Smilies  Color  Logout  Hilfe     

Der Untergang unserer Zivilisation

Der Untergang unserer Zivilisation

Seitenbild

Diese Webseite ist eine Community, erfahre mehr darüber!


Basierend auf dem Bestseller von Jared Diamond blickt die Doku in eine fiktive Zukunft:Wissenschaftler suchen im Jahr 2210 nach der Ursache, die zum Kollaps der menschlichen Zivilisation geführt hat. Ob wirklich kein Weg zurück führt?

Es war die größte Zivilisation aller Zeiten - So imposant und fortschrttlich, daß sie alle anderen in den Schatten stellte. Aber wie bei allen großen Kulturen der Weltgeschichte blieben auch hier am Ende nur Ruinen - unsere Ruinen. Eines Tages werden vielleicht Forscher diese Trümmer durchforsten. Sie interessiert vor allem nur eines: Wie konnte eine Gesellschaft, die die ganzen Planeten beherrschte, plötzlich zusammenbrechen? Stück für Stück puzzlen sie eine erstaunliche Geschichte zusammen - Die Geschichte unseres Untergangs.

Wenn unsere schlimmsten Albträume wahr werden, könnte unser Planet in etwa 200 Jahren so aussehen: Riesige Städte, verwüstet und leer. Technische Meisterwerke, nur noch Schrott. Unwahrscheinlich? Keineswegs! Viele Fachleute sind davon überzeugt, daß unsere Industriegesellschaft einfach zusammenbrechen könnte. Doch wie soll das gehen? Wenn man das begreifen will, muss man sich vorstellen, daß der Untergang bereits begonnen hat.

Im Jahr 2210 machen sich die Überlebenden auf den Weg. Sie wollen herausfinden, was schiefgelaufen ist. Sie wissen, daß ihre Vorfahren viele Probleme hatten. Jedes Einzelne hätte das Ende bringen können. Nur woran sind sie letztendlich gescheitert? Die Erklärung für die Katastrophe muß hier irgendwo im Schutt liegen.

Der pulizerpreisgekrönte Wissenschaftler Jared Diamond glaubt, daß uns die Stunde der Wahrheit bevor steht. Entweder wir reißen das Ruder herum oder wir gehen unter. Aber anders als unsere Vorfahren könnten wir überleben, wenn wir aus den Fehlern der Vergangenheit lernen. Zum Beispiel aus dem Schicksal der Anasazi, den Uhrahnen der Pueblo-Indianer. In den Bergen der Mesa-Verde, Colorado, will Diamond erforschen, was mit ihnen geschah.

Der Aufstieg der Anasazi begann im 7. Jahrhundert. Sie lebten in einer entlegenen Wüstengegend. Im Chaco-Canyon in New Mexico bauten sie die Stadt ihrer Träume. Sie wird für ein ganzes Netz von Gemeinden zum Nabel der Welt.

Der erstaunliche Aufstieg und Fall von Chaco beschäftigt den Archäologen Steve Lexon schon seit mehr als 20 Jahren. Buchstäblich aus dem Staub stampften die Anasazi damals eine Metropole. Lange bevor ein Mensch auch nur im Traum an Wolkenkratzer gedacht hätte, bauten sie die höchsten Häuser: Mitten in dei Klippen, mehrstöckig, mit hunderten von Zimmern. Einer dieser Paläste in Chaco war Pueblo Bonito.

Für das Wüstenvolk war Wasser ebenso knapp wie kostbar. Die Bewässerungsanlagen von Chaco waren der ganze Stolz der Anasazi. Mit einem rafinierten Dammsystem fingen sie den spärlichen Regen im Canyon auf. So schufen sie Reserven für die Trockenzeit. Zuerst läuft alles bestens. Die Bevölkerung wächst und Chaco geniest die fetten Jahre.

Aber dann gerät ihre heile Welt aus dem Gleichgewicht. Im 12. jahrhundert leidet Chaco unter eine verhehrende Dürre, die Jahrzehnte andauert. Zahlreiche Spannungen hatten die Kultur der Anasazi bereits zermürbt. Lexon vermutet, daß die lange Dürre ihr den Rest gab. Die Anasazi kehrten Chaco Canyon für immer den Rücken.

Ihre Zivilisation ging unter, aber viele Menschen überlebten. Sie wollten ein einfacheres Leben führen und versuchten einen Neuanfang in den Pueblos.

Auch im heutigen Kalifornien dreht sich alles um das knappe Gut Wasser. Wegen der Dürre greifen die Mandelbauern sogar zum Bagger: Sie vernichten ihre Pflanzen. Allein auf einer Farm müssen 90.000 mandelbäume ausgerissen werden. Ein Mandelhain im Wert von 18 Millionen Dollar wird einfach zerschreddert.

Aus einem öden Wüstenstreifen zauberten die Kalifornier in den 50er jahren ein Paradies. Sie legten Bewässerungskanäle an, hunderte von Kilometern lang. So schufen sie eines der ertragsreichsten Anbauflächen der Welt - Ein Milliardenprojekt.

Jetzt steht der Landschaft wieder ein Wandel bevor; alles wegen der Dürre. Ein einziger Mandelbaum braucht bis zu 100 Liter Wasser am Tag. Manche Farmer haben umgesattelt und pflanzen lieber anspruchslosere Gewächse und tun damit offenbar das einzig Richtige für die Landwirtschaft in Kalifornien. Andere Farmer bohren in ihrer Verzweifelung immer tiefer nach Wasser - eine teure und riskante Strategie. Es ist ein Untergang auf Raten: Auf lange Sicht hin gibt es kein Entkommen. Wenn die Dürre weiter anhält, wird sich der Garten Eden wieder in eine Wüste verwandeln.

Im Wüstenboden einer kalifornischen Geisterstadt entdecken die Forscher des 23. Jahrhunderts seltsame Risse. Die Erschichten im Inneren sind stark zusammengepresst. Das ist ein Hinweis, daß kein Wasser mehr im Boden ist. Die Reservoire sind leer gepumpt. Die Menschen haben zu tief und zu gierig gegraben. Auch in vielen anderen Gegenden der Welt sind die Speicher erschöpft. Bis sie wieder voll sind, kann es Jahrtausende dauern.

Der weltweite Kampf um die letzten Wasservorräte hat bereits begonnen. Anfang 2000 brechen in Bolivien Unruhen aus. Die lokale Wasserversorgung soll privatisiert werden. Die Menschen wehren sich. Rund um den Globus wird der Streit um das kostbare Naß immer schärfer geführt.

Vielleicht also war es die globale Wasserkrise, die unserer Kultur letztlich den Hahn abdrehte. Oder gab es noch einen anderen Grund?

Vor der Küste Floridas stoßen die zukünftigen Forscher auf eindrucksvolle Ruinen. Sie zeugen von der Wahnsinnsgeschwindigkeit, mit der sich die Bevölkerung entwickelte. Nichts schien damals den Fortschritt aufhalten zu können. In einem Schwindel erregendem Tempo ging es vom gemächlich tuckernden Ford T-Modell zur Apollo-Mondrakete. Das Ganze dauerte nicht einmal ein Menschenleben.

Jede Kultur hat ihre großen Momente. Menschen auf den Mond zu schicken war für viele Menschen im 20. Jahrhundert der Höhepunkt. Sollte es von da an bergab gehen?

In all dem Schrott, den wir hinterlassen, könnten die Forscher über -das- Symbol unserer Zeit stolpern: Das Auto. Überall rosten die Wracks von mehr als 2 Milliarden Fahrzeugen vor sich hin. Innerhalb kürzester Zeit haben Verkehr und Technik unser Leben verändert. Der Fortschritt legte ein Tempo an den Tag, das alles in den Schatten stellte.

Doch für einen Riesensprung braucht man auch Riesenkräfte. Das Zaubermittel des 20. Jahrhunderts hieß Öl. Und während des Booms schien alles noch in bester Ordnung. Das Zeug sprudelte ja nur einfach so aus dem Boden. Billige Energie und leicht zu bekommen.

Bevor wir auftauchten, hielten Viele das römische Reich für die Nummer Eins der Weltkulturen. Ein Imperium mit riesigen Schätzen, einem gigantischen Strassennetz und kulturellen Glanzleistungen wie Bädern, Amphietheatern und Arenen.

Doe Römer gierten nach Wachstum, genau so wie wir. Für ihren Wohlstand brauchten sie aber kein Öl, sondern Sklavenarbeit und fruchtbares Ackerland. Um das alles zu bekommen eroberten und plünderten sie ihre nachbarn. Bis zu einem gewissen Punkt hatte Rom eine perfekte Strategie.

Das Imperium dehnte sich immer weiter aus. Aber für die Machthaber in Rom wird es damit auch immer schwieriger, die Kontrolle zu behalten. Die Zeit der leichten Beute ist vorbei. Billige Arbeitskräfte werden knapp, genau wie fruchtbares Land. Der römische Wachstumsmotor beginnt zu stottern. Dem Imperium droht eine -Energiekrise-.

Auch unser Rohstoffzufluss läuft nicht mehr rund. Wie den Römern droht auch uns ein böses Erwachen. Rohöl zu finden wird immer schwieriger und teurer. Aber wir könnten uns selbst aus der Klemme helfen, indem wir auf erneuerbare Energien setzen und unsere Lebensweise ändern.

Mit einem Abstand von 200 Jahren sieht unser Fantasie-Forscherteam, daß wir eine Kehrtwende damals nicht geschafft haben. Aber daß wir es versucht haben, können sie aus Funden in der kalifornischen Mojave-Wüste schliessen. Aus ihren Expeditionen wissen sie, daß die Menschen Anfang des 21. Jahrhunderts versuchten, die älteste Energiequelle der Natur anzuzapfen: Die Sonne.

Dabei setzten sie unter anderem auf Solartürme: Mit Spiegeln werden die Sonnenstrahlen an der Spitze des Turmes gebündelt. Die Energie wird in das Innere geleitet und erhitzt dort Wasser in Druckkesseln auf über 500 Grad Celsius. Der Dampf treibt dann Turbinen an.

Aber die Umstellung auf alternative Energien hatte ihren Preis. Der Ansatz mit den erneuerbaren Energien war ja ganz gut, mögen die Forscher aus der Zukunft vielleicht denken. Aber leider hat das offenbar nicht ganz gereicht. Gerade als wir dachten, alles würde gut, sahen wir uns mit noch gewaltigeren Kräften konfrontiert.

Die Spurensuche führt unser Forscherteam in den Golf von Mexiko. Die Küste hier war im 20. Jahrhundert noch dicht besiedelt. Irgendwo müssten sich doch Aufzeichnungen finden lassen? Doch statt wertvoller Daten gibt es hier nur Computergehäuse, leer wie Muscheln am Strand.

Die alten Maya waren da zum Glück etwas weitsichtiger: Sie hinterliessen bleibende Aufzeichnungen.Ihre Geschichte ist in Stein gemeißelt und auch nach Jahrhunderten noch lesbar. Mehr als das, sie gibt sogar Aufschluß über unser eigenes Scheitern.

In Copan, im Westen Honduras, erzählt die berühmte Hyroglyphentreppe die spannende geschichte der Maya-Kultur. Glanzvolle Jahrhunderte mit Eroberungen und mächtigen Dynastien. Mit über 2.000 Zeichen ist es der längste Maya-Text, der jemals gefunden wurde. Ein Kapitel fehlt aber: Das vom Untergang!

Ein Archäologe erforscht die letzten Tage von Copan. Eigentlich waren sie ganz weit vorn, was Kunst und Architektur anging, aber dann war alles ganz plötzlich vorbei. Die Maya rodeten den Dschungel und bauten Mais an. Schliesslich will eine immer größer werdende Bevölkerung auch satt werden.

In ihrer Blütezeit reichte das Gebiet der Mayas von Honduras bis an die Grenzen des heutigen Mexiko. Zwischen einigen Städten brechen Machtkämpfe aus. Copan kann sich jedoch behaupten und seine Position ausbauen. Die Folgen der massiven Abholzung wurden aber bald sichtbar.

Immer mehr Menschen wollte auch immer mehr - Da musste einfach etwas auf der Strecke bleiben. Wenn man die Wälder rodet, dann gibt es Erdrutsche und Überschwemmungen. All das hat natürlich auch böse Folgen für die Landwirtschaft. Unterernährung und Krankheiten machten sich breit. Darauf lassen Spuren schliessen, die Forscher an Skeletten nahe Copan gefunden haben. Die Maya haben offenbar ihre eigene Kornkammer ruiniert.

Um rund 950 nach Christus sind Städte wie Copan und viele weitere Städte verwaist. Der Erfolg frisst nun seine eigenen Kinder. Wenn es nicht genug Ressourcen für alle gibt, dann ist das ein Problem. Der Krieg ist nur ein Symtom für den Untergang der Maya, nicht aber der Grund. Dahinter steckte doch offenbar eine echte Not. Wenn die Menschen nicht an genügend Rohstoffe heran kommen, dann kämpfen sie.

Ähnliche Rückschlüsse könnten die Forscher aus der Zukunft auch ziehen. Genauso wie die Maya haben wir anscheinend den "Schuß nicht gehört". Dabei waren die Anzeichen für die drohende Lebensmittelkrise doch recht deutlich. Vielleicht werden die Forscher feststellen, daß wir die riesigen Farmanlagen schon Jahrzehnte vor dem Untergang bereits verlassen haben, ausgerechnet, als die wachsende Bevölkerung immer mehr Nahrung brauchte.

Im Jahr 2010 wurden die weltweit verfügbaren Anbauflächen schon fast bis zum Limit genutzt. Wie war das möglich? Die Forscher untersuchen Boden- und Saatgutproben. Anscheinend hatten wir einen Weg gefunden, die Natur zu überlisten - mit Chemie.

Um 1950 hatten Kunstdünger und Pestizide ihren großen Auftritt. Die Böden wurden regelrecht vollgepumpt damit und der Erfolg war überwältigend damit. Bis zum Ende des 20. Jahrhunderts stiegen die Erträge um mehr als das Dreifache. Aber der Grat zwischen Schlaraffenland und Hungersnot ist manchmal sehr schmal. In unserem Fall sind das vielleicht nur 20 Zentimeter! So dick muss die fruchtbare Schicht auf dem Erdboden sein, um das Überleben von uns zu sichern. Jedes Jahr werden Milliarden Tonnen Mutterboden einfach weggeblasen - haben wir uns selbst den Boden unter den Füßen weggebaggert?

In Äthiopien und vielen anderen armen Ländern dieser Welt findet derzeit ein richtiger Landraub statt. Länder wie China oder Saudi-Arabien kaufen dort in großem Stil Ackerland auf, um die Ernährung der eigenen Bevölkerung zu sichern. So wird zum Beispiel Äthiopien zum Lebensmittel-Exporteur, obwohl dort selbst Menschen verhungern.

Und während noch das letzte Fitzelchen Acker genutzt wird, wächst die Gefahr, dass wir aus dieser Sackgasse nicht mehr heraus kommen. Jahrzehnte lang konnten wir mit immer neueren Technologien der drohenden Krise immer wieder ein Schnippchen schlagen. Doch alle Tüfftelei war vielleicht umsonst, wenn die Weltbevölkerung erst einmal die 9-Milliarden-Marke erreicht. Wenn es nicht genug zu Essen gibt, kann es mit dem Zusammenbruch ganz schnell gehen. Es ist klar, dass die Lebenssmittel möglichst vor Ort angebaut und produziert werden müssen, um nachhaltig zu sein und die Kosten für den Transport so niedrig wie möglich zu halten. Und die bauern müssen von ihrer Arbeit auch leben können. Die Wasserversorgung muss langfristig gesichert sein. Unser Essen sollte ohne Pestizide angebaut werden, denn diese reichern sich im Boden und im Grundwasser an und wir müssen versuchen, die Bodenerrisionen zu verhindern.

Die Forscher aus der Zukunft fassen zusammen, welche Knackpunkte sie bisher gefunden haben: Erst Wasser, dann die Energie und jetzt die Lebensmittel. Und dann stoßen sie auf noch eine Bedrohung. Ein Prozess wurde ausgelöst, der unvorstellbare Folgen hatte: Viele Teile unserer Welt sind im ewahrsten Sinne des Wortes untergegangen! Das Schmelzen der Polkappen liess den Meeresspiegel im 21. jahrhundert dramatisch ansteigen.

Dabei war der mensch doch überaus anpassungsfähig?! Immerhin hatte er einige Eiszeiten und Dürren überlebt. Der Molotov-Cocktail aus steigenden Meeresfluten und extremen Wettern war anscheinend einfach zuviel. Warum nur brauchte unsere Hightec-Gesellschaft so lange, um auf den Klimawandel zu reagieren?

Klimaforscher warnen, dass im 21. jahrundert der Meeresspiegel um einen halben bis drei Meter ansteigen könnte. Egal, denn an den meisten Küsten unserer Welt wird munter weiter gebaut. Boomstädte wie Shanghai und Mumbai geben sogar ein Vermögen aus, um weiter auf Meeresniveau bauen zu können.

Die Kosten des Klimawandels werden schon heute auf mehrere Billionen Dollar geschätzt. Vielleicht könnte es der Mensch mit all sein Knowhow schaffen,  sich an die Folgen von Fluten, Dürren und Superstürmen anzupassen. Nur können wir uns das überhaupt leisten? Viele Fachleute bezweifeln das.

Von unseren heutigen Entscheidungen hängt es ab, ob irgendwann zum Beispiel die Städte Südeuropas im Staub versinken werden. Was Wasser, Nahrung und Energie angeht haben wir die Schallgrenze fast erreicht. Vermutlich wird sich zeigen, daß wir über unsere Verhältnisse gelebt haben.

Zu Beginn des neuen Jahrtausend kam es zu einem Crash. Lange noch hatten Finanzjongleure in New York und London auf einen lang anhaltenden und dauerhaften Immobilienboom gewettet, aber im Herbst 2008 ist dieses Monopoly-Spiel vorbei. Die Finanzkrise erfasst den ganzen Erdball, Regierungen gehen bankrott, Millionen verlieren ihre Arbeit, ihre Häuser und in nur wenigen Tagen werden ersparte Vermögen im Wert von mehreren Billionen Dollar vernichtet.

Die Fachleute sind sich noch uneinig: Ist die jüngste Finanzkrise nur ein Dämpfer der Konjunktur oder geht es hier um grundlegende Fehler im Wirtschaftssystem? Die alten Römer hätten uns zu diesem Thema bestimmt Einiges zu sagen. Sie häuften über Jahrhunderte einige Reichtümer an - nicht nur für die oberen Zehntausend. Rom erlebte den Aufstieg einer gehobenen Mittelklasse und sie wird zu einer wichtigen Stütze des Imperiums.

Doch dann beginnt die Wirtschaft zu kriseln. Das merken die Römer auch an den Gladiatorenkämpfen.Das Spektakel zieht alle in die Arenen, vom Senator bis zum einfachen Arbeiter. Die ganze Gesellschaft Roms spiegelt sich hier wieder und auch ihre demokratischen Ideale. Aber umso mehr Risse das römische Imperium zeigt, desto mehr verkommen die Arenen auch zu einem politischen Kampfplatz. Dort schachern die Eliten um den Reichtum Roms. Viele Ländereien fielen an ein paar Senatoren-Familien, weil die verschuldeten Kleinbauern ihr Land verloren.

Unter der schillernden Oberfläche brodelt die Wirtschaftskrise. Grenzkonflikte, Seuchen und zahlreiche Missernten strapazieren die römische Staatskasse. Enormer Druck lastet auf den Herrschern und sie treffen Entscheidungen, die das Schicksal Roms besiegeln. Um die öffentliche Ordnung zu wahren, setzten sie auf immer mehr Truppen, aber die Kosten dafür treiben das Imperium an den Rand des Ruins.

Und es kommt noch schlimmer: Barbarenstämme wittern ihre Chance und greifen an. Und auch im römischen Reich selbst brechen mehr und mehr Aufstände aus. Am Ende gaben sie immer mehr Geld aus, um zu überleben. Ähnlich geht es auch uns heute. In den nächsten Jahren werden wir einige ernste Probleme bewältigen müssen und das bedeutet, wir werden tief in die Tasche greifen, nur um unseren Lebensstandard zu halten.

Eins zu eins kann man uns natürlich nicht mit den alten Römern vergleichen. Aber viele Wirtschaftsexperten befürchten dennoch, daß auch wir zu sehr auf Pump leben. Aber wir haben einen großen Vorteil: Wir wisen, wie und wann die Römer ihre Kultur gegen die Wand fuhren. Wir könnten unser Wissen nutzen, um rechtzeitig umzudrehen. Viele hochentwickelte Zivilisationen gingen im Chaos und Gewalt unter.

Ob die zukünftigen Forscher wohl feststellen müssen, daß uns das gleiche Schicksal traf? Vielleicht kommen die Wissenschaftler zu dem Schluß, daß es ein tödlicher Cocktail aus vielen Zutaten war: Wasserknappheit, Hungersnöte, Umweltverschmutzung und Finanzkrisen. Eine einzige Ursache für den Untergang scheint es nicht zu geben: Genauso wie bei den Anasazi, Mayas und Römern führte eines zum anderen. Zum Beispiel der Klimawandel: Er machte Millionen Menschen heimatlos und löste eine Flüchtlingswelle aus. Die wiederum brachte die Nachbarländer ins Wanken. Wer es noch kann, schottet sich ab.

Die Massen an verzweifelten Menschen sind aber gekommen, um zu bleiben. Wenn sich Milliarden von hungernden Menschen auf den Weg machen, dann wird man sie wohl nirgends mit offenen Armen empfangen. Still sitzen und warten werden die Flüchtlinge aber kaum; sie wollen rein, egal wie.

Die Archäologen des 23. Jahrhunderts werden denken, dass wir im Kampf um den Untergang mächtige Verbündete hatten. Mit unseren Hightec-Möglichkeiten konnten wir schnell auf Krisen reagieren, selbst wenn sie tausende Kilometer entfernt stattfanden. Bei der Lösung unserer Probleme könnten sich Technik und die Globalisierung sogar als Pluspunkte erweisen. Wie wir unsere Mittel einsetzen, wird nach Ansicht der Experten unser Schicksal entscheiden.

Unser Untergang ist nicht unvermeidlich,  Jared Diamond glaubt, wir haben noch die Möglichkeit, den drohenden Untergang zu vermeiden. Unsere Gesellschaft steht am Scheideweg, die Weichen sind auf Zukunft gestellt, aber auf den Schienen liegen viele Hindernisse. Es gibt eine große Gefahr zu entgleisen, aber während wir uns noch streiten, in welche Richtung wir steuern sollten, ist unser Zug schon längst in Bewegung. Deshalb sollten wir jetzt handeln.

Egal, wie wir uns entscheiden: Die Wahrscheinlichkeit, das die Spezies Mensch überleben wird, ist garnicht mal so gering. Unser Trumph ist unsere Anpassungsfähigkeit. Auch die Römer, Maya und Anasazier sind nicht komplett vom Erdboden verschwunden, ihre Nachkommen leben heute noch mitten unter uns. In der rund 4 1/2 Milliarden Jahre alten Erdgeschichte ist der Mensch bis jetzt nur eine kurze Episode. Wir leben gerade einmal rund 200.000 Jahre auf diesen Planeten und unsere moderne Industriegesellschaft gibt es noch nicht einmal seit 200 Jahren. Und doch haben wir unserer Welt mehr als deutlich unseren Stempel aufgedrückt. Hat die Erde mit allem, was auf ihr lebt, eine Zukunft mit den Menschen? Das hängt davon ab, wie wir uns jetzt entscheiden! Wenn wir so weiter machen wie bisher, dann hat unsere Zivilisation nur noch ein paar Jahrzehnte vor sich. Aber wenn wir etwas ändern wollen, dann können wir das aus!

Die Menschheit hat immer wieder gezeigt, dass sie zu erstaunlichen Leistungen fähig ist. Unsere Chancen stehen zwar nicht grad zum Besten, aber noch ist das letzte Kapitel noch nicht geschrieben. Vielleicht erleben wir gerade den wichtigsten Augenblick unserer Geschichte, dem Wendepunkt, an dem wir uns nicht von Macht und wirtschaftlichen Interessen leiten lassen, sondern uns für das Überleben aller entscheiden!
Kategorie: Panorama
Tags: Flüchtlinge · Wirtschaftskrisen · Zivilisationen · Zukunft
Micha′s Profilbild
Über Micha:
Jahrgang 1961 arbeite ich über 35 Jahre lang in der Softwareentwicklung mit dem Schwerpunkt Datenbanken und Problemanalysen. Ende 1999 wurde die Webseite des Regenbogenwalds von mir erschaffen und bin seit der Vereinsgründung 2012 auch dessen ehrenamtlicher Vorstand.
Weitere Beiträge dieses Autors:
Vorstandsmitglied des Regenbogenwald e.V. legt Amt nieder
Mit sofortiger Wirkung hat der 1. Vorsitzende des Regenbogenwald e.V., Michael Welslau, sein Amt niedergelegt. Dadurch rücken die verbleibenden Vorstandsmitglieder kommissarisch auf wie folgt: 1. Vorsitzender: Sachar Schoner 2. Vorsitzende: Manuela ...
Ganzen Beitrag anzeigen
Stille Anteilnahme - Das Sterben ist leise
Keine Bange, es ist niemand gestorben, über den hier berichtet werden soll. Es wird aber etwas sterben, weil es ungeliebt und vernachlässigt wird: Die Community-Webseite des Regenbogenwald e.V. Zuerst der Nachruf: Die Community des Regenbogenwald e...
Ganzen Beitrag anzeigen
Was erlauben Storch?
Wer erinnert sich noch an die adelige Frau, deren Name eigentlich für das "Kinderkriegen" steht, wohl aber lieber Kinder im Krieg sterben sieht? Genau, es ist von der AfD Front- und Hassfrau Beatrix von Storch die Rede, die schon so manches Mal mausgerutscht ...
Ganzen Beitrag anzeigen
Meistgelesene Artikel:
Autismus (Achtung viel zu lesen)
Gliederung 1. Allgemeine Definition 2. Geschichte der autistischen Störung 3. Ursachen 4. Diagnosekriterien 5. Charakteristische Merkmale und Stärken 6. Komorbitäten 7. Abgrenzungen zu Autismus 8. Diagnostik 9. Folgen andersartiger Wahrnehmung und In...
Ganzen Beitrag anzeigen
Freiheit und Sicherheit
Freiheit braucht Sicherheit. Sicherheit braucht Kontrolle. Kontrolle beschneidet Sicherheit. Ein Teufelskreis.
Ganzen Beitrag anzeigen
Inzest-Fall in Großfamilie sorgt in Australien für Entsetzen
In Australien sorgt ein Inzest-Fall in einer verwahrlosten Großfamilie für Entsetzen: Die Behörden stießen in einer abgelegenen Gegend des Landes auf eine Siedlung, in der ein Dutzend abgemagerte, dreckige und zum Teil durch Inzest behinderte Kinder leb...
Ganzen Beitrag anzeigen

von Micha, 10.05.2015 07:45 Uhr · Teilen · Kommentieren · Gefällt mir · sei der Erste, dem das gefällt!

Kommentare zu diesem Artikel:


Gast′s Profilbild







Eine Community-Webseite wie diese lebt vom aktiven Mitmachen! Wurde noch kein Kommentar verfasst? Eröffne - auch als Gast - eine Diskussion zu diesem Thema, indem Du weiter oben auf 'Kommentieren' klickst und dann den ersten Kommentar schreibst!

Warum gibt es hier kein Kommentar-Plugin von Facebook?

Weil wir den Datenschutz als sehr wichtig ansehen und uns an das BDSG halten! Seiten, die ohne besondere Mechanismen direkt Kommentare über das Facebook-Plugin samt Profilbild etc anzeigen, teilen zwangsweise Facebook mit, wo sich die Facebook-Benutzer ausserhalb von FB gerade aufhalten und diese Informationen werden dort gespeichert, ob man es will oder nicht. Besser auf den Datenschutz achten und auf Facebook-Plugins verzichten als unsere Besucher zu gläsernen Menschen im Netz zu machen!


Freunde Online

Feedback zur Seite
Ich möchte etwas zum Inhalt mitteilen
Ich möchte einen Rechtsverstoß anzeigen
Ich möchte eine mißbräuchliche Nutzung melden
Ich möchte etwas anderes mitteilen


Infos zum Regen­bogenwald

Das neue Design:
Eine wirklich kleine Umfrage

regenbogenwald.de ist die seit Sep­tem­ber 1999 bestehende, nicht kom­mer­ziel­le Com­mu­nity für Jeder­mann!

Neben Informationen, aktuellen News, Er­fahrungs­austausch und Unter­haltung im Chat und Foren, findest Du hier zahl­reiche Gedichte, Geschich­ten, Song­texte, Tage­bücher und vieles mehr.

Die gesamte Webseite ist werbefrei und dennoch kostenlos zu nutzen. Ermöglicht wird das durch den vom Finanzamt Essen als mildtätig aner­kannten Verein Regen­bogen­wald - Hilfe zur Selbst­hilfe e.V.

Du kannst Dich jederzeit kostenlos und ohne jegliche Verpflichtungen regis­trieren und ein­loggen, um das gesamte Angebot dieser Webseite nutzen zu können, indem Du oben auf das Symbol klickst.

Natürlich freuen wir uns über jede Spende für die Projekte des Vereins und zum Unterhalt der Webseite. Die Konto­ver­bin­dung dazu findest Du im Impressum.

Viel Freude beim Stöbern auf diesen Seiten wünscht Dir das Regenbogenwald-Team

Das Layout von regenbogenwald.de hat sich gravierend verändert. Bewerte es bitte nach Schulnoten:

(Ø = 2.6)

Und die Bedienbarkeit / Übersichtlichkeit? Bewerte es bitte nach Schulnoten:

(Ø = 2.6)

Möchtest Du uns dazu noch etwas sagen?

Zurück