemerkte. Sie blinzelte verschlafen und lauschte mit verzücken wie die
Vögel den Tag bereits mit leisem Gezwitscher begrüßten. Dalila, so
war ihr Name, reckte und streckte sich und lächelte den schlafenden
Mann an ihrer Seite an. Sie setzte sich auf und glitt vorsichtig aus dem
Bett, um den Mann nicht zu wecken. Dalila öffnete leise ihren Schrank
und nahm ein rotes Kleid heraus.
Sie zog ihr Nachthemd
aus, steckte sich in ihrer Nacktheit und schämte sich nicht dafür wie
die anderen Frauen. Sie war in vielen Dingen seltsam, und ihr Mann
wusste von all diesen ungewöhnlichen Begebenheiten, doch manche waren
gefährlich. Ja, sie wurden nicht einmal zwischen ihr und ihrem Mann
ausgesprochen, da es ihren Tod bedeutet hätte, wenn man davon erfuhr.
Dalila schüttelte den Kopf um diese ungewohnten Gedanken daraus zu
vertreiben.
Seltsam, sonst dachte
sie nie darüber nach. Sie gab sich selbst einen Ruck, nahm ihr Gewand
und begann sich anzuziehen. Normalerweise brauchte man eine Zofe, um ein
solches Kleid anzuziehen. Doch da sie bereits seit ihren Kindesjahren
vor Sonnenaufgang aufstand, und um diese Zeit selbst die Hühner noch
schliefen und sie die Zofen nicht wecken wollte, lernte sie früh, sich
selbst anzuziehen.
Sie stand vor dem
Spiegel und betrachtete sich und das Kleid. Der rote Stoff war mit
blauen Blumen bestickt und passte gut zu ihren blonden Haaren. Es war
ein Hausgewand aus feinstem Leinen. Nur an den glockenförmigen Ärmeln
war eine seidene Bordüre eingearbeitet. Das Kleid hatte eine eng
geschnittene Taille, der Rock fiel in verschwenderischen Falten und es
hatte einen breiten Ausschnitt, der ihre geschmeidigen Schultern voll
zur Geltung brachte. Es war das Kleid einer unverheirateten Frau, aber
ihr Mann erlaubte ihr, es zu tragen, denn er hatte keinen Grund ihr zu
mistrauen.
Dalila achtete schon
immer auf ihr Aussehen. Sie zog sich auch hin und wieder ihre Augen mit
Kohle nach und hatte sich schon einige Male ihre Haare Farbe gefärbt,
die Henna genannt wird. Manchmal, doch sehr selten bemalte sie sich ihre
Lippen mit einem Gemisch aus roter Farbe und Fett. Dalila wusste, das
sie sich wie eine Hure benahm. Doch das war ihr egal, denn sie tat es
nicht um den Männern zu gefallen. Das hatte sie nicht nötig, denn sie
liebte ihren Mann über alles. Sie tat es um ihretwillen, weil es ihr
Spaß machte.
Doch es hatte auch etwas
mit ihren „Abnormalitäten“ zu tun. Dalila sah erschrocken auf und
schüttelte abermals den Kopf. Solche Gedanken waren selbst für sie
seltsam. Die blonde Frau atmete tief ein und setzte sich vor einen
kleinen Spiegel und begann energisch ihr langes Haar zu bürsten. Als es
glänzte, flocht sie einen komplizierten Zopf und steckte ihn auf.
Dalila stand schwungvoll auf und betrachtete sich in dem großen
Spiegel.
Als sie sich um ihre
eigene Achse drehte fiel ihr auf, dass es nicht mehr lange bis
Sonnenaufgang war und wunderte sich wie schnell die Zeit vergangen war.
Sie nahm sich ihren Umhang und verließ eilig das Zimmer. Das war eine
Seltsamkeit, sie liebte die Nacht, was sie aber niemandem erzählte, und
sie sah sich jeden Morgen den Sonnenaufgang an. Selbst im Winter, wenn
Eis und Schnee die Landschaft bedeckte.
Eine schwarze Katze mit
einem grauen Dreieck auf Brust und Stirn saß vor der Zimmertüre und
miaute vorwurfsvoll. Dalila flüsterte: „Tut mir leid Lin. Aber ich
war in Gedanken versunken und hab’ nicht bemerkt wie die Zeit
vergeht.“ Lin begann zu schnurren und Dalila nahm sie hoch. Ihr Mann
hatte nichts gegen Lin, aber er wollte sie nicht im Bett haben.
Dalila lächelte bei dem
Gedanken an letzte Nacht. Aber wenn ihr Mann auf Reisen war, lies sie
die Katze zu ihr ins Zimmer und ins Bett. Dann sprach sie mit ihr und
erzählte ihr ihre ganzen Sorgen. Das war ihre zweite Seltsamkeit, sie
sprach mit ihrer Katze, wie mit einem Menschen, und verstand deren
Antworten. Jeden Morgen, auf dem Weg zu der Bank, von der aus sie den
Sonnenaufgang beobachtete, kam sie an den Bildern ihrer Vorfahren
vorbei. Und jeden Morgen erzählte sie Lin eine neue Geschichte über
einen der Abgebildeten. Sie wusste so viele Geschichten.
Die Frau murmelte Lin
zu: „Lassen wir die Vorfahren heute aus, sonst verpassen wir den
Sonnenaufgang. Was sagst du?“ Die Katze miaute wie als Zustimmung und
sie gingen los. Doch als sie heute an den Gemälden vorbeikamen, zögerte
sie an dem Bild ihrer Großmutter mütterlicherseits und blieb stehen.
Dalila betrachtete das Gemälde. Wie ihre Großmutter mit viel zu
dunkler Haut und zu hellen Augen abgebildet worden war.
Dalila sog scharf die
Luft ein, als sie plötzlich ein kribbeln im Nacken und ein Schwindelgefühl
verspürte. Eine Vorahnung! Das war ihre dritte Seltsamkeit, sie besaß
die Gabe des Hellsehens. Auch wenn sie die Gabe nicht steuern konnte und
sie meist ganz unerwartet über sie kam. Sie ging nach draußen und
atmete tief ein. Gerade als sie sich auf den Weg machen wollte, sah sie
eine dunkle Gestalt, die sich langsam näherte.
Dalila schnellte in die
Schatten zurück, entfernte sich leise vom Eingang und versteckt sich
hinter einigen Büschen. Aus ihrer Position konnte sie den Eingang gut
beobachten. Sie sank auf die Knie und flüsterte Lin zu: „Seit Damon
das Land beherrscht, ist man nicht einmal auf dem eigenen Grund und
Boden sicher.“
Die Gestalt kam näher
und Dalila konnte sie besser erkennen: Sie war vollkommen in Schwarz
gekleidet und hatte eindeutig weibliche Formen. Außerdem hatte die Frau
etwas auf den Armen. Die Person blieb vor der Türe stehen, wiegte das
Etwas, das sich als Korb herausstellte noch kurz in den Armen und
stellte den Korb schließlich vor der Tür ab. Sie streifte ihre Kapuze
ab und es kamen blonde, fast goldene Locken zum Vorschein, die ihr bis
zur Hüfte fielen. Dann nahm sie eine seltsam geformte Kette von ihrem
Hals, hielt sie in das letzte Licht des Mondes und legte sie in den
Korb.
Die Frau beugte sich
hinunter, und verschwamm mit dem Schatten. Als Dalila versuchte, in eine
bequemere Stellung zu rücken, trat sie auf einen Zweig, der knackend
zerbrach. Die Frau saß ruckartig auf und sah sich ängstlich, aber
entschlossen um. Dalila blieb mucksmäuschenstill knien und wagte nicht
zu atmen. Sie dachte bei sich: „Die hellen Haare, die helle Haut und
die dunklen Augen, das kann nur bedeuten das...“
Sie schüttelte den Kopf
und dachte: „Nein, das kann nicht sein. Seitdem „Die Ritter der
Reinigung“ das Land nach ihnen durchforsten, trauen sie sich doch
nicht mehr aus ihren Verstecken. Das kann einfach nicht sein.“ Die
Fremde sah sich noch einmal aufmerksam um, beugte sich wieder zu dem
Korb hinab und flüsterte leise: „Runaja, kima tamiki! Woka dim Ecu!
Wim urma Meka!“
Dalila hielt erschrocken
die Luft an: “Das kann doch nicht sein. Die Priesterinnen, die der
„Heiligen Sprache“ mächtig waren wurden doch als erstes vernichtet.
Wie konnte diese Frau überleben. Es hatten doch nur einige „Frauen
des leeren Kelches“, die Schutzherrin und politisch „unwichtige“
Personen überlebt. Das wurde zumindest öffentlich erzählt.
Von ihren Informanten
wusste sie aber, dass sich viele Tausend aus allen Berufsgruppen und
Lebensbereichen versteckt hielten. Man vermutete, in den „Höhlen der
Geburt“, aus denen das „Alte Volk“ einst kam. “ Dalila riss
erstaunt die Augen auf. Diese ausgemergelte, abgemagerte Frau sollte die
Schutzherrin sein?
Sie seufzte und schüttelte
traurig den Kopf: „Wie konnte das alles nur passieren? Wie nur?“
Gerade wollte sie sich erheben um die Schutzherrin angemessen zu begrüßen,
auch auf die Gefahr hin, ihr eigenes Leben zu riskieren, als die Fremde
sich wieder aufsetzte und ihre Hände über den Korb hob. Es schien, als
würden ihre Hände tanzen und nach kurzer Zeit, die Dalila wie Stunden
vorkamen, begann der Korb in einem warmen Licht zu leuchten.
Als der Korb anfing in
einem blauen Licht zu erstrahlte, nahm die Frau ihre Hände vom Korb und
streifte ihre Kapuze wieder über. Sie blieb vor dem Korb knien und sang
einen Freudengesang bis das Leuchten schwächer wurde und es schließlich
vollständig erstarb. Danach erhob sie sich und lief schnell den Weg zurück,
den sie gekommen war. Dalila murmelte Lin bestürzt zu: „Ich glaube,
das war die Schutzherrin Alraune. Und ich dachte sie würde sich und die
letzten ihres Volkes in Sicherheit vor Lord Damon bringen. Die arme
Frau. So mächtig, und sie konnte die vielen Morde doch nicht
verhindern.“
Sie schüttelte den
Kopf, erhob sich und ging zu dem Korb, indem sie ein in Windeln
gewickeltes Kind liegen sah. Ganz oben sah sie eine mit Briefpapier
umwickelte Kette liegen. Dalila nahm das Bündel ehrfürchtig aus dem
Korb, setzte sich daneben und wickelte das Papier von der Kette. Sie
atmete tief durch, striff das Papier glatt und sah Lin an: „Oh Lin,
wie konnten nur all diese schrecklichen Dinge geschehen. Sie waren
„Das mächtige Volk“.
Sie waren immer
freundlich und gut, sie haben ihre Macht niemals ausgenutzt. Warum erträgt
die Menschheit es nicht, wenn es eine mächtigere Rasse gibt, warum nur.
So viele haben ihr Leben verloren, nur weil sie anders sind – waren -
hoffentlich noch sind. Alles war gut, doch dann kam ein gewisser Damon
dahergelaufen, hat was gegen dieses gute Volk, sucht sich Anhänger, und
schafft es doch tatsächlich dieses Volk zu vernichten. Bis auf die paar
wenigen hat er sie alle niedergemetzelt. Wie konnten es ein paar Verrückte
schaffen, so ein mächtiges Volk zu zerstören, ihr eigenes Volk in
Angst und Schrecken zu versetzen, ohne das etwas unternommen wird. Und
warum unternehmen die Götter nichts dagegen?“
Lin antwortete:
„Vielleicht, weil sich die Götter schon lange nicht mehr in die
Angelegenheiten der Erdenkinder einmischen. Wie es geschehen kann, das
ein paar Menschen solche Dinge vollbringen? Ich weiß es nicht. Ich weiß
nur, das es schon oft geschah und noch oft geschehen wird. Irgendwann
wird die Menschheit vielleicht lernen, dass solche Dinge keinen Sinn und
Zweck haben, doch wann das sein wird, ich weiß es nicht! Warum diese
Menschen das tun? Weil es in der Natur des Menschen liegt, sich hohe
Ziele zu stecken, oft zu hohe Ziele. Manche wollen einfach nur eine
Familie gründen, andere wollen die Macht über alle Wesen besitzen.
Aber was der Auslöser für diese Ziele war, dass weiß ich auch nicht.
Ich mag klug sein, aber ich kann nicht in die Köpfe der Erdenkinder
sehen. Aber wenn es wirklich Damons Ziel währe „die Alten“ zu
vernichten, hätte er es längst getan. Etwas größeres steht hinter
allen seinen Plänen. Und außerdem solltest du nicht alles glauben was
man sich erzählt. Du weißt wie es mit den Gerüchten ist. Am Schluss
ist der Gute böse und der Böse gut. Auch wenn es nicht von ungefähr
kommt, das man sich derartiges erzählt. Es ist schwierig in diesen
Zeiten der Wahrheit zu dienen, wenn man die Wahrheit oft nicht
kennt.“
Dalila erwiderte: „Du
sprichst wie eine Elfe, ist dir das klar?“ Sie schüttelte den Kopf
und begann laut vorzulesen:
“Liebe
Herzogin Dalila,
Dieses
Kind hier ist meine Tochter Runaja (ich gebar sie am dreizehnten Tag im
Zeichen der Schlange im Jahr der Krähe), auch wenn es im Moment nicht
so aussieht. Ich habe einen Zauber über Runa gelegt, damit sie niemand
erkennt.
Ich bitte euch als
verzweifelte Mutter, und da wir die gleiche Großmutter haben, auch als
Verwandte: Bitte kümmert euch um meine Tochter. Ich bitte euch lasst
ihr die Ausbildung einer Priesterin
zu kommen! Sorgt dafür,
das sie ihr Schicksal erfüllt. Aus zuverlässigen Quellen weis ich das
Ihr Diese Ausbildung durchlaufen habt. Ich bin mir sicher, Ihr werdet
eine gute Mutter und Meisterin für Runa sein.
Die Kette und der andere
Brief sind für Runa. Bitte
gebt sie ihr zu ihrem sechzehnten Lebensjahr!.
Um eurer Sicherheit
willen wird dieser Brief mit eurem Kuss für immer zerstört.
Ich
danke euch, gute Frau, ich danke euch von ganzem Herzen.
Schutzherrin
Alraune
Dalila musste bestürzt einige Tränen zurückhalten.
Sie flüsterte mit tränenerstickter Stimme: „Ich hatte also recht. Es
war die Schutzherrin. Selbst Kinder müssen unter all diesen Dummheiten
leiden. Aber ich habe die Magia niemals durchlaufen. Die Walia ja, aber
nicht die Magia.“
Lin murmelte geheimnisvoll: „Eine Unbekannte, ja
man kann sagen vergessene Gabe, die des Vergessenen und der Erinnerung.
„Vergessene Erinnerung“ nennt man diese Gabe.“
Dalila sah sie mit hochgezogenen Augenbrauen
an und erwiderte verwundert: „Was soll das heißen, Lin?“
Diese antwortete: „Es gibt vieles, was du nicht
weißt. Sogar von dir oder mir ist dir vieles Unbekannt. Aber ich
glaube, „Die Ritter der Reinigung“ sollten lieber nichts von dem
Brief erfahren.“
Dalila sah die Katze verwirrt an, dann verstand sie
und lächelte. Sie las den Brief nochmals durch und gab ihm einen Kuss.
Der ging in einer blauen, kalten Flamme auf und verbrannte zu einem Häufchen
grünlicher Asche. Den anderen Brief rollte sie zusammen und steckte ihn
zusammen mit der Kette in ihren Ausschnitt.
Dalila sah Runa an und sah ihre fleckigen, mageren
Wangen, ihre schmutzigen Windeln. „Die dreizehnte Schlange, Tochter
der Krähe? Das ist genau einen Zyklus her. Einen Zyklus voll Hunger,
Durst und Dreck.“
Sie rief dem Mond entgegen: “Warum nur, Ihr Götter,
warum die Kinder? Warum Alraune, warum all diese unschuldigen
Erdenkinder? So viel Leid und Verzweiflung, für nichts, nicht einmal
Hoffnung um Kraft fürs Überleben zu finden. Oh große Mutter Göttin.“
Dalila ballte ihre Fäuste und lächelte das Kind liebevoll an.
Lin warf ein: „Dalila, du musst die Augen öffnen.
Sieh die Wirklichkeit, sieh wer wirklich dafür verantwortlich ist. Ich
weiß, du bist verzweifelt und wütend, aber du musst versuchen zu
erkennen. Bitte gib nicht denen die Schuld die im Endeffekt nichts dafür
können. Weißt du, ich verstehe ja, dass du es nicht sehen kannst, aber
jemand anderes steht dahinter. Eines Tages wirst du es erkennen. Es
stimmt nicht, dass es keine Hoffnung gibt. Es gibt sie. Runaja ist deine
Hoffnung. Für Runaja musst du Kraft zum Überleben finden. Für deinen
Mann Dorian, für deine geliebten Freunde. Für deine neugewonnene
Tochter. Es gibt Hoffnung. Es gibt Hoffnung überall. Sieh sie dir an,
lebe für sie, für Dorian, für deine Freunde, für dich. Lebe Dalila,
lebe.“
Dalila hatte aufmerksam zugehört und erwiderte:
„Du hast ja Recht, aber manchmal kommt die Verzweiflung über mich.“
Sie sah Runa liebevoll an und empfand größte Liebe für dieses Kind.
Es hatte rote Locken auf dem Kopf und strahlend blaue Augen, eine
pfirsichfarbene Babyhaut, rosige Bäckchen und rote Schmolllippen. Es
sah wahrhaftig nicht wie eine der ihren aus. Es hatte nicht die spitzen
Ohren, die dunklen Augen oder die helle Haut. Sie war wie ihre Großmutter
auf dem Gemälde in der Ahnengalerie.
Aber die Schutzherrin besaß einen der Mächtigsten
Zauber aller Erdenkinder. Das Mädchen blinzelte Dalila neugierig an und
diese sah ihr tief in die Augen und fragte: „Kleine Runa, willst du
meine Tochter sein? Darf ich deine Mutter sein?“
Runa sah sie schief an als würde sie nachdenken
und nach kurzer Zeit streckte sie ihr die Ärmchen entgegen. Dalila hob
sie hoch und flüsterte dankbar: „Vielen Dank, kleine Herrin. Vielen
Dank.“
Sie sah ihr noch mal tief in die Augen, streckte
sie von sich der aufgehenden Sonne entgegen und rief: „Ja Alraune, ich
schwöre, dass ich Runaja mit meinem Leben beschützen werde. Ich werde
sie erziehen und lieben. Sie wird ihr Schicksal erfüllen, das
verspreche ich dir. Damon wird nie erfahren, wer sie wirklich ist. Das
schwöre ich und der Sonnenaufgang soll mein Zeuge sein.“
Bei dem Namen Damon lächelte Runa und Dalila drückte
sie fest an sich.
(eingeschickt von "Crying Angel", danke!) |