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Regenbogenwald-Blog


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Schlagwort: Lauf der Dinge


gelb, weiß, lila, schwarz / lila, weiß, grün








Vor einiger Zeit erhielt ich immer wieder Emails, in denen wir als “Herr Rosenblatt” angeschrieben wurden.
Es ging um eines dieser unsinnigen Marketing/Verkaufs… irgendwas mit kapitalistischer Verwertungslogik-Dinger. Kennen wir. Machen wir nicht. Ignorieren wir.
Aber das “Herr Rosenblatt” saß.
Nicht nur, weil es mal wieder eine Anfrage an uns als Blogger_in ist, der so offensichtlich anzusehen ist, dass man sich absolut gar nicht damit befasst hat, was das hier ist, sondern, weil man obendrein nicht eine Sekunde überlegt hat, was für eine Person diese Inhalte produziert hat.  Sowas nervt.
Und schmerzt.
Misgendering ist, neben unausweichlicher Reizkakophonie und der ständigen Konfrontation mit dem, was unsere Traumatisierungen ausmacht, der tägliche Schmerz mit dem wir umgehen. Die Welt um uns herum ist entlang von Männern und Frauen strukturiert, die sich selbst übereinstimmend mit dieser Einordnung empfinden (also cis sind) und wir werden dort mit hineingequetscht, ganz egal, wie wir das finden, ob wir passen oder nicht. Und völlig gleich, wie wir selbst uns sehen. Denn jemand, die_r so empfindet, gibt es schlicht ni...

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Kategorie: Ein Blog von Vielen
Tags: Diskriminierung · Gender · Geschlechtidentität · Gewalt · Lauf der Dinge · nonbinary · queer · Therapiefortschritte

von EinBlogVonVielen, 14. August 2018 um 13:38 Uhr · Gefällt mir · sei der Erste, dem das gefällt!



Sternschnuppenwünsche


„Schlafen“, denke ich und schaue dem kleinen Flitz am Nachthimmel nach. „Schlafen.“ Nächster Flitz.
Irgendwann höre ich auf, mir Schlaf zu wünschen und setze mich an den Schreibtisch.
Wieso das alles schon wieder so zäh ist, möcht ich mal wissen. Was um alles in der Welt ist denn jetzt schon wieder nicht richtig, irgendwie kaputt, schief gerutscht, angetickt?
Wir schlafen schlecht ein, sind früh wach, aber nicht ausgeschlafen. Manchmal fühle ich mich, als hätten wir die meiste Zeit irgendwie doch mehr der Dunkelheit ins offene Maul geglotzt, als wirklich geschlafen.
Gut, da war der Geburtstag, da ist das Praktikum, da ist J. und das ganze ungewohnte Gute an ihm, da sind die Projekte, die wir jetzt irgendwie halbwegs stabil anfangen, damit wir sie übers nächste Schuljahr locker fertigstellen können. Das ist alles nicht wenig, aber außer dem Umstand, dass wir noch ein Monsterschuljahr vor uns haben und gleichzeitig gerade denken, dass wir am Ende doch eigentlich so gar nichts davon haben, belastet uns nichts.
Ich klemme mich wieder aus dem Klofenster, um den Perseiden nachzuschauen.
„Schlafen“, denke ich. Diesmal ist da kein Flitz am Himmel, aber e...

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Kategorie: Ein Blog von Vielen
Tags: Depersonalisation · DIS? · dissoziative Identitätsstörung · dissoziative Identitätsstruktur · Fundstücke · Innenansicht · Lauf der Dinge · Lebensrealität · multiple Persönlichkeit · Traumafolgen · Viele-sein

von EinBlogVonVielen, 13. August 2018 um 13:52 Uhr · Gefällt mir · sei der Erste, dem das gefällt!



das zweite „längstmöglicher Umweg nach Hause“-Abenteuer


Und dann standen wir da, in der Stille von Vechtas Bahnhof.
20 Personen, über die Hälfte mit Problemen Deutsch zu verstehen, ein Kind unter 6, eins unter 2, ich und NakNak*, die, obwohl sie zuletzt vor 6 Stunden die Möglichkeit hatte etwas für ihre Blase zu tun, dann doch nicht in die Rabatten vorm Bahnhof machen wollte.
Der Zugführer hatte uns keine 5 Minuten vorher ohne jede Begründung auf der Fahrt nach Bremen Hauptbahnhof hier abgesetzt mit den Worten „Bus kommt“.
Während wir also dort standen und einander mit Händen und Füßen erklärten, dass man auch nicht wisse was los sei und wann wir in Bremen ankämen, kroch mein Schmerzempfinden aus dem diffusen Gekrizzel hinter meinen Augen.
8 Stunden außerplanmäßiges Zugfahren begannen sich nun endlich spürbar zu machen. Nachdem wir in der letzten Nacht etwa 3 Stunden geschlafen, am Tag eine Art Vortrag im Verlag gehalten und einen Facharzttermin abgesagt hatten, k_ein Wunder.
Immer wieder schauten wir bei Twitter rein, ob sich eine Mitfahrgelegenheit ergeben hatte, ob irgendwer irgendwas für uns übrig hatte und sei es Mitleid dafür, so überraschend von dem Unwetter betroffen zu sein. Eh – Twitter – In den l...

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Tags: Asperger-Syndrom · Autismus · DIS? · dissoziative Identitätsstörung · dissoziative Identitätsstruktur · Lauf der Dinge · Leben · Traumafolgen · Viele-sein

von EinBlogVonVielen, 10. August 2018 um 13:28 Uhr · Gefällt mir · sei der Erste, dem das gefällt!



der Mond ist aufgegangen


Damals hatte ich gedacht, ich hätte mir das Wort “Blutmond” ausgedacht.
Für mich ging es damals viel um Blut, Tod, Verderben, Schluss Aus Ende. Ein blutverschmierter Mond in der Nacht von Gründonnerstag auf Karfreitag, der Nacht in der ich sterben würde, das erschien mir so passend, dass ich es als schicksalhaftes Zeichen verstand. Wann kommen denn die Dinge schon mal so zueinander?
Ich saß im Hafen, drückte unzählige Tabletten aus den Blistern, schaute den Mond an und dachte dann darüber nach, wo ich es am Besten tue.
Dann fasert meine Erinnerung auf.
Aus einem Suizid unterm Blutmond wurde ein Abend voller Schmerz, Gewalt und Not an der Stille, die man nur auf Intensivstationen spürt.
Jahre später las ich im Kontext von Menstruation vom Blutmond.
Und in dieser Woche von der längsten Mondfinsternis in diesem Jahrhundert.
Der Mond würde sehr lange rot – blutrot – zu sehen sein und für die meisten Menschen, die jetzt leben, würde genau dies ein einmaliges Erlebnis werden.
Als wir am Abend dann unsere Kamera einpackten und darüber nachdachten, wie wir den Mond gut fotografieren könnten, fragte ich mich, ob ich jetzt froh darum bin, es dama...

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Tags: Blutmond · Lauf der Dinge · Leben · Momente mit Glitzer drin · Mondfinsternis · Suizid

von EinBlogVonVielen, 28. Juli 2018 um 11:31 Uhr · Gefällt mir · 1 anderen gefällt das



Fundstücke #64


Es ist die dritte Woche unseres Praktikums und das erste weinschreiende Kleinkind, das mit uns im Zug fährt.
NakNak* und ich sitzen in Sichtweite, doch nicht direkt in der Szene. Dafür bin ich dankbar, denn mit dem Hund an der Seite ist der Kontakt zu fremden Menschen allgemein und Kindern im Besonderen zwar leichter möglich, aber nicht immer auch stressfreier.
Das Kind windet sich in der Karre, will aussteigen, will selber essen, will selbst den Trinkbecher halten, drückt und drückt sich gegen die Gurte, die es in der Karre halten.
Das Elter sagt Dinge, die nicht an das Kind, sondern die Umsitzenden im Mehrzweckabteil gerichtet sind. Macht mich wütend als es irgendwas mit „Fesselspielen“ sagt und uneindeutig lächelnd in die Runde guckt.
Die Runde drumrum sagt nichts. Später kommt eine ältere Person, die versucht das Kind, das inzwischen in einem Frustschreikreisel rotiert, abzulenken.
Dass wir uns selbst in irgendetwas eingekreiselt haben, merke ich erst, als Elter und Kind aussteigen. NakNak* schleckt unseren Unterarm an, drückt sich gegen unsere Brust. Wir schauen auf die gelbgrünen Wiesen und Felder draußen und lassen unsere Anspannung wie Steinschlag...

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Tags: Framing · Kinder · Lauf der Dinge · sexualisierte Gewalt · Sexualisierung

von EinBlogVonVielen, 20. Juli 2018 um 12:05 Uhr · Gefällt mir · sei der Erste, dem das gefällt!



Liebe, Hass und Eigenverantwortung


“Ich hasse Autisten”, schreibt Julia Booa unter ein YouTube-Video, in dem es um die Therapie eines Kindes geht.
”Dieser Kanal hat keine Inhalte”, steht in ihrem YouTube-Profil.
Hass im Netz ist im Moment ein großes Thema in meiner Netzumgebung und ich merke: Nur die wenigsten setzen sich damit auseinander, was Hass ist.
Ist Hass eine Tat? Wenn ich mir die Texte und Talks der letzten Monate (Jahre) ansehe, dann ist ein jeder Kommentar auf einen Tweet, ein Video, ein Foto, das man ins Netz gestellt hat, um etwas mit.zu.teilen, der nichts weiter tun soll, als weh zu tun, zu verunsichern, zu entmachten, der pure Hass.
Genauso schlimm wie Unterkünfte für Geflüchtete anzünden, Steine schmeißen oder den Kopf eines Schweins an eine Moschee oder Synagoge nageln.
Da ist sie. Die Schlimmskala unserer Gesellschaft.
Was am krassesten weh tut ist Hass und Gewalt. Wem was warum weh tut, spielt eine untergeordnete Rolle. Was zählt ist der Schaden und worin der Schaden liegt, das bestimmen jene, denen die Macht zur Bestimmung und Wertung verliehen ist. Autoritäten also. Nicht die zu Opfern gewordenen. Nicht die Verletzten.
Ich folge einigen Transpersonen auf Twitter.

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Tags: Asperger-Syndrom · Autismus und DIS · Hass · Hass im Netz · Kritik · Lauf der Dinge · Liebe · Viele-sein

von EinBlogVonVielen, 10. Juli 2018 um 21:46 Uhr · Gefällt mir · sei der Erste, dem das gefällt!



ein Igel, ein Hund, ein Tag im Sommer


Vielleicht ist es nur die Geschichte von einem Igel, der an einem Tag gleich zwei Mal vom gleichen Hund gefressen zu werden versucht wurde. Vielleicht ist es aber auch die Geschichte von einem Tag, dessen Besonderheit es war gleichzeitig weichweit und festdicht zu sein.
So ist es uns, wenn es Sommer ist und die Grenze zwischen uns und der Welt der kleine Lichthof ist, den die Sonnenstrahlen um unsere salzige Haut wirft. Da ist ein bisschen Wind und ein Flüstern in den Bäumen. Da fliegen Insekten und die Wiese riecht nach würzigem Heu.
Im Sommer sind alle da. Pflanzen, Tiere, Menschen, die vier Elemente.
Es ist, als müsste man niemanden mehr suchen. Es gibt kein Vermissen, wie im Winter. Keinen Abschied, den man sich so lang wie möglich wünscht, wie im Herbst. Auch das große Hallo, das man in der Brust klein dämpft, damit es die ersten zarten Blumen und Blätter nicht versehrt, bleibt aus.
Wir sind einfach da und passen fast nahtlos in die Welt hinein.
Dieses Gefühl entspannt uns. Macht uns weichweit wie die Mittagshitze, die man spürt, wenn man unter einem Baum auf einer Decke liegt und jemanden neben sich hat, die_r weder stört noch schmerzt.
So wie w...

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Tags: Lauf der Dinge · Leben · Natur · Sommer · Vielesein

von EinBlogVonVielen, 08. Juli 2018 um 11:14 Uhr · Gefällt mir · sei der Erste, dem das gefällt!



der Triebwagenführer, das große Bild und unser Regal


Wir saßen in einem überhitzten Abteil auf dem Weg vom Praktikumsort nach Hause, als der Triebwagenführer vorbei kam. Die Klimaanlagen sind ausgefallen, lasst die Fenster zu, Kinderwagen werden an die dafür vorgesehenen Plätze gestellt, Füße vom Sitz. Sein sächsischer Dialekt richtete mir den Rücken auf.
Wir sind 32 Jahre alt. Die DDR haben wir nie bewusst erlebt. Aber ihre Hinterbliebenen. Und das sind oft Menschen wie dieser Triebwagenführer gewesen. Allzeit bereit.
Mit ihnen geht es mir wie mit Leuten aus Brandenburg und Berlin: Ich weiß nie, ob sie mich gerade anscheißen oder herzlich anknuffen. Vorschriften sind ein Muss, menschliche Gesten daneben aber auch.
So kam es, dass wir alles über die Klimaanlage erfuhren, dass es Zugbegleiter gab und dass er sich darum kümmerte, es so erträglich wie möglich für alle zu machen.
Am nächsten größeren Bahnhof gab es eine Zugwechselaktion. Dort war nur noch ein Abteil überhitzt, eine Notfallflasche kaltes Waser wurde besorgt. Für Fahrgäste, die es brauchen. Das erzählte der Triebwagenführer nachdem er allen Fahrgäst_innen und seinen Zugbegleitern für ihre Zusammenarbeit bei der Aktion gedankt hatte und erneut sagte, da...

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Tags: Asperger-Syndrom · Autismus und DIS · Die Helfer_Innen und die Hilfe · DIS? · Dissoziation als Schutz · dissoziative Identitätsstörung · dissoziative Identitätsstruktur · Innenansichten · Lauf der Dinge · Miteinander · Reorientierung · Traumafolgen · Vermeidung

von EinBlogVonVielen, 05. Juli 2018 um 11:45 Uhr · Gefällt mir · sei der Erste, dem das gefällt!



Notiz: technischer Hintergrund


Diesmal sprechen wir direkt euch an. Unsere Leser_innen und Hörer_innen.
Im Zuge der Datenschutzgrundverordnung haben wir einige unserer Seiten gelöscht bzw. WordPress-Blogs auf privat umgeschaltet. Es ist einfach ein Pfund für uns als Privatperson den Schutz- und Sicherheitsansprüchen gerecht zu werden, die genau gleich auch an Firmen und Unternehmen, Behörden und andere Institutionen gerichtet werden.
So haben wir die Projekte offline genommen, die sowieso mehr ins buchstäblich Analoge gewandert sind (unsere fotografischen Arbeiten) und durch den Wechsel auf eine selbstgehostete Seite unnötig doppelte Arbeit bedeutet haben (die Seite zum Podcast, zum Nachwachshaus, andere Textseiten).
Stichwort „doppelte Arbeit“. Ja, die machen wir uns jetzt mit dem Blog von Vielen.
Das gibt es jetzt unter vieleineinemblog.wordpress.com und unter einblogvonvielen.org gleichzeitig.
Das hat damit zu tun, dass WordPress.com für andere Blogger_innen beim gleichen Anbieter komfortabler zu nutzen ist. Sie können ohne große Umstände kommentieren, teilen, rebloggen, liken. Sie wird die Werbeeinblendung auf der Seite tendenziell auch eher nicht stören oder dabei behindern, die ...

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Kategorie: Ein Blog von Vielen
Tags: Lauf der Dinge

von EinBlogVonVielen, 01. Juli 2018 um 10:15 Uhr · Gefällt mir · sei der Erste, dem das gefällt!



jeder Tag ein Abenteuer


Es hatte auf einem landwirtschaftlichen Weg gelegen, dieses rosa Hakengummidings. Das Plastik am Haken abgeplatzt, etwas verstaubt, aber ohne diese Risse, wie sie meine Hakengummidinger haben.
Wir klemmten es uns ans Rad, trugen es von der Insel Fehmarn bis nach Hause.
Vorhin ergab sich vor dem Supermarkt eine Szene. Eine Person fragte mich, ob ich helfen könne. Ein Teil des Einkaufs war vom Fahrrad des Kindes gefallen. Wir verschenkten das rosa Hakendings und dachten: Genau dafür haben wir es gefunden.
Jetzt, wo die Tour seit über einer Woche vorbei ist, wollen wir am liebsten schon wieder los.
Der Zukunftsgedankenkreisel ist noch nicht durch. Waren wir losgefahren, um Luft in den Kopf zu bekommen, so haben wir vielleicht doch nur Fahrtwind geschafft.
Wir sind nicht bedrückt davon. Aber unschlüssig. Und obwohl wir nun einen Plan haben, der sich gut und richtig anfühlt, ist er zu kurz, denn er deckt nur etwa ein Jahr ab und verspricht so gar nichts über das Danach.
So viel Zukunft hatten wir noch nie in der Hand. Mit so einem Fachabitur hat man viele Möglichkeiten.
Wir könnten etwas studieren, was das Nachwachshaus auf feste Füße stellt. Kö...

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Kategorie: Ein Blog von Vielen
Tags: Lauf der Dinge

von EinBlogVonVielen, 29. Juni 2018 um 08:52 Uhr · Gefällt mir · sei der Erste, dem das gefällt!



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