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Anwalt: Zum Tode verurteilte Christin im Sudan freigelassen

Anwalt: Zum Tode verurteilte Christin im Sudan freigelassen

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Die wegen "Abfalls vom islamischen Glauben" zum Tode verurteilte junge Christin im Sudan ist nach Angaben eines ihrer Anwälte wieder frei. "Meriam wurde vor einer Stunde freigelassen" und habe das Gefängnis verlassen, sagte Mohanad Mustafa der Nachrichtenagentur AFP am Montag. Der Fall der 26-jährigen Meriam Jahia Ibrahim Ischag, die Mitte Mai zum Tode verurteilt worden war, hatte international Empörung ausgelöst.

Die amtliche Nachrichtenagentur Suna berichtete, das Oberste Gericht habe am Montag das Urteil des Gerichts erster Instanz aufgehoben und die Freilassung der Frau verfügt. Ihr Anwalt Mustafa, der sich ebenso wie vier andere Menschenrechtsanwälte ohne Honorar des Falles angenommen hatte, hatte noch am Vormittag gesagt, er wisse nicht, wann in dem beantragten Berufungsverfahren eine Entscheidung gefällt werde.

Ischag war am 15. Mai zum Tode durch Erhängen verurteilt worden, weil sie nach sudanesischem Recht durch die Heirat mit einem Christen vom islamischen Glauben abgefallen war. Die junge Frau wurde außerdem wegen der Hochzeit mit dem Christen, einem aus Khartum stammendem US-Bürger, wegen Ehebruchs zu einhundert Peitschenhieben verurteilt. Zwölf Tage später brachte sie im Gefängnis in Ketten eine Tochter zur Welt.

Laut der sudanesischen Auslegung des islamischen Rechts der Scharia darf eine Muslimin keinen Christen heiraten. Tut sie es dennoch, wird dies als Ehebruch gewertet. Laut der Menschenrechtsorganisation Amnesty International wurde Ischag aber von ihrer christlichen Mutter im christlich-orthodoxen Glauben erzogen, nachdem ihr muslimischer Vater die Familie während ihrer Kindheit verlassen hatte. Im Sudan gelten Kinder eines muslimischen Vaters jedoch automatisch als Muslime, eine Konversion ist verboten.

EU-Kommission, Europarat und Europaparlament sowie die Repräsentanten der wichtigsten religiösen Gemeinschaften in Europa hatten den Sudan nach dem Gerichtsbeschluss aufgefordert, das "unmenschliche Urteil" aufzuheben. US-Außenminister John Kerry drängte den Sudan, das Gesetz zum Verbot von Konversionen zu ändern. Der britische Premier David Cameron nannte die Behandlung der jungen Frau im Gefängnis "barbarisch".

Rabbie Abdelatti Ebaid von der regierenden Nationalen Kongresspartei sagte nun nach der Freilassung von Ischag, der internationale Druck habe nichts mit der Entscheidung zu tun. Es gebe im Islam verschiedene Meinungen zur Konversion und damit Spielraum für eine Lösung des Falls. Der Leiter der Organisation Christian Solidarity Worldwide, Mervyn Thomas, zeigte sich erfreut, dass "das ungerechte, unmenschliche und unbegründete Urteil" aufgehoben wurde.

Weltweit hat die vorausgegangene Verurteilung zum Tode von Meriam Jahia Ibrahim Ischag heftige Proteste ausgelöst. Amnesty International hatte weit über 650.000 Protestbriefe an die zuständigen Stellen weitergeleitet, welche im Internet von jedermann verfasst werden konnten.


Da immer wieder Abmahnanwälte, Abmahnvereine und Fotografen unseren als mildtätig anerkannten Verein "Regenbogenwald e.V." mit unhaltbaren Forderungen zu schädigen versuchen, indem diese rechtlich eindeutige Grundlagen zu RSS-Feeds, geteilten Beiträgen und "Zueigenmachung" ignorieren, verweisen wir kommentarlos auf die Urteile des EuGH C-348/13 sowie des OLG Köln 6 W 72/16. Derartige Ansprüche erwidern wir eher lustlos.


Kategorie: Menschlich sein · Nachrichten
Tags: Christin · Muslime · Sudan · Todesstrafe · Tschag
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von Newsfeed, 23.06.2014 18:44 Uhr · Teilen · Kommentieren · Gefällt mir · sei der Erste, dem das gefällt!

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