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Alles Wirtschaftsflüchtlinge oder was?

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Was wir säen muss auch geerntet werden: Wie wir mit Asylanten umgehen


Do it yourself - Flüchtlinge selbstgemacht


12. Dezember 2012


In unserer Gesellschaft und der Politik ist das Thema immer wieder aktuell: Asylanten, Flüchtinge oder doch "nur" Wirtschaftsflüchtlinge? Egal, wie sie nun genannt werden, so haben die meisten von ihnen etwas gemeinsam: Sie fallen nicht vom Himmel, sondern sind das Ergebnis unserer eigenen Aussaat - und nun wollen wir sie nicht haben...

Vor einigen Wochen ging es durch die Medien: Asylanten und anerkannte Flüchtlinge demonstrierten in Würzburg gegen die gesetzlich vorgeschriebene Menschenunwürdigkeit. Sie treten dafür in den Hungerstreik - Flüchtlingslager, Arbeitsverbot, Residenzpflicht, Asylverfahren, Abschiebung - das sind einige der Stichworte, die sich in diesem Zusammenhang immer wieder hervor heben. Inzwischen haben die Demonstranten den langen Weg nach Berlin auf sich genommen, weil sie kaum Beachtung fanden. In dem kalten und nassen Vorwintermonat werden sie dort mit der gesamten Härte der Verordnungen konfrontiert: Wer demonstriert, darf keine Regenschirme, keine Decken, keine Schlafsäcke, keine Isomatten und - was soll das denn - keinen Rollstuhl dabei haben! Die Macht unseres Staates schickt die Polizei zu den Demonstranten und nimmt ihnen regelmässig diese Dinge weg - mit welchem Recht? Weil es so in den Demonstrationsververordnungen steht! Aber nicht der Schutz vor Kälte und Nässe gehört entfernt, sondern solche Verordnungen!

In der breiten Masse der Bevölkerung geht immer wieder ein Vorurteil über Flüchtlinge umher, das fast schon universell als Ablehnung von Asylanträgen dient: "Die meisten Asylanten sind doch eh nur Wirtschaftsflüchtlinge!". Unterstellen wir die Richtigkeit dieser Parole, dann müssen wir uns auch fragen, woher diese kommen und was sie dazu macht.

Da sind beispielsweise die Flüchtlinge und Einwanderer aus Asien. Wenn sie überhaut eine Arbeit in ihrer Heimat finden, dann arbeiten sie für 30 Euro im Monat (einen Euro pro Tag!) bis zu 16 Stunden täglich unter gesundheitsgefährlichen Bedingungen - für uns! Denn wir wollen Kleidung, topmodern und spottbillig, wie diese Dokumentation zeigt:

 


 

Da ist die Kleidung, nach die wir lechzen und nicht bereit sind, einen angemessenen Preis dafür zu zahlen, nun endlich in unserem Land und auf den Wühltischen der Discounter. Was nicht binnen Wochen oder wenigen Monaten verramscht werden kann, geht eher in den Reißwolf als an Bedürftige. Der modebewusste Deutsche hat aber auch für die gekaufte Kleidung in der nächsten Saison sowieso eine Verwendung mehr. So genannte "Altkleider" gehören nicht in den Abfall, sondern in eigens dafür bereitgestellte Container - wovon es in jeder Stadt zuhauf gibt, manchmal von karitativen Organisationen wie dem DRK oder der Caritas, aber noch viel mehr von gewerblichen Unternehmen, die oft ihre Altkleidercontainer illegal aufstellen oder ohne Genehmigungen direkt an der Haustür sammeln.

Und nun ist das schlechte Gewissen von uns wieder beruhigt: Wir "spenden" unsere Abfälle für einen guten Zweck und helfen damit den Menschen die wir vorher ausgebeutet haben:

 


 

Dies ist nur ein Beispiel dafür, wie wir so genannte Wirtschaftsflüchtinge selbst produzieren. Waffenlieferungen, Drogenkonsum und Ernährung sind weitere milliardenschwere Geschäfte, die uns irgendwann wieder einholen - sei es durch Krisen und Kriege, teilweise auch als Terror gegen uns selbst gerichtet, Mord und Totschlag oder Hungerkatastrophen, weil Mais, Reis und Raps in den Tank der Wirtschaftsnationen gehört und es für uns lukrativ ist, Weizen, Kartoffeln und Obst  das ganze Jahr über aus der "Dritten Welt" zu importieren.

Zurück zur Ausgangsfrage: Mit welchem Recht nehmen wir den demonstrierenden Flüchtlingen in Berlin die Regenschirme, Decken und Schlafsäcke weg?!

Update 2.11.2012 etwa 1:00 Uhr:


Wie soeben über N-TV berichtet wurde, haben die demonstrierenden Füchtlinge in Berlin den Hungerstreik aufgehoben, nachdem diese mit Maria Böhmer (CDU) eine "lange Verhandlung" führten. "Das war das bewegendste Gespräch, das ich in meiner Zeit als Integrationsbeauftragte erlebt habe", sagte Böhmer. Sie wolle sich im Fall der protestierenden Flüchtlinge um eine Beurlaubung von der Residenzpflicht für die Zeit ihres Protestes bemühen - damit ihre Aktion straffrei bleibt.

Klartext: Diese Mahnwache wird ohne öffentliches Aufsehen zu erregen beendet und sobald die Asylanten wieder in Würzburg eintreffen, droht ihnen die Abschiebung. Damit enden auch die "Bemühungen" der Politik. Deutschland hat sich ganz elegant aus der Affäre gestohlen und es heißt dann nur noch: "Weitermachen wie bisher!"...

Update 8.12.2012:


Nach dem verherrendem Brand in einer Billiglohn-Textilfabrik in Bangladesh, die hauptsächlich für KiK und C&A produzierte und bei der mindestens 260 Menschen in den Flammen starben, gab der Geschäftsführer von KiK, Michael Arretz gegenüber der "Welt" ein Interview. Hier eine bemerkenswerte Passage daraus:

Die Welt: Wie geht es den Leuten eigentlich, die in den Fabriken vor Ort arbeiten? Kann es nicht vielleicht sein, dass es den Näherinnen besser geht als jenen, die nicht dort arbeiten?


Arretz: Zunächst einmal haben diese Männer und Frauen in Bangladesch einen Arbeitsplatz, der gewährleistet, dass sie ihre Familien versorgen können. Nicht bei jedem mag dieser Lohn aufgrund der gestiegenen Lebenshaltungskosten ausreichen, aber es besteht immerhin ein Einkommen.
Kategorie: Menschlich sein
Tags: Asyl · Flüchtlinge · Wirtschaft
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Über Micha:
Jahrgang 1961 arbeite ich über 35 Jahre lang in der Softwareentwicklung mit dem Schwerpunkt Datenbanken und Problemanalysen. Ende 1999 wurde die Webseite des Regenbogenwalds von mir erschaffen und bin seit der Vereinsgründung 2012 auch dessen ehrenamtlicher Vorstand.
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von Micha, 12.12.2012 04:01 Uhr · Teilen · Kommentieren · Gefällt mir · sei der Erste, dem das gefällt!

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