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Die Schande der Kinder

Warum es Kinderschänder und Todesstrafen nicht geben darf

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Warum es Kinderschänder und Todesstrafen nicht geben darf

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Jeder kennt es: Da wird eine Hausratversicherung betrogen, weil die inzwischen unbeliebte Couchgarnitur nicht mehr zum Rest der Einrichtung paßt. Ein "guter Freund" mit einer soliden Hausratsversicherung brennt völlig unbeabsichtigt mit seiner Zigarette ein großes Loch in den Bezug und meldet den Schaden seiner Versicherung. Das "Opfer" ist nun der Geschädigte, es hat den Schaden, der Verursacher ist der Schädiger. Ja, viele kommen damit durch, das ist echt eine Schaden...

Oh, Thema verfehlt, neuer Ansatz.

Jeder kennt es: Da werden die Gefühle betrogen, weil ein Kind so süß und erotisch ist und dann mißbraucht ein "guter Freund" der Familie ein Kind, brennt große Löcher in die Seele des Kindes und die Eltern melden die Schande der Polizei. Das Opfer ist nun der Geschändete, es hat die Schande, der Täter ist der Schänder. Ja, viele kommen damit durch, das ist echt eine Schande...

Auch wenn die Worte "Schaden" und "Schande" exakt gleich viele und sogar noch völlig identische Buchstaben besitzen, umso erschreckender ist doch wie unterschiedlich diese Begriffe sein können!

"Ich verstehe zwar, dass mit dem Begriff der Schändung zum Ausdruck gelangen soll, dass ein Rechtsgut besonders heilig, besonders schutzwürdig sei, aber der Begriff hilft den Opfern nicht, sondern verhaftet sie noch tiefer im psychischen Unglück." (Zitat auf unsere.de) Genau das trifft es!

Der Begriff "Kinderschänder" wurde auch in leo.org diskutiert: "Schändung: Entehrung durch physischen An- oder Eingriff, z. B. -> Grabschändung oder -> Leichenschändung.", spricht von einem Entehren des Opfers. Ehrlos sind die Täter und Täterinnen, nicht die Opfer.

Nicht nur der Regenbogenwald e.V., sondern ALLE seriösen Vereine und Organisationen, die mit Opfern und Betroffenen sexueller, körperlicher oder seelischer Gewalt zu tun haben, lehnen aus Respekt gegenüber den Betroffenen den Begriff "Kinderschänder" als Bezeichnung für Sexualstraftäter und Kindesmissbraucher kategorisch ab. Es ist wünschenswert, wenn die Medien, allen voran die Boulevardpresse, diesem Beispiel folgten, um den Betroffenen zumindest diese Schande zu ersparen.

Im allgemeinen Sprachgebrauch gibt es diesen Begriff schon seit der Nazizeit und davor, fand aber gerade unter dem Aspekt "heile deutsche Welt" eine ganz neue Bedeutung. Hier ging es plötzlich garnicht mehr um die Opfer, sondern ein "guter Deutscher" macht sowas nicht und die Opfer sexuellen Mißbrauchs stellten demnach tatsächlich auch eine "Schande für Deutschland" dar, wurden sogar eine Zeit lang auf Grund ihrer psychologischen Probleme durchaus auch im " Kinder-Eutanesie-Programm" aufgenommen und "entsorgt", genauso übrigens wie die "Kinderschänder, also die Täter selbst als Problem per Todesstrafen "aus der Gesellschaft entfernt".

Hier schließt sich direkt an, warum es keine Todesstrafen mehr in Deutschland und ganz Europa geben darf. Es ist kein legitimes Mittel, dass sich eine zivilisierte, moderne Gesellschaft ihrer Probleme entledigt, indem sie beispielsweise Täter ermordet und nichts anderes ist das! Weitreichender ist aber ein ganz anderes Argument:

Täter, die ein Kind sexuell, körperlich oder seelisch mißbrauchen, versuchen meistens aufgrund der unmittelbaren Nähe zum Opfer (rund 90% aller Täter stammen aus dem familiären oder nächsten Umfeld des Kindes!) das Kind emotional zu erpressen, um die Taten verschwiegen zu wissen. Sinngemäß bekommt wahrscheinlich jedes Kind gesagt: "Das bleibt unser Geheimnis, denn Du willst doch nicht, dass ich ins Gefängnis muß?!". Diese Suggestion von Schuldgefühlen auf das Opfer bewirkt heute schon eine Dunkelziffer, die um etwa das 20-fache höher liegt als die tatsächlich angezeigten (und damit beendeten) Mißbrauchsfälle. Die Kinder mit hohen Schuldgefühlen ertragen eher die Fortsetzung des Mißbrauchs als den Täter "zu verraten", da sie meistens doch von einem eigentlich geliebten Menschen mißbraucht werden! Studien gehen bei innerfamiliären Mißbrauchsfällen sogar von einer Anzeigerate von nur 2% aus, also einer Dunkelziffer von eher dem 50-fachen!

Es ist daher sehr davon auszugehen, dass die Dunkelziffer bei Kindesmißbrauch rasant steigen wird, d.h. die Forderung nach einer Todesstrafe für Sexualstraftäter ist gleichbedeutend mit der Billigung der dauernden Fortsetzung von Kindesmißbrauch!

Ebenso bemerkenswert ist es auch, dass die "nicht betroffene" Gesellschaft erheblich massiver sich für die Einführung von Todesstrafen einsetzt als die Betroffenen selbst. Das liegt vor allem an zwei wesentlichen Faktoren:

  • Der Leitgedanke der Gesellschaft ist eine kollektive Rache
  • Das Opfer will in erster Linie aber nur den Zustand des fortgesetzten Mißbrauchs beenden

Wichtig zu wissen ist hier, dass in Ländern mit Todesstrafen die damit bedrohten Straftaten meist nicht seltener sind als in Ländern ohne Todesstrafen! Der "Abschreckung" steht nämlich der "Vertuschungsmord" gegenüber, ein bestimmt nicht wünschenswerter Effekt.

Populistisch und politisch wird die Todesstrafe am Ehesten von dem rechten Flügel eingefordert und propagandiert. Dort geht es aber auf perfide Weise überhaupt nicht um die Opfer, sondern um die "Bereinigung" der Gesellschaft! Das beliebteste Ziel ist es vor allem, wenn die "Kinderschänder" dann auch noch "Einwohner nicht deutscher Herkunft" sind, das ideale Feindbild eben. Dabei wird nicht nur Hass gegen Ausländer geschürt, sondern auch noch bewußt gelogen: Nach der PKS (Polizeiliche Kriminalstatistik) haben Ausländer bei Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung (Mißbrauch/ Vergewaltigung etc) gerade mal einen Anteil zwischen 0.2 und 0.3%. Der absolut überwiegende Teil der TäterInnen sind Deutsche!

Zum Schluß hierzu ein paar Fakten aus der Auswertung der PKS:

Wiederholter und über einen längeren Zeitraum anhaltender sexueller Missbrauch findet überwiegend zu:

  • 1% durch fremde Personen,
  • 34% durch Bekannte, FreundesKreis der Familie,
  • 75% innerhalb der Familie

statt.

Mehreren Studien über Täter sexuellen Mißbrauchs ergaben bei der Analyse des Verwandschaftsverhältnisses zwischen Täter und Opfer ein Bild, mit dem durch die Prägung in den Medien kaum jemand rechnet. So liegt der Anteil

  • des Geschwister-Inzests
  • gefolgt von Onkel-Inzest
  • deutlich über dem Vater-Inzest

Genauso wurde herausgefunden, dass die Dunkelziffer in den Tätergruppen

  • Mutter-Inzest gefolgt von
  • Vater-Inzest und wiederum gefolgt von
  • Geschwister-Inzest

jedoch am höchsten sind!

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von Micha, 06.06.2012 15:32 Uhr · Teilen · Kommentieren · Gefällt mir · 1 anderen gefällt das

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