Gedichtesammlung 38


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Als ich Gefangener in deinem Hause 
und die Türen noch verschlossen waren, 
plante mein Herz ständig zu fliehen. 
Jetzt, da du die Türen und Fenster geöffnet hast, bleibe ich. 
Mit meiner Freiheit hältst du mich gebunden.

Rabindranâth Tagore (1861 - 1941), indisch-bengalischer Dichter und Philosoph

delfina


Regenbogenkind

Wo du gestern noch lachtest, lachst du heute nicht mehr.
Wie du gestern noch dachtest, denkst du heute nicht mehr.

Wen du gestern noch kanntest, kennst du heute nicht mehr.
Was du gestern noch wusstest, weißt du heute nicht mehr.

Wem du gestern noch trautest, traust du heute nicht mehr.

Doch wer dich gestern noch liebte,
 mag dich auch morgen noch sehr.


Ein Wunsch

Weinen, stundenlang die Tränen fließen lassen, 
doch welche Tränen? Die klaren oder die roten? 
Nur die roten bringen die ersehnte Erlösung. 
Allen Hass in diese Tat setzten, 
alle bösen Gedanken konzentrieren und handeln. 
Tief, so tief es geht. 

Es kostet Mut und Überwindung, 
aber danach werd ich ruhig, werd müde und schwach. 
Schließe meine Augen und kann in den ersehnten Schlaf fallen, ganz tief und fest, ohne ein erwachen am morgen.

Mein Wunsch.


Ich warte auf dich vergeblich,
 denn du bist im Moment eher unzugänglich

Es tut weh, doch das wirst du nie erfahren,
 die Tränen die fallen wirst du niemals sehen.


Die Erwartung des Todes ist schlimmer als der Tod selbst!


Sterne für Dich!

Schaust du des Nachts hinauf zum Himmelszelt
 es leuchten der Mond und viele Sterne. 
Auch ich seh' diese Sternenwelt 
und schick den schönsten Stern zu dir in die Ferne. 

Er soll nur allein strahlen für dich, 
sendet viele ungesagte Worte dir. 
Er wird auch immer beschützen dich,
egal wie weit entfernt du bist von mir. 

Erinnert dich immer daran, 
was immer auch geschieht,
 dass ich nur dich allein lieben kann. 
Mein Herz zu deinem Herzen sieht 
und dir sagt wie sehr es dich vermisst 
und du tief in meiner Seele eingeschlossen bist.

seeloewin


Alles um mich herum stürzt zusammen, 
in Trümmern liegt meine Welt, mein Herz ist tot, 
begraben unter Asche, es gibt nichts was mich noch hält.

Ich habe mein Leben nicht verdient, 
ich trete es doch nur mit Füßen. 
Für meine vielen gemachten Fehler dürfen andere nun büßen.

Ich werde euch verlassen, mit mir nehme ich mein Herz, 
meine Welt voll Einsamkeit, voll Hass, Gewalt und Schmerz.

Es ist besser wenn ich entfliehe, besser als euch zu verletzen.
Alles ist tausendmal besser als diese Welt aus Entsetzen.

Ich weiß nicht, was danach kommt, 
weiß nur, ich will nicht mehr leben. 
Ich will nicht mehr fühlen wie mein Herz zerbricht, 
nicht mehr Stück für Stück meine Seele geben.

Ich will nicht mehr schreien, ohne dass mich jemand hört, 
will nicht mehr spüren, wie euer Leben mich zerstört.

Ich verzeihe euch nichts, da ich keine Schuld bei euch sehe, 
bitte euch nur, mir zu verzeihen, dass ich unwiderruflich gehe.

T.


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