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Jugendschutz.net rät von Nutzung Facebooks ab

Jugendschutz.net rät von Nutzung Facebooks ab

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Vergangenen Sonntag, 16. September 2012, ging vom Regenbogenwald und mehreren "Meldegruppen" auf Facebook eine Mitteilung an jugendschutz.net mit folgendem und ähnlichen Wortlaut:

--

Hinweis auf url: https://www.facebook.com/Schlaachten Sonstiges

Auf der Seite sind haufenweise Videos und Bilder von Schwerstverletzten und Toten, sowie Missbildungen bei Föten und Kindern! Das Material ist schon für Erwachsene kaum erträglich! Facebook selbst reagiert nur in wenigen Fällen auf Meldungen. So wurde just ein Video entfernt, das bei einem Absturz eines Jets in eine Menschenmenge auf einer Flugschau entstand und der Kameramann durch unzählige teilweise verstümmelte Leichen geht. Ein anderes Video zeigt (immer noch) einen Hund, der einen schon schwerverletzten Mann angreift. Der Kameramann findet es spannender, das aufzunehmen statt zu helfen.

Gemeldet an: Facebook, schon zigfach

--

Beispielbilder der von Facebook als Meinungsfreiheit delarierten Seite

(Verfremdete) Beispielbilder der als "Kunst/Geisteswissenschaften" deklarierten Seite, welche von Facebook als "Meinungsfreiheit" bezeichnet werden

Soeben kam beim Regenbogenwald und verschiedenen anderen Organisationen eine Stellungnahme von jugendschutz.net an, welche wirklich so zu verstehen ist wie sie geschrieben wurde:

--

vielen Dank für Ihren Hinweis auf die Seite http://www.facebook.com/Schlaachten auf der Community-Plattform facebook.com. jugendschutz.net erhielt in den vergangenen Tagen bereits viele Hinweise zu diesem Angebot.

jugendschutz.net hat die Seite gesichtet und hält sie für jugendgefährdend, vor allem aufgrund der Vielzahl an gezeigten Darstellungen und Videos. Die
eingestellten Bilder und Kommentare überschreiten trotz des angeblich humoristischen Kontextes nach deutschem Recht die Grenze zum Verstoß.
Darstellungen massiver Gewalteinwirkung, teilweise mit hämischen Kommentaren versehen, verletzen die Menschenwürde der Opfer und können Kinder und Jugendliche, die damit konfrontiert werden, massiv verstören.

jugendschutz.net hat sich bereits mehrfach an facebook.com gewendet und den Betreiber gebeten die Inhalte zu entfernen und den verantwortlichen
Seitenersteller zu sanktionieren. Facebook weigert sich allerdings bislang, solche Inhalte generell als Verstoß gegen die Community Standards der Plattform zu werten. Als Grund gibt Facebook an, dass es Usern der Plattform gestattet sei, offen über Themen zu diskutieren und ihre Meinung zu äußern, solange die Rechte anderer dabei unbeeinträchtigt blieben. Androhungen von Gewalt oder Hassreden gegenüber Personen oder Bevölkerungsgruppen würden z.B. immer geahndet. Da die angegebene Seite allerdings aus Sicht von Facebook nur zum Meinungsaustausch diene, sieht man keine Veranlassung gegen die Inhalte vorzugehen.

Bei Facebook handelt es sich um ein US-amerikanisches Unternehmen. In den USA besteht bei derartigen Internet-Inhalten eine sehr viel höhere
Toleranzgrenze als in Deutschland. Die Verbreitung von Gewaltdarstellungen z.B. fällt in der Regel unter das Recht auf freie Meinungsäußerung und wird nicht sanktioniert, so lange nicht konkret zur Gewalt gegen bestimmte Personen aufgerufen wird. In diesem Fall sind unsere Handlungsmöglichkeiten also leider beschränkt.

jugendschutz.net ist bemüht, z.B. über die Beteiligung an internationalen Netzwerken (INACH und INHOPE) grenzüberschreitende Lösungen voranzubringen. Selbstverständlich werden wir Facebook auch weiterhin über Verstöße nach deutschen Recht informieren, auf deren Entfernung drängen und versuchen ihn davon zu überzeugen, dass solche Angebote auf der Plattform nichts zu suchen haben und als Verstoß gegen die Community-Richtlinien gelten sollten.

Solange facebook.com allerdings bei der derzeitigen Auffassung bleibt, können wir Kindern und Jugendlichen bzw. deren Eltern nur von der Teilnahme an der Plattform abraten.

Wir danken Ihnen für Ihr Engagement.

Mit freundlichen Grüßen

K. Knierim
(jugendschutz.net)

jugendschutz.net
Wallstraße 11
55122 Mainz

 

Update 26.09.2012: Facebook hat sich dem Druck gebeugt


Es dauerte... Immerhin 10 Tage, bis die gemeinschaftlichen Anstrengungen bei Facebook Eindruck hinterliessen und diese menschenverachtende, stark jugendgefährdende Seite heute gelöscht wurde!

Aber bleiben wir realistisch: Eine Seite wurde gelöscht und zehn andere sind zwischenzeitlich neu eingerichtet worden. Es wird sich wirklich erst dann etwas ändern, wenn Facebook von sich aus insbesondere neu angelegte Seiten genauer ansieht und derartige Seiten ohne weiteres Zutun von Hinweisgebern entfernt. Sowas nennt man Verantwortung und "social network" enthält nicht nur den Begriff "Netzwerk"...

Eine andere Möglichkeit besteht natürlich darin, dass auch die User, die solches Material im Internet bereitstellen, regelmässig Konsequenzen zu spüren bekommen. Aber leider ist das in vielen Ländern nicht einmal strafbar. Und die Ansichten, was Gewalt oder gar gewaltverherrlichend ist, differieren stark. Für manche ist ein zerquetschter Kopf eben Alltag, aber in einem sollte man sich einig sein: Witzig ist sowas nie!
Kategorie: Menschlich sein · Social Networks
Tags: Facebook · Jugendschutz
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Über Micha:
Jahrgang 1961 arbeite ich über 35 Jahre lang in der Softwareentwicklung mit dem Schwerpunkt Datenbanken und Problemanalysen. Ende 1999 wurde die Webseite des Regenbogenwalds von mir erschaffen und bin seit der Vereinsgründung 2012 auch dessen ehrenamtlicher Vorstand.
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von Micha, 26.09.2012 08:40 Uhr · Teilen · Kommentieren · Gefällt mir · sei der Erste, dem das gefällt!

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