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Wie einfach Hass gegen ungeliebte Nachbarn geschürt werden kann

Wie einfach Hass gegen ungeliebte Nachbarn geschürt werden kann

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Eigentlich schon mehr als erschreckend, wie leicht es ist Hass zu schüren, wenn in irgendeiner Weise Tiere mitbetroffen sind. Da scheinen die Hirne von vielen Menschen den logischen Verstand einfach abzuschalten.

"Fundación Mi Mascota Animal Rescue Dom. Reps" (übersetzt in etwa: "Dominikanische Stiftung zur Rettung meiner Haustiere") postet hierzu ein Bild in Facebook und beschreibt es mit "Barbarie!!! Dieses Foto von Haitianischen Männern in einem Protestmarsch, wurde heute in einigen Foren geteilt!! This picture of haitien men in a protest activity was shared today on several pages!!!"

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Gleichwohl schreiben dazu zahlreiche Deutsche Kommentare wie "Für diese Verbrecher werde ich nie wieder auch nur einen Euro spenden!!! Was für abartige Leute!!! In dieses Land werde ich niemals fahren! Und ich werde Gott jeden Tag darum bitten diese Verbrecher zu bestrafen!!!" oder auch nur "Also da fragt man sich doch ob es den Menschen im, vom Naturkatastrophen gebeutelten Haiti, wirklich so schlecht geht, wenn sie noch die muse haben, irgendwelche unschuldigen Tiere an kreuze zu nageln. Abartig sowas" und in gleicher Weise folgen zig weitere fachkundliche Statements.

Ein Posting eines Dominikaners genügt also, um die tatsächlich am 12. Januar 2010 schwer von einem Erdbeben getroffene Halbinsel Haiti, bei dem über 300.000 Menschen starben und ebenso viele schwer verletzt wurden, in tiefste Ungnade zu stürzen. Dabei scheinen die "Black Beauty's" nicht nur bei den Frauen gut anzukommen, die allgemein die östliche Seite der karibischen Insel aus diversen Gründen bevorzugen. "Stelle gerne kreuz und Nägel zur Verfügung, wenn ich sie selbst rein schlafen darf" war dann wohl nur fast eine Freudsche Fehlleistung...

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Schon vor vier Jahren wusste Der Spiegel in dem Artikel http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/haiti-und-die-dominikanische-republik-ungeliebte-nachbarn-a-671992.html zu berichten: "Noch vor wenigen Wochen hatte man sich gewappnet gegen die unliebsamen Nachbarn: 600 zusätzliche Soldaten hatte die Dominikanische Republik an der Grenze zu Haiti postiert (...) Alles vergessen - für den Moment. Nach dem Erdbeben, das Haiti am Mittwoch erschütterte und Zehntausende das Leben kostete, Hunderttausende obdachlos machte, ist die Grenze offen, die Solidarität der Dominikaner riesengroß. (...) "Das ganze Jahr wird hier über die Haitianer geschimpft", sagt Irene Prinz de Gomez vom Lateinamerikareferat. (...) Bis heute schafft es Haiti nicht, die eigene Bevölkerung auch nur annähernd zu ernähren oder medizinisch zu versorgen, die meisten Güter werden aus der Dominikanischen Republik importiert."

Doch dann kommt dieses Bild doch gerade zur rechten Zeit! "Barbaren" haben eine tote Katze - wie sie wohl Zuhauf auf Deutschlands Strassen, sicher aber auch auf Haiti zu finden sind - auf ein Kreuz genagelt (gebunden) und tragen dieses durch die Strassen. So beschreibt "Fundación Mi Mascota Animal Rescue Dom. Reps" dieses Bild und nahezu ausnahmslos wird ihm geglaubt. "Spenden für die Erdbebenopfer streichen" ist die eher mildeste Reaktion, doch viele Deutsche wollen lieber noch Haitianer ans Kreuz genagelt sehen oder dieses selbst "erledigen".

Also Falschinformation 1: Schon einmal versucht, eine Katze auf ein Kreuz zu nageln, die lebt? Vielleicht reicht hier schon die geringste Fantasie aus, dass das unmöglich erscheint, ohne selbst massivste Blessuren davon zu tragen. Die Katze wird sicher schon gestorben sein, bevor sie an dieses Kreuz kam.

Noch viel schlimmer aber ist die Unreflektiertheit, mit der solche Aussagen insgesamt geglaubt werden und wie einfach damit Hass gegen den ungeliebten Nachbarn zu schüren ist! Kaum ein Kommentator hat sich nur die geringste Mühe gemacht, den Hintergrund dieses Fotos zu erfahren. Es ist doch viel bequemer, in die Hasstriaden der Dominikaner gegen Haiti einzustimmen und das wohl nicht nur wegen der bei Frauen eh sehr beliebten Urlaubs-Destination Dominikanische Republik.

Das Foto entstand nämlich im September 2012 angeblich anlässlich einer Demonstration gegen einen Anti-Muslimen-Film in Nigeria, also Westafrika (andere Quellen sprechen von Ghana), fast 9000 km entfernt von Haiti!
Kategorie: Social Networks
Tags: Dominikanische Republik · Haiti · Hass · Katze · Muslime · Nigeria
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Über Micha:
Jahrgang 1961 arbeite ich über 35 Jahre lang in der Softwareentwicklung mit dem Schwerpunkt Datenbanken und Problemanalysen. Ende 1999 wurde die Webseite des Regenbogenwalds von mir erschaffen und bin seit der Vereinsgründung 2012 auch dessen ehrenamtlicher Vorstand.
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von Micha, 06.03.2014 17:12 Uhr · Teilen · Kommentieren · Gefällt mir · 2 anderen gefällt das

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