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#HeimeOhneHass - Warum diese Petition so wichtig ist

#HeimeOhneHass - Warum diese Petition so wichtig ist

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Kaum jemand wird sich an die Zeiten zwischen 1933 und 1945 noch erinnern können, zumeist weil wir schon zu den Generationen danach angehören. Jedoch wurden viele Ereignisse uns in den Schulen gelehrt oder unsere Eltern und Großeltern konnten einiges darüber berichten. Ich selbst weiss noch zu genau, wie mein Opa immer wieder betonte, dass er während des Krieges im Sanitätsdienst war und er und meine Mutter berichteten aus der Kriegszeit fast nur davon, wie sie aus ihre Heimatstadt in Westfalen zu den (Ur-) Großeltern in den Harz flüchteten, als zum Ende des 2. Weltkrieges die Bombardierungen durch die Aliierten immer dichter auch an das Schwimmbadgebäude heran reichten, in dem meine Großeltern wohnten.

Keine Silbe von den Deportierten, keine Silbe darüber, wie sie allabendlich am Radio saßen und den Reden des NS-Regime lauschten und wenn es irgendwo Tote zu beklagen gab, dann waren das ein im Krieg gefallener Onkel von mir oder die Bombenopfer in der Nachbarschaft. Und ich merkte meiner Mutter, die zum Kriegsende just 14 Jahre alt war, in vielen kleinen Nebensätzen an, wie eingeprägt ihr Unmut auf Menschen anderer Herkunft war, anderer Lebensweisen, anderer Orientierungen. Nein, es war Unmut und kein Hass, denn sie lebte es nie aus, aber es war unterschwellig immer vorhanden.

Selbst in der Schulzeit erfuhr meine Generation kaum etwas über die NS-Zeit. Die Entstehung der Bundesrepublik, der Wiederaufbau, das Wirtschaftswunder Deutschland, alles ausgelöst durch die totale Zerstörung der deutschen Städte und Industriestandorte durch das Bombardement durch die Franzosen, Briten, Amerikaner und Russen, deren Aufteilung Deutschlands in Ost und West und wie lieb wir doch die Amerikaner haben und die Russen hassen müssten. Was aber dazu führte, wurde wie ein Tabu behandelt. Erst in den letzten Schuljahren kamen Themen wie der Holocaust auf und wurde fadenscheinig damit entschuldigt, dass die Bevölkerung von alledem nichts gewusst haben wolle.

War dem wirklich so? Konnte meine Familie nichts davon gewusst haben, was 33-45 mit vor allem jüdische Deutsche und Ausländern vor allem aus den Balkanstaaten im Deutschen Reich passierte? Mein Großvater war im örtlichen Sanitätsdienst, nicht weil er eine entsprechende Ausbildung hatte, sondern weil er als Vater von 12 Kindern nicht an die Front musste und sich auch politisch nicht engagierte. Mein Onkel fiel im Krieg sicher nicht, ohne den erklärten Feind zu kennen. Meine älteren Tanten waren bei der deutschen Luftwaffe in den Büros beschäftigt. Und meine Mutter erzählte mir von einer Freundin, die unweit von ihnen damals wohnte und eines Nachts verschwunden war. Oh ja, sie wussten alle mehr, als es ihnen recht war!

Die Menschheit ist dekadent


Meine Generation erlebte die Entstehung der DDR, den Aufbau der unmenschlichsten Mauer, die es bis dahin je gab, den Untergang der DDR und den Fall der Mauer. 40 Jahre, die es so bisher noch nie gab. Das westliche Feindbild war der Russe, das östliche der Ami. Und beiden war gemeinsam: Ein Staat wie die DDR mit ihrer totalitären Überwachung durch die Stasi, dem Druck durch eine Weltmacht wie Russland, sowas darf es nicht mehr geben. Als dann vor inzwischen über 25 Jahren endlich die Mauer fiel und die Menschen aus der DDR wieder frei leben durften, war dies auch für den Westen eine Befreiung. Deutschland bekam ihre Souveranität zurück und erlebte allerorts eine nie dagewesene Solidarität. Noch immer gibt es in den Köpfen der Menschen eine Ost-West-Grenze, aber die Verschmelzung ist kaum noch zu übersehen.

Das Feindbild Amerika und Russland wurde von nun an immer verschwommener. Ganz ehrlich: Seitdem erlebte der Westen auch, dass in Russland ganz normale Menschen sind und der Osten, dass im hochgelobten Amiland auch nicht alles grün ist, was blüht. Doch was ist der Mensch ohne einem Feindbild? Was gilt es dann noch zu beschützen, wofür lohnt sich dann das Sterben noch? Neue Feindbilder braucht das Land!

Was wäre eine Politik, die nicht die Grundbedürfnisse der Bevölkerung befriedigen könnte? Die so genannten christlichen Parteien ärgert sich über die rechte NPD, weil diese schneller neue Feindbilder liefern konnte als die Regierungsparteien CDU und CSU zusammen. Die neue Parole: "Die Ausländer sind schuld!" - Nur die dazugehörige Frage wurde sehr flexibel gehandhabt. Unterschwellig wurde es jedem Bürger klar gemacht, wie sehr Ausländer an der Arbeitslosigkeit in Deutschland Schuld sind, vor allem wenn sie aus Osteuropa (wollte die jemand überhaupt zu Europa zugehörig wissen?) oder aus dem nahen Osten oder Nordafrika her kommen. Dabei war es eine der Vorgängerregierungen gewesen, die um Gastarbeiter buhlten, weil anders das Wirtschaftswunder Deutschland nie möglich gewesen wäre. Jetzt werden eben diese Ausländer, teilweise schon seit mehreren Generationen hier in Deutschland lebend und deren Kinder Deutschland als ihre Heimat sehen müssen, zu unerwünschten Bevölkerungsgruppen ernannt. Soweit es die christlichen Parteien noch verstehen, sich nicht selbst die Hände daran dreckig zu machen, so packen die rechtsextremistischen Parteien wie die NPD schon härter zu und verüben schon die einen oder anderen Anschläge auf türkische Geschäfte und Wohnhäuser oder auf Türken selbst. Und die Regierungsparteien schauen billigend seit mehr als zwei Jahrzehnten tatenlos zu.

Die rechtsextremen Parteien wittern ihre Chance und etablieren sich immer mehr im Osten der Bundesrepublik, weil sie dort auf die stärkste Arbeitslosigkeit und damit auch Perspektivlosigkeit treffen. Das Feindbild ist schon geboren: "Die Ausländer sind schuld!", also muss es nur noch die breite Masse nachgröhlen, wozu die ehemals friedlichen Montagsdemos wie gerufen kommen, als sie sich nun "PEGIDA" nennen. Es sind Menschen aus meiner Generation, die sich über Jahrzehnte gegenüber der Politik verschlossen haben und nicht dazu lernen wollten. sie sind nun die Eltern der PEGIDA-Teilnehmer, die zusammen mit den aus der ganzen Bundesrepublik herbeigelaufenen Rechtsextremen gröhlend vor die Flüchtlingsheime ziehen und deren Ziel es ist, das Feindbild aus dem Land zu jagen. Und es fällt niemanden auf, dass ausgerechnet in den östlichen Bundesländern die wenigsten Ausländer überhaupt wohnen. Doch die rechten Parteien gewinnen immer mehr Zuspruch und damit auch immer mehr Stärke.

Hatten wir das nicht schon in den 30er Jahren so erlebt? Das durch Arbeitslosigkeit betroffene deutsche Volk, das insbesondere in der NSDAP die Lösung aller Probleme sah? Nur war damals das "Deutsche Reich" nie geteilt gewesen und von daher gab es nie zwei Sichtweisen.

Es gibt garkeinen Grund, die hier lebenden Ausländer wie einst die Juden aus dem Land zu treiben und wenn sie nicht von selbst laufen, dann in Massen zu ermorden. Genauso wenig gibt es einen Grund, den bemessen an der Bevölkerungszahl Deutschlands geringen Anteil Flüchtlinge, die vor allem vor Krieg und Terror aus ihrer Heimat zu uns fliehen, den Aufenthalt in einem inzwischen vermeintlich für sie sicheren Deutschland zu verweigern und das ist keine nachgesagte Schuld Deutschlands wegen des 2. Weltkrieges, sondern eine völkerrechtliche Vereinbarung und die Schuld an einer menschlichkeit! Zudem haben wir über Jahrzehnte hinweg genau diese Herkunftsstaaten ausgebeutet, indem wir dorthin immer wieder Kriegswaffen lieferten oder ihre Ressourcen stahlen. Mit unserem Konsumverhalten tragen wir immer mehr zum Elend in der dritten Welt bei, so dass sogar "echte" Wirtschaftsflüchtlinge eine Existenzberechtigung in Deutschland verdient haben.

Aber Deutschland schaut weiter weg


Was 1933 geschah war das Ergebnis einer totalitären Ignoranz und dem Ausbleiben einer Gegenwehr. Die Nazis damals konnten peu a peu die Macht ergreifen und Deutschland ins Verderben stürzen. Nein, die Nachkriegsgenerationen haben daran keine Schuld mehr, aber wir machen uns daran schuldig, wenn wir denselben Anfängen heute nichts entgegen setzen! Die Rechtsextremen morden und zündeln schon seit Jahren und Politik und Justiz sind gewollt auf dem rechten Auge blind.

Wir können aber etwas verändern! Zum Beispiel damit, dass wir die Initiative #HeimeOhneHass fördern und unsere Stimme der Petition geben. Nein, es geht nicht um Tierschutz, sonst hätte dieselbe Petition bereits die zehnfache Stimmenzahl. Aber wenn es Ihnen leichter fällt, dann betrachten Sie die Flüchtlinge wie Tiere, die es zu schützen gilt! Bis wohin bereits der braune Terror verwurzelt ist, können Sie auch im Bericht von Heinrich Schmitz nachlesen. Dabei soll diese Petition nicht einmal dazu beitragen, dass Flüchtlinge in Deutschland bleiben können oder gar noch mehr hierher kommen sollen, sondern einzig den Flüchtlingen, die es bis hierher geschafft haben, einen Schutz vor den rechtsextremen Pöbel geben, der sie täglich bedroht!

Und bitte sagen Sie in ein paar Jahren niemals, Sie hätten von alldem nichts gewusst!

Petition: #Heime Ohne Hass
Kategorie: Grundrecht · Menschlich sein · Rechtsextremismus
Tags: #HeimeOhneHass · 1933 · Asylbewerber · Nazitum · Neonazis
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Über Micha:
Jahrgang 1961 arbeite ich über 35 Jahre lang in der Softwareentwicklung mit dem Schwerpunkt Datenbanken und Problemanalysen. Ende 1999 wurde die Webseite des Regenbogenwalds von mir erschaffen und bin seit der Vereinsgründung 2012 auch dessen ehrenamtlicher Vorstand.
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von Micha, 09.08.2015 14:51 Uhr · Teilen · Kommentieren · Gefällt mir · 2 anderen gefällt das

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