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Warum die Kommunikation mit Betroffenen schwierig sein kann

Hilfe, ich bin betroffen von Betroffenen

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Wer kennt nicht die superflachen Sprüche wie "Ein Mann, ein Wort - Eine Frau, ein Wörterbuch" oder hat nicht schon einmal davon gehört, wie unterschiedliche Bedeutungen ein und derselbe Satz bei Mann und Frau haben kann? Schon hier zeigen sich oft schwerwiegende Kommunikationsprobleme. Und jetzt stellt man sich nur mal vor, wenn Mann oder Frau oder beide Betroffene von psychischen, seelischen oder sexuellem Missbrauch sind...

Sprachprobleme

"Nun hab Dich mal nicht so!" - Wie oft hat das nicht schon jemand zu einem anderen gesagt? Ein bisschen provokant soll es das Gegenüber nur daran erinnern, dass manches nicht so ernst gemeint oder schlimm sei, wie es im ersten Moment aussieht. Ein bisschen signalisiert es auch den Willen, ein Streitgespräch beilegen zu wollen. Doch was ist, wenn das Gegenüber  darauf anspringt wie ein HB-Männchen?

Betroffene reagieren unter Umständen geradezu allergisch auf eine solche Floskel und das hat ganz einfache Ursachen: Viele haben unentwegt versucht, auf ihre Situation aufmerksam zu machen und wurden nicht ernst (genug) genommen. Man stelle sich nur vor, wenn durchaus traumatische Erlebnisse abgetan werden mit "Hab' Dich nicht so!" oder "Das bildest Du Dir doch nur ein!"...

Solche Begebenheiten prägen möglicherweise einen Betroffenen für das ganze Leben. Dabei sind Betroffene erschwerend selbst sehr feinfühlig in der Wortwahl und drücken sich gerne unmissverständlich aus, aber eben nur ganz fragil. Wenn es da dann heißt "Ich habe Kopfschmerzen" heißt das nunmal nicht, dass der- bzw. diejenige keine Lust auf Sex, sondern Kopfschmerzen hat!

Falsche Zurückhaltung

Oh, es ist bekannt, dass das Gegenüber ein/e Betroffene/r ist und ich versuche, mich eindeutig und einfühlsam zu äussern? So paradox es klingen mag, aber das kann ein Schuss nach hinten werden! Nehmen wir doch mal folgendes Beispiel:

Silvesterparty ist angesagt, zwei Freundinnen machen sich schick und gehen gemeinsam hin, um das vergangene Jahr mal so richtig in den Hintern zu treten und das neue Jahr mit großer Hoffnung auf Besserung zu beginnen. Eine der Freundinnen ist als Kind missbraucht worden und die andere weiß davon. Eben diese Betroffene (und hier wird auch bewusst nicht von "Opfer" gesprochen, denn sie hat immer viel Wert darauf gelegt, ein ganz normales Leben führen zu können!) zückt ein ziemlich gewagtes Kleid aus dem Schrank und will die Meinung ihrer Freundin dazu wissen. "Was meinst Du, bin ich damit der Hingucker des Abends oder ist es too much?" - "Ähm, hmm..." - "Was ähm? Sag schon!" - "Naja, meinst Du nicht, dass das für Dich zu sexy ist?"

Das dürfte wohl so ziemlich der schlimmste Abturner sein, der die Laune auf die Party verderben kann. Wieso kann etwas "zu sexy" für die hübsche Frau sein? Oder soll das nichts anderes heißen als "Du wurdest doch als Kind missbraucht, wie kannst Du dann noch Spaß am Leben und möglicherweise gar auf Sex haben? Aber die Freundin ist ja schlau und antwortet ihrer Erfahrung gemäß so: "Ähm, hmm..." - "Was ähm? Sag schon!" - "Naja, das Kleid ist schön."

Mein Gott, eigentlich sollte das Kleid schon längst ausgemustert werden und die Freundin findet das "schön"? Nee nee, warum nicht so: "Ähm, hmm..." - "Was ähm? Sag schon!" - "Naja, wenn wir heute einen richtig drauf machen wollen, dann nimm doch jetzt mal den neuen Mini, der ist ja schließlich nicht als Mottenfutter gedacht!"

Das ist es! Betroffene sind keine Menschen, die wie rohe Eier behandelt werden wollen! Sie möchten normal leben, aber sind ab einen gewissen Punkt sogar erheblich offener und direkter als andere, aber was sie auf keinen Fall mögen ist ein Rumgeeiere oder gar ein Verhalten, das täuschen oder manipulieren will. Wenn eine ehrliche Meinung gefragt wird, dann soll auch eine ehrliche Antwort gegeben werden! Nur so kann Vertrauen entstehen und daraus beziehen Betroffene auch ihr dringend nötiges Selbstvertrauen.

Was ist denn mit dem los?

Was für betroffene Mädchen und Frauen gilt, ist bei betroffenen Männern auch nicht anders. Sie reagieren meist genauso sensibel, verharren manchmal in einer Beobachterrolle, können unscheinbar im Raum sein, als wären sie garnicht da. Doch von einem Moment zum anderen sind sie wie ausgewechselt: Stellen sich in den Mittelpunkt, kritisieren was das Zeug hält oder verhalten sich wie ein ungehobelter Eisklotz. Ein Widerspruch? Nein!

Sowohl das Eine wie das Andere können sich abwechselnde Erziehungs- und Verhaltensmuster sein. Besonders betroffene Männer stehen oft ihr Leben lang unter einem besonderen Druck, da sie zwischen Indianer und Memme schweben und daher wohl nur eher selten über ihre bewegte Vergangenheit reden - das ist eben nicht männlich...

Manchmal brauchen besonders betroffene Männer "Verbündete", damit sie eine Chance haben, einen inneren Frieden zu schließen. Diesen finden sie kaum, aber das macht sie nicht unberechenbarer als andere Männer. Sie haben eben nur eine eigenartige Persönlichkeit, die manche vielleicht stark an ein Kind erinnert. Unwirsch, trotzig, unstetig, aber weinen können sie nur für sich allein...

Die beste Basis: (für) voll nehmen!

Eigentlich ist es ganz leicht, mit Betroffenen zurecht zu kommen. Man muss sie nur für voll nehmen und voll nehmen! Sie haben aus Selbstschutz eigentlich nur gelernt, dass eine dicke Mauer um ihre Empfindungen sie schützen kann, aber unzählige Antennen luken aus den Steinen hervor. Sobald sie einem Menschen begegnen, der ihnen einen natürlichen Respekt zubilligt und sie Ernst nimmt, stehen die Antennen schon auf Empfang für Vertrauen. Gesellt sich noch ein wenig Rücksicht hinzu, dann sind Betroffene schon fast genauso umgänglich wie jeder andere Mensch auch. Aber genauso kann ein falsches Wort die Mauer undurchdringlich werden lassen.

Im Grunde sind das doch genau die Dinge, mit denen man immer seinem Umfeld begegnen sollte, nur leider ist das in unserer Ellenbogengesellschaft keine Selbstverständlichkeit mehr. Umso mehr sollte jeder mal in sich kehren und schauen, was man selbst dazu beigetragen hat, wenn sein Gegenüber sich "ungewöhnlich" verhält. Es muss nicht einmal jemand Betroffenes sein...

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von Micha, 09.08.2013 20:24 Uhr · Teilen · Kommentieren · Gefällt mir · 2 anderen gefällt das

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