Smilies  Color  Logout  Hilfe     

*maunz*


Diese Webseite ist eine Community, erfahre mehr darüber!


“Die mauzende Katze fängt keine Mäuse”, sagt eine Stimme aus Papier in meinem Kopf und wedelt sachte raschelnd den Zeigefinger.

”Über verschüttete Milch weint man nicht.”, schiebt eine andere nach.


“Ja, aber…”, beginnt etwas über meinem Zwerchfell und verendet sofort.


Ja, ja, man muss kämpfen und Niederlagen nehmen, wie sie kommen. Ja, ja, das Leben ist kein Ponyhof und nicht mal von Ponys haben wir Ahnung.

Wir sind hier nicht bei wünsch-dir-was, sondern da, wo wünschen peinlich und dumm ist. Naiv. Irrational. Wenn man etwas will, dann muss man es sich machen. Wünschen ist was für die, die nicht anders können. Und wir sind ja niemand, der nur wünschen kann – nicht wahr?


Ja. Und: Nein. Und: Orr diese Haltung ist neoliberaler ableistischer Kackscheiß, der mit Wohlfahrtsgesellschaft, Sozialdarwinismus und Diskriminierungen jeder Art zu tun hat

[insert Zeter und Mordio – fünfhundertster Akt>


Ich erlebe uns oft in eine Position gebracht, in der die Welt als so wie sie ist, von uns nur angenommen werden müsste, damit wir uns besser fühlen.

Viele der Hilfen und Unterstützungen, die uns angeboten werden, basieren von vorne bis hinten auf diesem Ziel. Sind unpolitisch, dumpf für die Realität von Diskriminierungen und Lebensrealitäten, die dadurch entstehen.

Der Punkt, an dem das Leiden unter und an etwas beginnt, bin ich, sind wir – nicht etwa das, was den Impuls abgab, der mich und uns verletzt und leiden macht.

Denn die Welt ist ja wie sie ist. Die Welt leidet ja nicht. Die Welt hat ja kein Problem.


Denkt sie jedenfalls.

Denn ich bin, wir sind, ja da und habe_n gar nicht die Kraft, die Macht, die ganz praktischen Möglichkeiten das Gegenteil zu beweisen oder zu verdeutlichen.


In den letzten Wochen ärgere ich mich vermehrt darüber, wie einerseits an mir profitiert wird, sich erhoben bis aufgeheitert wird, weil es uns nicht gut geht und viel Unterstützung gebraucht wird und andererseits (manchmal von den gleichen Personen, manchmal aber auch von anderen) eine Kraft, Macht und viele praktische Möglichkeiten in uns hineinprojiziert werden, die gar nicht da sind.

Die, eventuell vielleicht, irgendwann, ganz am Ende, wenn wir viel Unterstützung, Förderung, ganz viele Menschen, die mit uns zusammenarbeiten möchten und können und wollen, da sind – aber jetzt noch eingefordert, gefunden, erarbeitet werden müssen – die vielleicht zu er.wünschen in uns erlaubt sein müssen – da sein oder entstehen könnten, aber jetzt einfach nichts weiter sind, als der Blick anderer Menschen auf uns und unsere Ideen drauf.


Ich, wir, verbringen viel Zeit damit, die Blicke anderer Menschen von uns runterzukratzen, damit wir wenig Anpassungsleistung aus Überlebensreflexen heraus tun. So funktioniert unser viele sein – wir überlegen uns vor einem Vorstellungsgespräch, einer Projektbesprechung, einem Bettelbesuch nicht, welches Innen dort sein könnte oder wer von uns die beste Performance leisten kann, um zu bekommen, was wir brauchen.

Wir interagieren mit den Menschen in unserem Leben in dem Bewusstsein, dass sie uns gefährlich sein können. Jeder Kontakt mit Menschen ist in uns gleichgesetzt mit Lebensgefahr und wir passen uns erlernt reflexhaft daran an.


Ja ach bu hu – ihr armen Außenstehenden, die sich nun mit den Menschen, die an uns zu Täter_Innen wurden, gleichgesetzt fühlen.

Walk in my shoes und wir sprechen uns nochmal.


Aus diesem ständigen Gefühl der Lebensbedrohung werden viele Dinge auf eine Art priorisiert, die andere Menschen nicht verstehen. Viele verstehen nicht, dass wir ein ganz bestimmtes Level von Not und Hoffen in uns bewusst haben müssen, um uns zum Beispiel dem Risiko “Psychotherapie” auszusetzen. Die Hoffnung, dass es hilfreich ist dort zu sitzen, um soweit zu erstarken, dass wir die erfahrene Gewalt verarbeiten können, muss mindestens genauso groß sein, wie die Todesangst in dem Moment, in dem die Tür des Therapieraumes hinter uns ins Schloss fällt.

Mindestens.


Wir haben mit keinem Menschen in unserem Leben zu tun, ohne, dass wir ein Gegengewicht zur Todesangst in den Händen halten, weil wir das brauchen.

Und das fehlt mir im Blick auf uns.


Und im Moment sogar sehr stark.

Ich erlebe unsere Lebensrealität schon in den Punkten, die in unserer Gesellschaft vielleicht ein bisschen sichtbarer gemacht und gehalten werden, als die Art Opferschaft, die wir erleben mussten und auch als die Art der Folgen dieser Opferschaft, mit der wir jetzt leben, nicht oft so global anerkannt, wie sie sind. Das beginnt damit, dass sich scheinbar niemand fragt, wie wir unsere Projekte denn so zu realisieren, zu finanzieren gedenken, mit Hartz 4 und einer Schuldenbelastung. Wie wir unsere Projektkompetenz denn so zu beweisen gedenken, wenn die Personenkreise, um die es geht, in aller Regel nicht einmal wissen, dass sie diskriminiert und ausgebeutet werden – wenn man etwas über Professionen weiß, selbst aber keine gleichsam anerkannte Profession nachweisen kann.

Das ist die Basis und wir haben keine. Wir verstecken keine geheime Superkraft, keine Berufsstandzugehörigkeit oder ein Riesenbudget.

Wir sind wirklich so ein Irgendwas, das irgendwie so herumschwebt und eigentlich jederzeit verschwinden kann, ohne etwas zu hinterlassen, das _ist_ .

Wir haben keinen Grund anzunehmen, dass sich das durch eine einzelne symbolhafte Tat, wie das Hoffen, dass es sich verändert, auch wirklich verändert.


Die Macht der Symbolik ist die Macht der Mächtigen. Mächtige brauchen nichts Wahrhaftes mehr zu tun. Sie brauchen nur noch so zu tun als ob. Sie brauchen nur noch irgendwo sein und vielleicht noch einen Berechtigungszettel zu haben, auf dem steht, dass sie ein Jemand und/oder ein Etwas sind.


Ich bin, wir sind nicht mächtig.

Unser (Irgend)was ist, nicht gestorben zu sein und das ist kein Verdienst oder das Ergebnis harter Arbeit, die in unserer Gesellschaft so belohnt wird.

“Überleben” ist nichts weiter als ein Wort dafür, dass jemand über etwas drüber gelebt hat. Überleben ist Alltag. Die Angst davor bzw. die Drohung es nicht zu schaffen – die Abhängigkeit von anderen Menschen, Eminenzen und nicht zuletzt auch vom Zufall, dies zu schaffen – das ist die Gewalt und das ist am Ende der Stein, der die Traumatisierung anstoßen kann.


Wir erhalten inzwischen jeden Tag mindestens eine Email, eine Nachricht und eine Ansprache, die uns erzählt, wie toll wir Dinge machen und wie mutig das ist und wie stark und und und

und haben am Ende kein Gegengewicht mehr, weil zu der allgemeinen Todesangst, eine Versagensangst dazu kommt und die Angst davor sich zu wünschen, dass etwas Wahrhaftes aus einem Miteinander entsteht.


Ich weiß nicht, ob man sich vorstellen kann, wie groß die Angst vor einem Wunsch nach Miteinander mit anderen Menschen sein kann, wenn schon jedes Neben- oder Füreinander eine Todesangst bedeutet.

Und wie furchtbar das ist, wenn man eine Lebensrealität als behinderte Person, als Hartz 4 –abhängige Person lebt, die immer immer immer und zwingend ein Füreinander bedeutet, von der das Überleben ganz konkret abhängig ist. Wie das ist, wenn es gelogen ist – eine ganz ganz ganz klare Lüge bis Diskriminierungsblindheit ist – wenn uns jemand sagt, die wahrgenommene Todesangst, wäre ausschließlich im Früher begründet und das wäre unser kleines Problem. Unsere kleine Krankheit.

Unsere kleine Macke, dass wir das tss tss tss *Kopftätschel* immer wieder so verwechseln.


Wenn Menschen so toll finden, was wir machen, http://www.setz-ein-zeichen.org/HannahRosenblatt"
>warum machen sie dann nicht mit?

Warum ist es so viel leichter vorstellbar, dass wir schon jemand anderen finden werden, der uns fördern und unterstützen wird, als selbst an http://einblogvonvielen.org/2015/03/07/einladung-zum-1-austausch-und-vernetzungstreffen/"
>dem Vorhaben mitzu_wirken?


Ach ja.

Keine Zeit, keine Kraft, kein Geld, keine Ahnung… keine Macht

so wie die Rosenblätter, die das schon alles schaffen werden. Sie sind ja keine von denen, die sich nicht zu helfen wissen. Die Rosenblätter sind Macher_Innen, die kriegen das schon hin. Die sind ja nicht behindert, die sind ja nicht arm und verschuldet, die wissen ja jeden Tag wofür sie aufstehen und sind ja so wahnsinnig mutig. Die wollen ja – dann können sie auch.


http://vieleineinemblog.files.wordpress.com/2015/03/203_4727.jpg?w=240&h=180"
alt="203_4727" width="240" height="180" align="right" border="0" />Die sind ja nur Opfer gewesen und das ist ja jetzt vorbei.


Da kann man ja was machen.

Und manchmal gibt’s da sogar was von Ratiopharm.


[maunzend ab, um Milch nachzuweinen>


http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/vieleineinemblog.wordpress.com/5810/"
> http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/vieleineinemblog.wordpress.com/5810/"
/> http://pixel.wp.com/b.gif?host=einblogvonvielen.org&blog=36533349&%23038;post=5810&%23038;subd=vieleineinemblog&%23038;ref=&%23038;feed=1"
width="1" height="1" />

Quelle dieses Beitrags: http://einblogvonvielen.org/2015/03/22/maunz/


Seite nicht gefunden | CBM (Christoffel-Blindenmission)

startseite


Da immer wieder Abmahnanwälte, Abmahnvereine und Fotografen unseren als mildtätig anerkannten Verein "Regenbogenwald e.V." mit unhaltbaren Forderungen zu schädigen versuchen, indem diese rechtlich eindeutige Grundlagen zu RSS-Feeds, geteilten Beiträgen und "Zueigenmachung" ignorieren, verweisen wir kommentarlos auf die Urteile des EuGH C-348/13 sowie des OLG Köln 6 W 72/16. Derartige Ansprüche erwidern wir eher lustlos.


Kategorie: Ein Blog von Vielen
Tags: Abhängigkeit · Angst · Anspruch · Armut · Die Helfer_Innen und die Hilfe · DIS? · dissoziative Identitätsstörung · dissoziative Identitätsstruktur · Erwartung · Gewalt · Hartz-4 · Hilfe · Idealisierung · Kampf · Kraft · Leben mit Behinderung · Leben mit Traumafolgen · Lebensrealität · Leiden · Miteinander · multiple Persönlichkeit · Opferstatus · Therapie · Todesangst · Trauma · Traumatisierung · Unterstützung · Viele-sein
Weitere Beiträge dieses Autors:
Woher sollst du es denn wissen
Ja, woher sollst du es denn wissen. Dass ich Angst bekomme, wenn ich nicht sehen kann, in welche Richtung mich die Panik treiben wird, wenn du mir zu nah kommst und für mich nicht mehr du bist Woher sollst du wissen von DEM DA was in mir als schwarzer ...
Ganzen Beitrag anzeigen
note on: keine Überarbeitung des Gesetzentwurfs zur #drittenOption
Der Freitag war für uns ein wichtiger Tag. Aus Gründen, die wir heute gar nicht einmal mehr abrufen können, waren wir davon überzeugt gewesen, dass der Bundesrat gegen den vorgelegten Gesetzesentwurf zur sogenannten „dritten Option“ Einwendungen erheben...
Ganzen Beitrag anzeigen
Einfach – so – Jetzt
Und dann ist da so ein Moment, in den ich meine Nase tief und tiefer reindrücke, um zu prüfen, ob er nicht vielleicht doch verräterisch nach Scheiße riecht. Doch außer meinen eigenen Anstrengungsschweiß rieche ich nichts, als ich im Zug nach Hause sitze...
Ganzen Beitrag anzeigen
Meistgelesene Artikel:
Autismus (Achtung viel zu lesen)
Gliederung 1. Allgemeine Definition 2. Geschichte der autistischen Störung 3. Ursachen 4. Diagnosekriterien 5. Charakteristische Merkmale und Stärken 6. Komorbitäten 7. Abgrenzungen zu Autismus 8. Diagnostik 9. Folgen andersartiger Wahrnehmung und In...
Ganzen Beitrag anzeigen
note on: keine Überarbeitung des Gesetzentwurfs zur #drittenOption
Der Freitag war für uns ein wichtiger Tag. Aus Gründen, die wir heute gar nicht einmal mehr abrufen können, waren wir davon überzeugt gewesen, dass der Bundesrat gegen den vorgelegten Gesetzesentwurf zur sogenannten „dritten Option“ Einwendungen erheben...
Ganzen Beitrag anzeigen
Autismus, Trauma, Kommunikation #5
Das sozial mit Anstrengendste für uns ist die Wiederholung. Schlimmer noch: die Wiederholung von Wiederholungen. Am Schlimmsten: die Wiederholung von Dingen, die etwas mit gemachten Gewalterfahrungen zu tun haben. Wir haben oft das Gefühl, uns zu wiederholen u...
Ganzen Beitrag anzeigen

von EinBlogVonVielen, 22.03.2015 13:00 Uhr · Teilen · Kommentieren · Gefällt mir · sei der Erste, dem das gefällt!

Kommentare zu diesem Artikel:


Gast′s Profilbild

Eine Community-Webseite wie diese lebt vom aktiven Mitmachen! Wurde noch kein Kommentar verfasst? Eröffne - auch als Gast - eine Diskussion zu diesem Thema, indem Du weiter oben auf 'Kommentieren' klickst und dann den ersten Kommentar schreibst!

Warum gibt es hier kein Kommentar-Plugin von Facebook?

Weil wir den Datenschutz als sehr wichtig ansehen und uns an das BDSG halten! Seiten, die ohne besondere Mechanismen direkt Kommentare über das Facebook-Plugin samt Profilbild etc anzeigen, teilen zwangsweise Facebook mit, wo sich die Facebook-Benutzer ausserhalb von FB gerade aufhalten und diese Informationen werden dort gespeichert, ob man es will oder nicht. Besser auf den Datenschutz achten und auf Facebook-Plugins verzichten als unsere Besucher zu gläsernen Menschen im Netz zu machen!


Freunde Online

Feedback zur Seite
Ich möchte etwas zum Inhalt mitteilen
Ich möchte einen Rechtsverstoß anzeigen
Ich möchte eine mißbräuchliche Nutzung melden
Ich möchte etwas anderes mitteilen


Infos zum Regen­bogenwald

Das neue Design:
Eine wirklich kleine Umfrage

regenbogenwald.de ist die seit Sep­tem­ber 1999 bestehende, nicht kom­mer­ziel­le Com­mu­nity für Jeder­mann!

Neben Informationen, aktuellen News, Er­fahrungs­austausch und Unter­haltung im Chat und Foren, findest Du hier zahl­reiche Gedichte, Geschich­ten, Song­texte, Tage­bücher und vieles mehr.

Die gesamte Webseite ist werbefrei und dennoch kostenlos zu nutzen. Ermöglicht wird das durch den vom Finanzamt Essen als mildtätig aner­kannten Verein Regen­bogen­wald - Hilfe zur Selbst­hilfe e.V.

Du kannst Dich jederzeit kostenlos und ohne jegliche Verpflichtungen regis­trieren und ein­loggen, um das gesamte Angebot dieser Webseite nutzen zu können, indem Du oben auf das Symbol klickst.

Natürlich freuen wir uns über jede Spende für die Projekte des Vereins und zum Unterhalt der Webseite. Die Konto­ver­bin­dung dazu findest Du im Impressum.

Viel Freude beim Stöbern auf diesen Seiten wünscht Dir das Regenbogenwald-Team

Das Layout von regenbogenwald.de hat sich gravierend verändert. Bewerte es bitte nach Schulnoten:

(Ø = 2.5)

Und die Bedienbarkeit / Übersichtlichkeit? Bewerte es bitte nach Schulnoten:

(Ø = 2.6)

Möchtest Du uns dazu noch etwas sagen?

Zurück