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Freiburg ist bunt: Kein Platz für Pegida

Freiburg ist bunt: Kein Platz für Pegida

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Es sollten etwa 5.000 Demonstranten werden - gekommen sind nach Schätzungen des Veranstalters Leon Dobbratz und der Polizei um die 20.000 Menschen. Damit wurde die #nopegida Demonstration zur größten Kundgebung gegen die Pegida und gegen Ausländerfeindlichkeit Deutschlands. Auch wenn sich sehr vereinzelt wenige Neonazis unter die Menschenmenge mischten und während der Ansprache des Freiburger OB Dieter Salomon "Deutschland den Deutschen" riefen, blieb die Veranstaltung vollständig friedlich. Auf die Frage, ob es bisher irgendwelche Zwischenfälle gegeben habe, antwortete die Polizei mit einem Lächeln "Wir sind hier in Freiburg, hier wird es keine Krawalle geben!".

Von der Toleranz zur Synagoge


An der "Säule der Toleranz" sammelten sich die Teilnehmer zum Start des um die gesamte Altstadt verlaufende Route. Teilnehmergruppen verschiedenster Coleur standen dort dicht gedrängt nebeneinander, lokale Parteien, die Linke und Gewerkschaften wie Verdi hielten gemeinsam ihre Schilder und Fahnen hoch, um für "Bunt statt braun" zu plädieren. Soweit das Auge reichte, strömten immer mehr Menschen aus allen kleinen Gassen und Strassen dazu. Gegen die Kälte halfen die Samba-Rhythmen auf den Trommeln, die eine Gruppe mitgebracht hatte.

Zusammenkunft an der Säule der Toleranz

Dabei wurde der organisatorische Ablauf kurz vor Ende des Protestmarsches auf eine harte Probe gestellt. Der Demonstrationszug sollte sich für die geplanten 5.000 Teilnehmer auf dem Rathausplatz zu einer Rede des Oberbürgermeisters treffen, aber der Platz war viel zu klein. Deswegen wurde die Versammlung kurzfristig und unproblematisch zum "Platz der alten Synagoge" vor dem Stadttheater umverlegt. Weiträumig wurden die vierspurige Kreuzungsbereiche gesperrt und die Strassenbahnen blieben stehen, die sonst im 3-Minuten-Takt die Kreuzung passieren.

Ankunft auf dem Platz der alten Synagoge

Die schon im Vorfeld auf dem Rathausplatz installierte Bühne und Lautsprecheranlage konnten in der Kürze der Zeit nicht zum Theater transportiert und aufgebaut werden. Und auch hier wurde erfolgreich improvisiert: Die Polizei stellte einen Mannschaftswagen mit einer großer Lautsprecheranlage auf dem Dach zur Verfügung.

Internationalität, Toleranz und Zusammenleben


Oberbürgermeister Dr. Dieter Salomon (Grüne) greift zum Mikrofon: "Freiburg ist bunt und nicht braun" - und die Masse jubelt - Wahnsinnsstimmung! "Die Anhänger von Pegida benutzen Begriffe aus der NS-Zeit und sprechen von Lügenpresse, aber was wollen sie eigentlich damit sagen? Da kommt dann nicht viel. Wir wollen dagegen halten. Sie hetzen nur gegen Muslime, Minderheiten." Weiterhin meint der Oberbürgermeister: "Wir leben in einer Stadt mit vielen Nationen, das ist eine Bereicherung. Und wir sind froh darüber."Weiterhin äusserte sich OB Salomon zu der Abschiebung einer Roma-Familie: "Ich werde alles dafür tun, dass es zukünftig keine Abschiebungen mehr in der Winterzeit gibt!". Der Vorgang hatte ihn einige Tage zuvor harte Kritik eingebracht, konnte aber aufgrund der Gesetzeslage nicht abgewendet werden.

Uni-Rektor Prof. Dr. Dr. h.c. Hans-Jochen Schiewer eröffnete seine Rede mit der klaren Ansage: "Freiburg ist international und werden hier mit Freunden und Partneruniversitäten mit uns gemeinsam ein Zeichen setzen, dass dieses Markenzeichen Anti-Pegida, dass wir hier deutlich sagen, dass wir eine kritische Stadt sind, dass Internationalität ein Markenzeichen ist, dass Toleranz ein Markenzeichen ist, und vor allen Dingen das Zusammenleben." Er führte weiter an, dass in Freiburg 4.000 internationale Studierende und 1.500 promobierende Doktoranten gibt. Allein am Klinikum und der Universität arbeiten Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen aus 122 Ländern. "Das ist ein Zeichen, wie man heutzutage lebt und miteinander arbeitet, tolerant ist und gemeinsam zeigt, es gibt weder Abendland noch Morgenland. Es gibt nur noch Global-Citizens. Wir sind selbstloser, wir sind Morgenland und Abendland zusammen, wir sind eine internationale Gemeinschaft und ich bin stolz, dass wir dieses Zeichen heute Abend setzen!".

Etwa 20.000 Menschen für Toleranz und Zusammenleben

Die von Leon Dobbratz organisierte Demonstration wurde nicht nur die größte Anti-Pegida-Demo Deutschlands, sondern auch die größte Demo, die es je in Freiburg gab. Vielen Dank für die perfekte Veranstaltung!
Kategorie: Menschlich sein · Nachrichten · Rechtsextremismus · Veranstaltungen
Tags: #nopegida · Ausländer · Demo · Freiburg · Toleranz
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Über Micha:
Jahrgang 1961 arbeite ich über 35 Jahre lang in der Softwareentwicklung mit dem Schwerpunkt Datenbanken und Problemanalysen. Ende 1999 wurde die Webseite des Regenbogenwalds von mir erschaffen und bin seit der Vereinsgründung 2012 auch dessen ehrenamtlicher Vorstand.
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von Micha, 23.01.2015 22:25 Uhr · Teilen · Kommentieren · Gefällt mir · 1 anderen gefällt das

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