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Liebe Kinder, Entschuldigung für die KiKa-Sendung!

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Liebe Kinder,

am Sontag, den 19. Januar 2014 strahlte der Kinderkanal von ARD und ZDF "KiKa" um 13.30 Uhr einen Beitrag mit dem Titel „Schau in meine Welt! - Tahsins Beschneidungsfest“ aus.

Die Sendereihe „Schau in meine Welt!" hat eigentlich den Sinn, "Einblicke in in andere Lebenswelten" zu vermitteln und berichtet dazu über Geschichten von Kindern aus Deutschland und aller Welt.

Natürlich geht es dabei desöfteren um fremde Kulturen, Riten und Religionen. Aufgeweckte Kinder sollen und müssen sich über die Geschehnisse in der Welt erkundigen, um sich vorurteilsfrei und mit Lebensfreude darin bewegen zu können.

Allerdings ist den Autoren der Sendung „Tahsins Beschneidungsfest“, T. Lehmann und V. Schmidt-Sondermann, in diesem Beitrag ein großer Fehler unterlaufen, der eigentlich mit Nichts zu entschuldigen ist:

In dem Film wird über die Jungen Tahsin (11) und seinem jüngeren Bruder erzählt, wie die beiden nach dem religiösen Brauch der Muslimen  einer Beschneidung (operative Entfernung der Vorhaut des Gliedes) unterzogen werden, bei der die ganze Familie und auch Freunde und Nachbarn zuschauen. Es wird bunt und schillernd beschrieben, dass die Jungs zwar Angst davor haben, aber das auch so wollen. Als Gründe dafür wird neben dem religiösen Zwang auch die Schikanierung durch ihre Freunde angeführt, die schon mit 3 Jahren oder früher die Vorhaut entfernt bekamen und sich dadurch "als ganze Männer" fühlen, aber auch wegen der vielen Geschenke, die gewöhnlich an die Kinder nach dem Beschneidungsfest gegeben werden. Das Fest fand 2 Wochen nach der Beschneidung statt und es waren 400 Gäste geladen.

Aber was der Film nicht zeigt oder erklärt:

Eine aus medizinischer Sicht nicht erfoderliche Operation stellt eine schwere Körperverletzung dar, für die z.B. ein Arzt in Deutschland mit einer hohen Gefängnisstrafe rechnen muss. Zwar kann durch das Einverständnis des Betroffenen (hier also des Kindes) so ein nicht rückgängig machbarer Eingriff erlaubt sein, aber Kinder können ein solches Einverständnis bis zu ihrer Volljährigkeit garnicht erteilen.

Was der Film auch nicht zeigt sind die 2 Wochen zwischen Beschneidung und dem Beschneidungsfest. Oft sind diese mit Schmerzen, Entzündungen und Krankheiten erfüllt und der Beitrag lässt genau diese beiden Wochen völlig aus.

Auch wenn es ein religiöser Brauchtum ist, welcher vor allem bei den Muslimen, aber auch im jüdischen Glauben so praktiziert wird, so wird hier ganz klar die Grenze zwischen Religion und der so genannten Unversehrtheitsanspruchs der Kinder überschritten. In vielen Gegenden werden sogar Mädchen "beschnitten", womit aber eine oft dauerhaft schmerzende Verstümmelung der Geschlechtsteile (Genitalverstümmelung) gemeint ist. Diese Verstümmelungen sind eine noch schlimmere Form der Körperverletzung und stürzt die Mädchen und später Frauen in ein Leben mit Qualen und Entbehrungen.

KiKa hat aber ausschliesslich die beschönigende Sicht gezeigt, als wäre diese schwere Körperverletzung genauso schlimm wie der Gang zum Kaugummiautomaten! Kein Wort über die Folgen der Beschneidung, auch dass viele Männer in ihrem späteren Leben damit nicht klar kommen, dass ihnen die Vorhaut weggenommen wurde. "Es fühlte sich ein bisschen kalt an" meinte der türkische Junge Tahsin mit einem Lächeln im Gesicht. Dass aber bei jeder Operation sogar die Gefahr von lebensgefährlichen Komplikationen besteht, z. B. eine Blutvergiftung oder auch nur eine Wundverheilung, die nicht normal verläuft und deswegen das Glied auch schwer verunstaltet werden kann, wurde nicht erwähnt.

Wenn ein solcher religiöser Brauch erst durchgeführt wird, wenn die Betreffenden schon erwachsen sind und damit selbst entscheiden können, dann ist das eine ganz andere Sache. Aber schon aus dem gesellschaftlichen Zwang durch Familie und Freunden und weil es eine Religion so vorschreibt, dagegen kann sich ein Kind nicht einmal mit bestem Willen wehren!

Aus dem Grunde möchten wir Erwachsenen uns bei euch Kindern für den Beitrag auf KiKa entschuldigen und wir versprechen euch, dass wir mit dem Sender, der dazu auch noch im öffentlichen Auftrag arbeitet, eine Richtigstellung zu verlangen. Es steht keinem Menschen das Recht zu, andere Menschen und daher auch nicht Kinder mit Absicht zu verletzen!

 

„Tahsins Beschneidungsfest“


Bald ist es so weit! Aufgeregt und voller Vorfreude blickt der elfjährige Tahsin auf das kommende Ereignis, das ihn und seinen kleinen Bruder Emir endlich zu Männern machen soll: Die Beschneidung. „Wenn ich beschnitten bin, dann bin ich ein echter Mann“, - freut sich Tahsin.

Jeder muslimische Junge muss beschnitten werden, so verlangt es die religiöse Tradition. Häufig geschieht das im Alter von bis zu drei Jahren. Doch Tahsins Vater wollte, dass seine Söhne diesen Schritt im Leben bewusst miterleben. Und trotz aller Ängste vor dem Eingriff und vor allem vor der Betäubungsspritze, fiebert Tahsin diesem Tag entgegen.

Für die Roma-Familien im türkischen Ort Kesan ist die Beschneidungsfeier eines der wichtigsten Feste überhaupt. Zwei Wochen nach Tahsins Beschneidung wird es ein großes Fest mit über 400 Gästen geben.


Ankündigung der Sendung im KiKa-Bereich für Kinder

Das Video in der Medienbibliothek
Kategorie: Gesundheit · Menschlich sein
Tags: Beschneidung · KiKa · Körperverletzung · MDR · Religion · Schau in meine Welt · Tahsins Beschneidungsfest
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Über Micha:
Jahrgang 1961 arbeite ich über 35 Jahre lang in der Softwareentwicklung mit dem Schwerpunkt Datenbanken und Problemanalysen. Ende 1999 wurde die Webseite des Regenbogenwalds von mir erschaffen und bin seit der Vereinsgründung 2012 auch dessen ehrenamtlicher Vorstand.
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von Micha, 20.01.2014 09:19 Uhr · Teilen · Kommentieren · Gefällt mir · 1 anderen gefällt das

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