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Schützen, wenn es zu spät ist

Was ist denn Opferschutz?

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Was ist denn Opferschutz?

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Machen wir uns doch nichts vor: Opferschutz? Opferhilfe? Kinderschutz? Ist alles dasselbe? Natürlich nicht! Und auch der Begriff Täterschutz macht immer mehr die Runde.

Kinderschutz

Dieser Begriff ist noch am leichtesten zu verstehen: Kinderschutz = Kinder schützen. Vor Gefahren, vor schlimmen Erfahrungen, behüten und fördern. Rechte stärken, Selbstbewusstsein stärken, den Kindern eine Lobby geben, um in der Gesellschaft nicht unter zu gehen. Wikipedia definiert den Begriff so:

Kinderschutz ist ein Sammelbegriff für rechtliche Regelungen sowie für Maßnahmen von staatlichen und nicht-staatlichen Institutionen, die dem Schutz von Kindern vor Schäden und Beeinträchtigungen dienen sollen, wie

  • altersunangemessene Behandlung,
  • Übergriffe und Ausbeutung,
  • Verwahrlosung,
  • Krankheit und
  • Armut.

Als weitere Themen werden angeführt:

Schutz von Embryonen, Föten und Neugeborenen
Schutz vor Verkehrsgefahren
Schutz vor Krankheiten und Misshandlungen
Schutz vor „Verschwinden“ und Suizid
Schutz vor Ausbeutung durch Kinderarbeit
Schutz vor den Folgen von Armut und Unterentwicklung
Schutz vor Kindesmisshandlung
Schutz vor sexuellem Missbrauch
  durch Prävention
  durch Schutz vor Missbrauch mit dem Missbrauch
Kinderschutz bei Internetnutzung und Fernsehen

Opferhilfe

Der Begriff Opferhilfe kann in Bezug auf sexuellen, seelischen und körperlichen Missbrauch durchaus ein Bestandteil des Kinderschutzes sein, setzt dann aber explizit voraus, dass das Kind bereits Opfer einer Misshandlung oder eines Missbrauchs wurde. Aus Sicht des Kinderschutzes ist es hier also der Punkt, an dem der Kinderschutz versagt hat.

Leider verfügt Wikipedia dazu über keinen Eintrag! Der aber wohl bekannteste Verein zu dem Thema dürfte der "Weisse Ring" sein. Zu ihren Aufgaben gehören u.a..:

  • Menschlichen Beistand und persönliche Betreuung nach der Straftat
  • Begleitung zu Terminen bei Polizei, Staatsanwaltschaft und Gericht
  • Hilfestellungen im Umgang mit den Behörden
  • Vermittlung von Hilfen anderer Stellen
  • Hilfeschecks für eine für das Opfer jeweils kostenlose Erstberatung frei wählbare anwaltliche und eine psychotraumatologische Erstberatung sowie für eine rechtsmedizinische Untersuchung
  • Übernahme von Anwaltskosten, insbesondere zur Wahrung von Opferschutzrechten im Strafverfahren (Opferanwalt) und zur Durchsetzung von Ansprüchen nach dem Opferentschädigungsgesetz (OEG)
  • Erholungsmaßnahmen für Opfer und ihre Familien in bestimmten Fällen
  • Finanzielle Unterstützung zur Überbrückung tatbedingter Notlagen

Opferschutz

Auch zu diesem Begriff gibt es keinen Eintrag bei Wikipedia. Der Summe aller Suchergebnisse kann aber entnommen werden, dass hierrunter vor allem

  • Hilfen für die Opfer im Strafprozess
  • Schutz des Opfers vor einen verurteilten Täter
  • Schutz des Opfers vor sich selbst
  • Zeugenschutzprogramme für "Kronzeugen"

gemeint sind.

Täterschutz

Hier gibt es auch keinen entsprechenden Eintrag in Wikipedia. (Anekdote am Rande: "meinten Sie vielleicht Tierschutz?"). Den Begriff gibt es auch im Strafrecht nicht. Im Strafrecht und in der Gesellschaft ist aber damit der Punkt gemeint, dass für einen Beschuldigten bis zu seiner Verurteilung die Unschuldsvermutung gilt und dieser das Recht auf eine angemessene Verteidigung hat. Ansonsten ist der Begriff aber eine willkürliche Erfindung aus der Situation heraus, dass einem Straftäter immer gewisse Rechte eingeräumt werden müssen, die der Täter selbst dem Opfer genommen hat.

Paradoxum: Mit imaginären Begriffen die Todesstrafe fordern

Paradoxum: Mit imaginären Begriffen die Todesstrafe fordern

Im Klartext fordert hier also jemand die Todesstrafe mit dem Argument, dass damit die Rechte eines Opfers im Strafprozess gegen die Rechte eines vermeintlichen (nicht verurteilten) Täters gegenüber höher zu bewerten sind - In seiner letzten Konsequenz also ein Beschuldigter ohne Prozess bzw. dessen Verurteilung abzuwarten zu ermorden ist!

Aber selbst wenn die Forderung nicht einmal so wörtlich zu nehmen sei (was bei den Folgen einer solchen Forderung schon sehr schwerwiegend ist), so stellt sich aber letztlich immer die Frage: Wem ist damit geholfen?

Dem Opfer sicherlich ist nicht damit geholfen! Bei Kindsmord ist das Opfer leider tot. Da dieselbe Forderung aber auch ständig im Zusammenhang mit sexuellen Missbrauch genannt wird, fallen noch andere Aspekte darunter:

  • Einem Kind, das sexuell missbraucht wurde, ist mit der Ermordung des (vermeintlichen) Täters absolut nicht geholfen
  • Der größte Teil der Täter beim sexuellen Missbrauch sind die eigenen Geschwister! Eher bekannt sind dann Väter Großväter und Onkel, aber auch Mütter und Tanten. Ein Kind würde eher den weiteren Missbrauch ertragen wollen als für den Tod eines Angehörigen verantwortlich zu sein, also schweigen!
  • Der weiterhin große Teil der (vermeintlichen) Täter kommt aus dem nächsten Umfeld des Kindes - Freunde der Familie, Lehrer, Betreuer, Priester etc. Oft führt hier schon die emotionale Bindung zum Täter zu einem Schweigen und wird durch die angedrohte Todesstrafe weiter verstärkt.
  • Weniger als 10% aller Täter stehen in keiner Beziehung zum Kind. Diese Kinder laufen aber durch eine Todesstrafe für sexuellen Missbrauch einer hohen Gefahr eines Vertuschungsmordes! Was hat der Täter schon schlimmeres zu befürchten? Mit dem Mord aber erhöhen sich seine Chancen, unentdeckt zu bleiben.

Missbrauch mit dem Missbrauch

Spätestens mit den social-networks und dessen Unterwanderung durch rechtsextreme Gruppen und Parteien hat der "Missbrauch mit dem Missbrauch" eine ganz neue Dimension angenommen. Tausende Menschen werden mit Parolen, die mit genau diesen Begriffen buhlen, auf die rechtsextreme Schiene geführt. Ziel solcher Propaganda ist dabei als allerletztes ein funktionierender Kinderschutz. Im Gegenteil: Sie indoktrinieren die Gesellschaft an der Stelle, wo der funktionierende Kinderschutz eine Sensibilisierung der Gesellschaft erreicht hat und machen dessen Anstrengungen zunichte. Das schlimmste daran ist, dass ausgerechnet die Betroffenen sexuellen Missbrauchs erneut wieder zu Opfern gemacht werden und keine Stellung gegenüber den rechtsextremen Gruppen nehmen dürfen, weil deren Kritik an diesen Machenschaften relativ umgehend durch Löschung und Zensur unterrückt wird. Konkret heisst das: Täter jagen und dafür die Opfer zum Schweigen bringen!

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von Micha, 17.10.2012 02:15 Uhr · Teilen · Kommentieren · Gefällt mir · 1 anderen gefällt das

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