Gedichtesammlung 74


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Sachliche Romanze

Als sie einander acht Jahre kannten 
(und man darf sagen: sie kannten sich gut), 
kam ihre Liebe plötzlich abhanden. 
Wie andern Leuten ein Stock oder Hut.

Sie waren traurig, betrugen sich heiter, 
versuchten Küsse, als ob nichts sei, 
und sahen sich an und wußten nicht weiter. 
Da weinte sie schließlich. Und er stand dabei.

Vom Fenster aus konnte man Schiffen winken. 
Er sagte, es wäre schon Viertel nach Vier
 und Zeit, irgendwo Kaffee zu trinken. 
Nebenan übte ein Mensch Klavier.

Sie gingen ins kleinste Café am Ort 
und rührten in ihren Tassen. 
Am Abend saßen sie immer noch dort. 
Sie saßen allein, und sie sprachen kein Wort 
und konnten es einfach nicht fassen.

(Erich Kästner)


Bin ich das? 

Da ist der Gedanke im Kopf: Es war ein Joghurt. 
Doch ein Joghurt zu viel. Da ist der Gedanke im Kopf:
Ich tue Menschen damit weh, wenn ich das tue. 
Da ist der Gedanke im Kopf:
Ich muss doch, doch der Wille ist stark.

Minuten vergehn, doch kein Gedanke verschwindet 
Da ist die Liebe und der Wille der bindet Stunden vergehn ...
eine einzige Qual seh meinen Willen zergehn ...
hab doch keine Wahl.

Ich bin weg, ein "Anderer" hat die Gewalt übernommen 
ein "Anderer" hat jetzt die Macht zu tun was "er" will 
und was kaputt mich macht.

Da bin ich wieder. Ich liege neben dem Klo
 geschlossen meine Lider. Mein Hals brennt so.
 Tränen rinnen nun. Nur ein Gedanke ist da.
Wie konnte ich das tun? Mein Kopf klar? 
Nein, blind vor Hass.

Da kommt wieder "er" 
"Wenn du es tust geht es dir wieder gut".
Jetzt wach ich auf da ist Blut.
 Ich sehe meinen Arm es tut so weh.
Warum hab ich das getan?

BIN ICH DAS?

written by Schmetterlingsfee


Grüne Weihnacht

Es klingt ein Glöckchen anbedacht, 
es läutet warm und helle. 
Schnee rieselt in der Weihnachtsnacht, 
doch da schwenkt schon die Kelle.

Ein Polizist grinst breit herein, 
verlangt nach den Papieren.
"Herr Wachtmeister! Sechs Gläschen Wein! 
Was soll da schon passieren?"

Die Engel singen Weihnachtslieder 
und preisen allen Menschen Glück. 
Den Führerschein krieg ich nicht wieder, 
mein Wagen bleibt im Schnee zurück.

Und die Moral von der Geschicht', 
das sag' ich noch mal warnend: 
Die Polizei tut ihre Pflicht, 
das auch am Heilig' Abend.


14 Monate .. und alle waren sie verschieden, 
meine inneren ICH´s, sich immer wieder bekriegen.
Angst und Panikattacken machten mir das Leben schwer.
Ich bin nicht mehr Ich, WER bin ich wirklich, WER????

Schlaflosigkeit und Migräne ohne Ende, 
und dann immer das Zittern meiner Hände.
Mein Puls rast und ich kann nichts mehr steuern, 
oft ist mir einfach nur noch zum heulen.

Stumm wie ein Fisch wenn mich jemand kritisiert, 
dabei könnte ich platzen und dann ist´s wieder passiert.
Schließ mich ein und verletze meinen Arm. 
Laß den Dampf ab, bis ich nimmer kann.

Total erschöpft ... später kommt dann der Schmerz, 
und er trifft mich jedesmal wieder MITTEN in´s Herz.
Wollte nichts mehr essen, jetzt kann ich´s nicht mehr. 
Der Ekel ist schlimm und es quält mich manchmal sehr.

Ich bin an allem Schuld und hasse mich dafür, 
zieh mich zurück, will das mich keiner berührt.
Wünsch mir den Tod, manchmal sogar sehr, 
denn das Leben ist einfach zuuu schwer.

So wie JETZT, daß ist kein Leben für mich, 
und am liebsten hätte ich wieder mein altes ICH!!
Nicht bewußt,was ich früher für Schutzmechanismen hatte, 
daß ich auch nicht ICH war, das war alles nur eine Waffe!!

Eine Waffe, damit mir niemand zu Nahe kommt, 
immer gut drauf und ALLES hab ich gekonnt.
Hatte alles super unter Kontrolle, 
spielte aber trotzdem nur eine Rolle.

Ich wußte das nicht, und deshalb ging es mir einigermaßen gut.
War ständig auf Achse und brachte alles unter einen Hut.
Mann, Kinder, Haus, Freizeit und Job.
Ich war ÜBERALL einfach TOP!!!

Heute bin ich ein Nichts, alles ist mir zu viel, 
mein Körper spielt verrückt und ich habe KEIN ZIEL!!!
Habe alle Übersicht schlagartig verloren, 
am liebsten wär mir, ich wär gar nicht geboren.

Es wird n i c h t s mehr so wie früher sein, 
seht mich doch an, bin NICHTS, 
nur noch ganz klein. 
Ich bin Ich


Von Trauer verfolgt, 
sein Leben lang ins lächerliche gezogen worden, 
ohne das man was dafür kann ... 
viel gelernt, und noch immer unglücklich, wieso? 
Weil, ich mein Leben selbst so gestaltet habe, 
nur ich kann mir helfen - mit deiner Hilfe- hilfst du mir?


Bilder 

Auf dem Weg ins Innere der Galerie.
Bilder türmen sich auf.
 Farbenfrohe Disharmonie.
Die Rahmen gleich, die Inhalte verschwommen.
Real vermischt mit Utopie.

Glücklich ist der, der es versteht,
 von welchem Bild er nun bewegt,
 beginnt es zu kopieren, 
sein Lebensabschnittsmeisterwerk.


Alleine sitz ich da, und denke an dich, und heule.
Ich habe dich, doch nicht genug.
Ich sehne mich so sehr nach dir, 
aber ich weiß nicht, ob du dich sehnst nach mir, 
mich brauchst, mich liebst?

Ich versteh es nicht, ich brauche dich so sehr, 
bin am Ende, dann wieder glücklich, so durcheinander.
Es geht hoch und runter, und ich weiß nur eins: 
dass ich dich so verdammt liebe.


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