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Unicef-Report 2014 - Jedes Kind hat Rechte

Unicef-Report 2014 - Jedes Kind hat Rechte

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25 Jahre Kinderrechte

Ausgrenzung und Gewalt zählen nach Einschätzung von UNICEF heute zu den größten Herausforderungen bei der Verwirklichung der Kinderrechte. So konnten seit der Verabschiedung der UN-Konvention über die Rechte des Kindes am 20.11.1989 zwar weltweit die Kindersterblichkeit halbiert und der Anteil arbeitender Kinder um ein Drittel reduziert werden. Doch gerade die ärmsten Kinder sind von sozialen und medizinischen Fortschritten oftmals ausgeschlossen – in reichen wie in armen Ländern. Insbesondere die Prävention von Gewalt und Hilfen für benachteiligte Kinder müssen verbessert werden, so der UNICEF-Report 2014, der heute in Berlin vorgestellt wurde.



Denn:



  • Jedes dritte Mädchen unter 18 Jahren auf der Welt – einige davon nicht einmal sieben Jahre alt – ist von früher und erzwungener Heirat betroffen. Mehr als 150 Millionen Mädchen und 73 Millionen Jungen erfahren jedes Jahr sexuelle Gewalt. Besonders groß ist die Gefahr in Kriegsgebieten oder in Flüchtlingslagern.

  • Schätzungsweise 300 Millionen Kinder unter fünf Jahren zeigen problematisches Verhalten sowie Aggressivität, weil sie in ihrem Umfeld Gewalt ausgesetzt sind. Mädchen und Jungen werden sogar willkürlich zur Zielscheibe von Terror gemacht – wie bei den Entführungen Hunderter Schülerinnen in Nigeria oder bei gezielten Bombenangriffen auf Wohnviertel im syrischen Bürgerkrieg.

  • Das Risiko für Kinderrechtsverletzungen ist trotz zunehmender Aufmerksamkeit in Schulen, in Heimen und Jugendstrafanstalten weiterhin hoch. Armut und Überforderung sind auch häufige Ursachen für Gewalt in Familien. 35 Länder haben bisher ein umfassendes gesetzliches Verbot von Gewalt durchgesetzt – darunter auch Deutschland. Doch leben in diesen Ländern nur fünf Prozent aller Kinder.

  • Auch Deutschland muss aus der Sicht von UNICEF die Ursachen von Ausgrenzung und relativer Kinderarmut stärker bekämpfen. Eine Längsschnittanalyse von UNICEF ergab, dass allein zwischen 2000 und 2010 rund 8,6 Prozent der deutschen Kinder und Jugendlichen langjährige Armutserfahrungen gemacht haben. 2012 haben Jugendämter über 40.000 Kinder in Obhut genommen – meist weil ihre Eltern überfordert waren.



„Ausgrenzung und Gewalt zählen zu den größten Bedrohungen für Kinderrechte“, sagte die UN-Sonderbeauftragte zu Gewalt gegen Kinder, Marta Santos Pais. „Um ihre gravierenden Folgen zu überwinden braucht jedes Land eine nationale Agenda zum Schutz der Kinder vor Gewalt. Dazu gehört eine unabhängige Institution, die den Interessen der Kinder eine Stimme gibt und Beschwerden verfolgt, wenn Kinder ihre Rechte gefährdet sehen.“



„Wenn ein Land die Kinderrechte stärkt, stärkt es seine Zukunftsfähigkeit“, erklärte Dr. Jürgen Heraeus, Vorsitzendender von UNICEF Deutschland. „Wir brauchen eine Kultur des Hinsehens und funktionierende Netzwerke der Hilfe. Kinderrechte beginnen damit, dass es überall selbstverständlich wird, Kinder zu respektieren und ihnen zuhören.“


Fakten zur weltweiten Lage der Kinderrechte



Das politische Bekenntnis zu den Kinderrechten ist seit 1989 weltweit ein Motor für sozialen Fortschritt. Trotzdem werden bis heute unzähligen Kindern ihre verbrieften Rechte vorenthalten.



  • Starben vor 25 Jahren noch über 12,6 Millionen Kinder unter fünf Jahren an vermeidbaren Krankheiten, sind es heute 6,6 Millionen. Doch bis heute wird ein Fünftel aller Kinder nicht durch Gesundheitsprogramme erreicht. Die ärmsten Kinder tragen die größte Last durch Krankheiten. Acht der zehn Länder mit der höchsten Kindersterblichkeit sind Krisenländer wie Somalia, Mali oder die zentralafrikanische Republik.

  • Viele Staaten haben den Kinderschutz verstärkt. Aber nur fünf Prozent aller Kinder leben in Ländern, in denen jegliche Form von Gewalt gegen Kinder verboten ist. Bis heute fehlen in fast allen Ländern umfassende und wirksame Strategien zur Prävention von Gewalt gegen Kinder.

  • Benachteiligten Kindern werden vielfach elementare Rechte vorenthalten. So sind bis heute weltweit etwa 30 Prozent der Mädchen schon vor ihrem 18. Geburtstag gezwungen zu heiraten – jedes Jahr schätzungsweise 13,5 Millionen Mädchen.

  • Allein rund 300 Millionen Kinder unter fünf Jahren zeigen problematisches Beziehungsverhalten sowie Aggressivität, weil sie in ihrem Umfeld Gewalt ausgesetzt sind.

  • Das Bewusstsein für schwere Kinderrechtsverletzungen ist weltweit gestiegen. Trotzdem arbeiten weiter rund 168 Millionen Mädchen und Jungen unter ausbeuterischen Bedingungen – fast die Hälfte von ihnen ist noch im Grundschulalter.



Die Zusammenfassung des Unicef-Report 2014 enthält weitere Fakten und Forderungen wie z.B. die Sicherung der Kinderrechte im Grundgesetz Deutschlands.



 
Kategorie: Nachrichten · Politik
Tags: Gewalt · Kinderarbeit · Kinderhochzeit · Kinderrechtsverletzungen · UN-Kinderrechtskonvention · UNICEF-Report
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Über Micha:
Jahrgang 1961 arbeite ich über 35 Jahre lang in der Softwareentwicklung mit dem Schwerpunkt Datenbanken und Problemanalysen. Ende 1999 wurde die Webseite des Regenbogenwalds von mir erschaffen und bin seit der Vereinsgründung 2012 auch dessen ehrenamtlicher Vorstand.
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von Micha, 25.06.2014 20:33 Uhr · Teilen · Kommentieren · Gefällt mir · sei der Erste, dem das gefällt!

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