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Regenbogenwald-Blog


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Schlagwort: Miteinander


note von: MitSprache-Kongress 2018


Das Gute ist: Du bist nicht allein mit deinen Erfahrungen sexualisierter Gewalt.
Das Schlechte ist: Du bist nicht allein mit deinen Erfahrungen sexualisierter Gewalt.
Wann immer wir Kongresse und Tagungen zum Thema besuchen, kommt uns das in den Sinn. So auch in diesem Jahr beim MitSprache-Kongress in Berlin. 250 Teilnehmer_innen, darunter einige aus dem Aus- und Umland kamen zusammen, um in Diskussionspanels und Workshops und auch noch in den Pausen, miteinander über ihre Erfahrungen mit und nach der Gewalt zu sprechen, aber auch um politische Forderungen zu formulieren.
Wie muss man sich das vorstellen. Stehen wir da und erzählen uns wie schlimm der eine oder die vielen Übergriffe waren und einigen uns darauf, dass das bestraft gehört?
Manche Menschen, denen wir von dem Kongress erzählt haben, denken sich das so.
Dass wir konkret oder indirekt davon betroffenen Menschen doch eigentlich genau nur so auf einander treffen können. Und, dass es doch nur das Thema geben kann. Rachewünsche, Strafverhandlung, Gerechtigkeit und Genugtuung für den eigenen individuellen Fall.
Genau, weil es diese Haltung bei so vielen – selbst jenen, die eigentlich sehr offe...

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Tags: Betroffenenrat · Freiheitspraxis · Lauf der Dinge · Miteinander · MitSprache Kongress 2018 · Momente mit Glitzer drin · politische Forderungen · sexualisierte Gewalt · Solidarität · UBSKM · Viele-sein

von EinBlogVonVielen, 16. September 2018 um 11:47 Uhr · Gefällt mir · sei der Erste, dem das gefällt!



über reine Nervensachen, Traumastille und gedrückt werden


“Alles Nervensache”, denke ich und schiebe uns durch den Verkehr.
Ich habe Schmerzen und das, was Alltags ist, strömt zäh_flüssig mit mir wie einem Korken draufdrin dem Tick-Tack nach.
Später zu Hause eingeklemmt zwischen Schrank und Wand denke ich: “Ja, alles Nervensache” und erinnere mich an die eine Gruppentherapie vor was weiß ich nicht wie vielen Jahren. Wo eine Person versucht hatte zu erklären, wie sehr es weh tun kann, depressiv zu sein und die Therapeutin fragte, was genau denn da weh tun würde.
Das ist mein Schmerz im Alltag, denk ich. Das ist der gleiche Schmerz, wie der, der mich quält, wenn ich so runter bin – weil der Zug rumpelt, Leute reden, atmen, Kleidung bewegen, Zeitungen, Handtaschen oder Rucksäcke durchkruscheln, weil sich alles bewegt, Aufmerksamkeit, Reaktion und Einordnung verlangt. Wenn einfach nur die Welt passiert und der Platz dafür in sich drin, nicht mehr gepolstert ist.
Nachdem wir in Biologie etwas über Zellkerne gelernt hatten, hab ich sie mir dann manchmal in das Wortbild vom “Laufen auf dem Zahnfleisch” eingebaut und mir gedacht, dass es vielleicht deshalb wehtut, weil die Zellkerne wie Legosteine da liegen und es dann natür...

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Tags: Asperger-Syndrom · Autismus · Autismus und DIS · Depersonalisation · DIS? · dissoziative Identitätsstörung · dissoziative Identitätsstruktur · Innenansichten · Lebensrealität · Miteinander · multiple Persönlichkeit · positive Ressourcen · Schmerz · Schmerzgedächtnis · Selbstfürsorge · Therapie · Tiefendruck · Trauma · Traumafolgen · Viele-sein

von EinBlogVonVielen, 24. August 2018 um 18:16 Uhr · Gefällt mir · sei der Erste, dem das gefällt!



der Triebwagenführer, das große Bild und unser Regal


Wir saßen in einem überhitzten Abteil auf dem Weg vom Praktikumsort nach Hause, als der Triebwagenführer vorbei kam. Die Klimaanlagen sind ausgefallen, lasst die Fenster zu, Kinderwagen werden an die dafür vorgesehenen Plätze gestellt, Füße vom Sitz. Sein sächsischer Dialekt richtete mir den Rücken auf.
Wir sind 32 Jahre alt. Die DDR haben wir nie bewusst erlebt. Aber ihre Hinterbliebenen. Und das sind oft Menschen wie dieser Triebwagenführer gewesen. Allzeit bereit.
Mit ihnen geht es mir wie mit Leuten aus Brandenburg und Berlin: Ich weiß nie, ob sie mich gerade anscheißen oder herzlich anknuffen. Vorschriften sind ein Muss, menschliche Gesten daneben aber auch.
So kam es, dass wir alles über die Klimaanlage erfuhren, dass es Zugbegleiter gab und dass er sich darum kümmerte, es so erträglich wie möglich für alle zu machen.
Am nächsten größeren Bahnhof gab es eine Zugwechselaktion. Dort war nur noch ein Abteil überhitzt, eine Notfallflasche kaltes Waser wurde besorgt. Für Fahrgäste, die es brauchen. Das erzählte der Triebwagenführer nachdem er allen Fahrgäst_innen und seinen Zugbegleitern für ihre Zusammenarbeit bei der Aktion gedankt hatte und erneut sagte, da...

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Tags: Asperger-Syndrom · Autismus und DIS · Die Helfer_Innen und die Hilfe · DIS? · Dissoziation als Schutz · dissoziative Identitätsstörung · dissoziative Identitätsstruktur · Innenansichten · Lauf der Dinge · Miteinander · Reorientierung · Traumafolgen · Vermeidung

von EinBlogVonVielen, 05. Juli 2018 um 11:45 Uhr · Gefällt mir · sei der Erste, dem das gefällt!



der Nichtschweigeskill


Wir gehen gerade mit einer Situation um, in der eine Person etwas über eine andere Person behauptet und sich das weiterträgt. Gossip, Klatsch, Rufschädigung, Gerüchtestreuung. Sowas in etwa.
Wir haben nicht oft mit solchen Dingen zu tun, denn die meisten Leute, die uns so etwas antragen, tun das in der Regel nur ein Mal. Mit uns macht sowas einfach keinen Spaß, denn wir reden mit möglichst mit allen Leuten gleich, sind froh, wenn wir nicht vor den Einen dieses und vor den Anderen jenes sagen müssen, um mit ihnen Zeit verbringen zu dürfen. Wir haben keine Kraft dafür, denn es kostet uns schon Kraft uns zusammenzuhalten. Mitzukriegen, wer von uns mit wem was wie laufen hat – das können wir im Außen einfach nicht tragen. Vielleicht mal kurz, wenn eine Situation das erfordert, aber selbst dann brauchen wir Leute, denen wir sagen können, dass wir da grad was tragen, damit wir das schaffen.
Jedenfalls.
Diese Situation und das was sie macht, erinnert mich an Schweigegebote.
Schweigegebote haben für uns mit “mitmachen” zu tun. Gebote sind für uns Regeln, denen man zu folgen strebt.
“Sag nichts, dann passiert irgendetwas, wofür sich das lohnt/ passiert was Gutes/Wic...

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Tags: Alltagsgewalt · Asperger-Syndrom · Ausschluss · Autismus · Gerüchte · Gewalt · Kommunikation · Lauf der Dinge · Macht · Miteinander · positive Ressourcen · Schweigegebote · Schweigen · soziale Dissoziation

von EinBlogVonVielen, 24. April 2018 um 22:05 Uhr · Gefällt mir · sei der Erste, dem das gefällt!



Fundstücke #61


Als der Wecker klingelt, baut er sich selbst in mein ZwischendenZeiten ein.
Ich öffne die Stundenplan-App auf dem Handy. Die erste Stunde fällt aus, wir können noch eine Stunde schlafen.
Ich schlafe nicht, ich flashbackintrusioniere bis der Wecker ein zweites Mal klingelt. Jemand richtet uns auf. Trinkt Wasser. Wir loben es fürs Anziehen der Strickjacke. Rufen Ansporn und Versicherung von einer Zuschauertribüne jenseits von ihm. Oder ihr?
Als es aus dem Bett klettert, denke ich noch, dass wir es schaffen können. Kaffee, Beerenbrei, Dusche, Ranzen schnappen und los. Kurvendiskussion üben, den Lehrer um Hilfe bei der Photoshophausaufgabe bitten, Wirtschaft lernen, KeineAngstvorderWirtschaftslehrerinhaben trainieren.
Als ich im Bad stehe und mich nicht ausziehen kann, weiß ich, dass wir es nicht schaffen. Nicht jetzt. Wir sind heute nicht schnell genug. Nicht genug genug für Schulhier, Straßenbahnda oder MitdemFahrradunterwegs.
Das kann ich der Schulsekretärin nicht sagen. Der kann ich nur sagen: „Ich kann heute nicht kommen“ und hoffen, dass es nicht sehr schlimm ist. Denn noch mehr Dramen rund um die Schule packe ich einfach nicht mehr.
Jetzt sind ...

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Tags: Depersonalisation · DIS? · dissoziative Identitätsstörung · dissoziative Identitätsstruktur · Erinnern · Freiheitspraxis · Fundstücke · Innenansicht · Innenansichten · Lauf der Dinge · Lebensrealität · Miteinander · multiple Persönlichkeit · Selbstfürsorge · Traumafolgen · Viele-sein

von EinBlogVonVielen, 20. April 2018 um 18:33 Uhr · Gefällt mir · sei der Erste, dem das gefällt!



von Haien und Sardinen, Ausgrenzung und Selbstvertretung


“Euer Podcast gibt mir immer weniger.”, sagte uns eine Freundin am Samstag, kurz bevor wir den Film starteten, den wir uns ausgesucht hatten. Sie sagte, sie könne für sich immer weniger rausziehen, die Folgen seien zu lang und das Geplänkel zwischendurch wäre mal ganz nett, aber …
Hm ja, dachte ich. Feedback ist wichtig, wir legen uns das mal an die Seite.
Auf dem Weg nach Hause dachte ich darüber nach, was die Dinge, die wir tun, anderen Leuten überhaupt geben soll und ob wir beeinflussen können, was sie sich nehmen wollen und was nicht.
Am Sonntag bekamen wir Besuch für ein Projekt, in dem es ums Vielesein geht.
Wenn die Person da ist, sprechen wir über uns, wie wir uns wahrnehmen, wie was bei uns funktioniert und was es bedeutet, dass es so ist, wie es ist.
Am Abend stellten wir ein Modell fertig, das unsere “innere Landkarte” symbolisiert.
Eine Arbeit, die wir schon lange für die Therapie machen wollten, aber doch nie gemacht haben.
Zum Einen, weil wir Angst davor hatten, unerwartet mit Dingen konfrontiert zu werden, auf die wir nicht vorbereitet sind. Zum Anderen, weil es in uns nachwievor Unsicherheit darüber gibt, ob das überhaupt wic...

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Tags: anders · Asperger-Syndrom · Ausgrenzung · Autismus · Autismus und DIS · behindert sein - behindert werden · DIS? · dissoziative Identitätsstörung · dissoziative Identitätsstruktur · Inklusion · Innenansichten · Lauf der Dinge · Leben mit Behinderung · Lebensrealität · Miteinander · multiple Persönlichkeit · Reorientierung · Selbstvertretung · soziale Interaktion · Viele-sein

von EinBlogVonVielen, 11. Februar 2018 um 14:21 Uhr · Gefällt mir · sei der Erste, dem das gefällt!



… und raus bist du


Das Gefühl der Ausgrenzung kennen wohl alle Menschen. Das setze ich an den Anfang des Textes, um zu zeigen: Ich weiß das. Und um anzuzeigen, dass es entsprechend keinen Grund gibt, mir zu sagen, dass meine Gefühle und Gedanken allein deshalb schon nichts besonderes sind. Wie gesagt: Ich weiß das. Es ändert meine Gefühle und… Weiterlesen … und raus bist du

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Tags: Arbeitslosigkeit · Asperger-Syndrom · Ausbildung · Ausgrenzung · Autismus · behindert sein - behindert werden · Diversität · Freiheitspraxis · Inklusion · Klassismus · Kommunikation · Lauf der Dinge · Leben · Leben mit Behinderung · Lebensrealität · Miteinander · Schule · Zukunft

von EinBlogVonVielen, 21. Januar 2018 um 12:48 Uhr · Gefällt mir · sei der Erste, dem das gefällt!



… und raus bist du


Das Gefühl der Ausgrenzung kennen wohl alle Menschen. Das setze ich an den Anfang des Textes, um zu zeigen: Ich weiß das. Und um anzuzeigen, dass es entsprechend keinen Grund gibt, mir zu sagen, dass meine Gefühle und Gedanken allein deshalb schon nichts besonderes sind. Wie gesagt: Ich weiß das. Es ändert meine Gefühle und… Weiterlesen … und raus bist du

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Tags: Arbeitslosigkeit · Asperger-Syndrom · Ausbildung · Ausgrenzung · Autismus · behindert sein - behindert werden · Diversität · Freiheitspraxis · Inklusion · Klassismus · Kommunikation · Lauf der Dinge · Leben · Leben mit Behinderung · Lebensrealität · Miteinander · Schule · Zukunft

von EinBlogVonVielen, 21. Januar 2018 um 12:48 Uhr · Gefällt mir · sei der Erste, dem das gefällt!



anders. und weiter nichts.


“Wir haben abends noch lange über deinen Text diskutiert.”, erzählt sie mir. “Darüber was wir in der Situation mit der Nachbarin gemacht hätten und so.”. Wir geraten in ein Gespräch über Normen und Angst vor dem Fremden. Ich klemme mich zwischen die Feuerlöwin und sie, versuche die körperlose Verwunderung in meinen Händen nicht fallen zu… Weiterlesen anders. und weiter nichts.

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Tags: Autismus · Autismus und DIS · Depersonalisation · DIS? · dissoziative Identitätsstörung · dissoziative Identitätsstruktur · Innenansicht · Innenansichten · Kommunikation · Lauf der Dinge · Miteinander · multiple Persönlichkeit · soziale Interaktion · Viele-sein

von EinBlogVonVielen, 02. Januar 2018 um 22:49 Uhr · Gefällt mir · sei der Erste, dem das gefällt!



anders. und weiter nichts.


“Wir haben abends noch lange über deinen Text diskutiert.”, erzählt sie mir. “Darüber was wir in der Situation mit der Nachbarin gemacht hätten und so.”. Wir geraten in ein Gespräch über Normen und Angst vor dem Fremden. Ich klemme mich zwischen die Feuerlöwin und sie, versuche die körperlose Verwunderung in meinen Händen nicht fallen zu… Weiterlesen anders. und weiter nichts.

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